Salut für Queen Elizabeth

In Großbritannien wurde am Pfingstsamstag mit der "Trooping the Colours"-Zeremonie der 85. Geburtstag der Königin gefeiert.

Traditionell wird der Geburtstag der Queen in England mit einer großen Parade gefeiert: Trooping the Colours. Diesmal war das Ereignis besonders: Elizabeth feierte mit dem 85. einen runden Geburtstag. Und Enkel William nahm erstmals als Offizier teil. Queen Elizabeth und ihren Gatten Prinz Phillip freute das Fest sichtlich.

Der Gemahl der Königin hatte vor wenigen Tagen nämlich ebenfalls einen runden Geburtstag zu begehen: Er wurde 90 Jahre alt. Die beiden verstehen sich immer noch ausgezeichnet, wie man hört.

Im Folgenden die schönsten Bilder des Festtages und aus dem Leben der Queen. Die königliche Familie genoss das Ende der Parade vom Balkon des Buckingham Palace aus. Die Blicke gen Himmel verursachte eine Flugzeugstaffel. Mögliche Konversation, William zu Kate: "Mit sowas bin ich als Student immer von Schottland auf einen Hamburger nach London geflogen, wenn der Magen knurrte." "Angeber." Queen Elisabeth auf dem Weg zur Parade zu ihren Ehren. Sie erwartete die Präsentation der Fahne durch das Militär und genau 41 Salutschüsse.

Das Wetter, ewiges Gesprächsthema der Briten, war übrigens gut. Die Queen freut sich bei solchen Anlässen mit den Engländern, die sich wiederum mit ihr freuen. Doch ein wenig nachdenklich wirkt sie hier schon. Hat Prinz Philipp gerade einen Witz über Camillas Hut gemacht? Ein Fest der Farben und Fahnen. Ganz London steht bei Trooping the Colours im Banne des Union Jack. Hier die Truppen, unterwegs zur Parade. Die Prinzen William und Charles in ihren Bärenfellmützen. Feierliches Defilé der mit Bärenfellmützen bedeckten Soldaten, die dem Befehl der Königin unterstehen. Lange haben sich die Truppen auf die Parade vorbereitet. Viele der Soldaten kommen direkt aus Kriegsgebieten. Aus Afghanistan zum Beispiel. Die britische Army ist, wie man weiß, alles andere als ein Verein, der nur zum Spaß existiert. Die Mützen dienten früher in der Schlacht dazu, den Feind zu verwirren. Behaupten Briten. Aber die haben ja auch schwarzen Humor. "God save the Queen" und Marschmusik. Man weiß, was an solchen Tagen in England gespielt wird. Riesenhaft: Die Allee, die zum Paradeplatz führt, könnte in Notzeiten als Landeplatz für Flugzeuge dienen. Die Herzoginnen Camilla und Catherine. In der offenen Kutsche gemeinsam mit dem Prinzen Harry. Die beiden Herzoginnen unterhalten sich... königlich. Wobei Camilla offen Catherines Lächel-Disziplin bewundert. Prinz William salutiert hoch zu Pferd. Er hat heute so viele Haare am Kopf wie schon lange nicht mehr.

Übrigens sind diese Bärenfellmützen keine Kleinigkeit, denn eine wiegt immerhin an die 680 Gramm. Gut, dass in London gerade keine Hitzewelle herrscht. Nicht dass man jetzt die Zeremonie durch nicht-royale Banalitäten stören möchte, aber die Frage stellt sich doch: Wie kann man damit sehen? Als Prinzessin ist man vom Bärenfellmützen-Tragen befreit. Catherine hat sich für ein filigranes Hutmodell entschieden.

So mancher Militär mag da neidvoll hinschauen. Die Farbe der Queen am Tag ihrer Geburtstagsfeier: ein dezentes Blau. Die Queen ist, wie man hört, ziemlich gut gelaunt. Prinz William - vielleicht ist seine Hochzeit der Grund für die gute Laune der Queen? 

