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15.05.2018

Songcontest: Waterloo wittert Manipulation

Schlager-Veteran Waterloo kritisiert Publikumsvoting und sieht Sampson als Sieger.

Da gackern ja die Hühner – für die einen hat Netta mit ihrem schrillen Lied „Toy“ verdient den Sieg für Israel geholt, die anderen verstehen die Welt nicht mehr. So auch der Songcontest-Fünfte aus dem Jahre 1976, Waterloo (72). Bei dem raucht momentan alles andere als die Friedenspfeife – er ist so richtig wütend. Für ihn ist Cesár Sampson mit seinem Lied „Nobody But you“ der eigentliche Sieger. Wäre er ja auch, zumindest nach der Wertung der Fachjury. Erst durch das Publikums-Voting wurden letztlich Israel und Zypern vorgereiht.

„Die Lieder kann man vergessen, das ist keine Musik. Ich habe zwar nichts gegen DJs, aber beim Song Contest haben solche Titel nichts verloren“, so schnaubt Waterloo im Gespräch mit dem KURIER-Reporter Peter Pohn. Und genau im Publikums-Voting sieht der Musik-Indianer das Übel, welches unbedingt abgestellt gehört. „Die Künstler können sich gegen eventuelle Manipulationen nicht wehren. Sie müssen dieses Voting hinnehmen.“ Für Cesár Sampson sieht er trotzdem eine große Karriere voraus, bezeichnet ihn sogar als „Udo Jürgens von heute – er ist ein positiver junger Bursche, der sein Lied mit Herz rübergebracht hat.“

Gar nicht positiv hat auch Vorjahresgewinner, der Portugiese Salvador Sobral, auf Nettas Song mit #MeToo-Inhalt reagiert. Er bezeichnete den Pop-Hit als schrecklich. Eine kleine Panne gab’s auch mit der gläsernen Sieger-Trophäe. Sie brach entzwei, konnte aber rasch wieder geklebt werden.