Oder ist es die Aussicht auf ein Shrimpsbrötchen im Kreis der Familie, die sich nach der Paradezeremonie treffen wird? Auf dem Paradeplatz findet übrigens in ein paar Jahren ein Beach-Volley-Ball-Turnier statt. Übrigens wird die Zeremonie immer erst Wochen nach dem Geburtstag von Queen Elizabeth II. abgehalten, der bereits am 21. April stattfand. Traditionell in jedem Jahr. Am zweiten Samstag im Juni findet dann immer "Trooping the Colour" statt. Während der Militärparade, die ihre Ursprünge im 17. Jahrhundert hat, ziehen die Regimente auf dem Horse Guards Parade (dem größten Platz Londons) an der königlichen Familie vorbei. Der amtierende Monarch nimmt die Parade ab, dies kann zu Pferd oder in der Kutsche passieren. Bis zu ihrem 60. Geburtstag ritt Queen Elizabeth noch, doch aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters zieht sie es vor mit der Kutsche zu fahren. Die britische Königin, die eigentlich nie für diesen Posten vorgesehen war, kann auf ein ereignisreiches Leben zurückblicken. Die kleine Elizabeth kam am 21. April 1926 zur Welt. Ihre Eltern, Lady Elizabeth Bowes-Lyon und ihr Vater Albert Frederick Arthur George rechneten zu diesem Zeitpunkt noch nicht damit, dass diese Geburt eine geschichtsträchtige sein könnte. 

Im Bild: Elizabeth, Margaret und Queen Mum. Nach der Abdankung von König Edward VIII. (aufgrund seiner Liebe zur zweifach geschiedenen Wallis Simpson) folgte sein jüngerer Bruder Albert auf den Thron. Üblicherweise wählt der König einen Namen, mit dem er in seiner neuen Funktion angesprochen wird: Albert wurde zu George VI.

Im Bild: Die Familie Windsor nach der Krönung von George VI. Nach dem Tod ihres Vaters folgte ihm Elizabeth 1952 auf den Thron. Auf die Frage eines Reporters, welchen Namen sie denn wählen würde, antwortete die selbstbewusste junge Frau: "Elizabeth, of course". Doch zuvor heiratete die Prinzessin 1947 im Alter von 21 Jahren ihre Jugendliebe Prinz Philip. Für die 13-Jährige Elizabeth war es Liebe auf den ersten Blick, als sie den jungen griechischen Prinzen 1939 während eines Besuchs am Marine-College in Dartmouth kennenlernte. Die beiden begannen einander Briefe zu schreiben und für die Prinzessin stand fest: Das ist mein Prinz.

Im Bild: Die jungen Verlobten 1939. Auch nach 64 Jahren Ehe scheint das Königspaar noch wie frisch verliebt. Der Thronerbe Prinz Charles wurde 1948, ein Jahr nach der Hochzeit geboren, seine Schwester Prinzessin Anne folgte 1950. 

Im Bild: Elizabeth mit Anne, hinter ihr König George VI., daneben Prinzessin Margaret mit Queen Mum. 1969 krönte die Queen ihren ältesten Sohn Charles zum Prince of Wales im Caernarvon Castle in Wales. Mit Prinz Charles hatte es die Königin nicht immer leicht. Eskapaden in der Jugendzeit, seine Affäre mit Camilla Parker-Bowles und seine gescheiterte Ehe sollten Queen Elizabeth noch viel Kopfschmerzen bereiten. 

Im Bild: Prinz Charles und seine Mutter 1975 bei der Zeremonie zum Great Master. 1981 schien das perfekte Jahr für die Königsfamilie zu sein. Prinz Charles beschloss mit 33 endlich sein Junggesellendasein aufzugeben und heiratete die nur 20-jährige Lady Diana Spencer. Doch in den folgenden Jahren war Elizabeth über diese Ehe sicher nicht glücklich. Diana selbst bezeichnete die Königin und ihre Tochter Anne oft als "diese Frau". Trotz teurer Privatschulen und strenger Erziehung, oder vielleicht auch gerade deshalb, hatte es die Königin mit ihrem Nachwuchs nicht immer leicht.

Im Bild (von links): Vorne: Prinz Charles, Königin Elizabeth und Prinz Philipp, dahinter: Prinz Andrew, Prinzessin Anne und Prinz Edward. Die Königin bezeichnete 1992 als "annus horribilis" - es war ihr schrecklichstes Jahr. Damals gaben Prinz Andrew und seine Frau Sarah Ferguson die Trennung bekannt, Prinzessin Anne und Mark Philipps, sowie Prinz Charles und Diana ließen sich scheiden. Doch damit nicht genug musste die Queen zum ersten Mal Steuern zahlen und verklagte die Zeitschrift "The Sun". Über das Publikwerden der vielen Hintergründe der Trennung von Prinz Charles und Diana war die Queen "not amused". 

Im Bild: Die Queen mit durchsichtigem Regenschirm, damit ihr Gesicht niemals verdeckt wird. Doch die Königin erholte sich davon. Im Gegensatz zu vielen früheren Bildern, lächelt sie vor allem in den vergangenen Jahren sehr oft, was sie viel sympathischer macht. Vielleicht auch ein Versuch, die Windsors beim Volk wieder beliebter zu machen? Mit einem hat die 85-Jährige wenigstens immer etwas zu Lachen: Prinz Philip. Auch wenn ihr 89-jähriger Gatte immer wieder durch schrulliges Verhalten und verbale Ausrutscher auffällt. Bei der Hochzeit 2005 von Prinz Charles mit seiner Langzeitliebe Camilla Parker-Bowles nahm die Königin zwar teil, hielt sich jedoch dezent im Hintergrund. Auf ihre Enkel ist die Königin sehr stolz. Nach der skandalfreien Beziehung von  Prinz William und seiner Kate, die am 29. April 2011 heirateten, und dem Wandel Prinz Harrys vom Partyprinz zum Offizier darf sie das auch sein. Zu ihrer Mutter, Lady Elizabeth, hatte die Queen immer eine gute Beziehung. "Queen Mum", wie sie vom Volk liebevoll genannt wurde, starb 101-jährig 2002. Während ihrer beinahe 60 Jahre andauernden Regentschaft überdauerte die Queen viele Herrscher  - wie den persischen Schah Reza Pahlavi und lernte immer wieder interessante Persönlichkeiten kennen. Ein herzliches Lächeln hatte die Königin für den amerikanischen Präsidenten Richard Nixon, ... ... ein wenig schockiert war sie wohl über das Latex-Kleid von Lady Gaga, aber ... ... dafür war sie mit Präsident Barack Obama bei einem Gläschen ganz entspannt. Die britische Königin ist Schirmherrin von über 600 wohltätigen Organisationen und wird scheinbar nie müde. Sie stellt sich allen Herausforderungen - pflanzt sogar eigenhändig Bäume und ... ... geht immer mit der Zeit. Die Queen ist eine fleißige Biene. Laut dem Forbes Magazine ist sie 480 Millionen Euro schwer, dabei aber nur in den hinteren Rängen anderer Adeliger. 

Im Bild: Die Queen vor ihrem Portrait, das auf dem Schiff "Queen Elizabeth" hängt. Die Queen und Prinz Philip beim Ausüben ihrer Arbeit im Thronsaal. Die Grande Dame Großbritanniens überstand einen Weltkrieg, viele familiäre Skandale und politische Herausforderungen. Mit oft stoischen Blick meisterte sie ihren Job und wird es auch in Zukunft majestätisch tun.
(KURIER.at / ar, Lydia Kozich) Erstellt am
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