Welches Verbot Ex-Prinz Andrew im neuen Zuhause zum Verhängnis werden könnte

Ex-Prinz Andrew steht vor einem grauen Zaun, trägt einen dunklen Anzug und eine gelbe Krawatte.
Der in Ungnade gefallene Andrew hatte zuvor über 20 Jahre in der herrschaftlichen Royal Lodge gelebt.

Anfang Februar wurde bekannt, dass der im Epstein-Skandal tief gefallene frühere britische Prinz Andrew aus dem royalen Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor ausgezogen ist. Das berichteten britische Medien übereinstimmend. 

Der Bruder von König Charles III., der wegen seiner Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein alle Ehren und Titel hatte abgeben müssen, ist demnach aus der Royal Lodge in ein Haus namens Wood Farm auf dem Landsitz Sandringham gezogen. Es soll es sich zunächst um eine temporäre Bleibe handeln - der endgültige Umzug soll im April erfolgen. 

Entrance to Wood Farm near Sandringham Estate

Die Einfahrt zur Wood Farm

Freiwillig ist Andrew nicht ausgezogen, die Maßnahme hatte Charles III. bereits im Oktober praktisch angeordnet. In der herrschaftlichen Royal Lodge hatte Andrew über 20 Jahre lang gelebt. Die BBC veröffentlichte Fotos, die am Montag aufgenommen worden sein sollen und den 65-Jährigen beim Reiten im Windsor-Park zeigen. 

In Sandrinham sind eigentlich keine Hunde erlaubt

Künftig soll Andrew Berichten zufolge die Marsh Farm bewohnen. Das Haus befindet sich ebenfalls in Sandringham. Dabei könnte sich ein Problem auftun: Laut der offiziellen Website des Anwesens sind in Sandrinhgam keine Hunde erlaubt. "Hunde sind im Sandringham House und in den Gärten nicht gestattet, mit Ausnahme von registrierten Assistenzhunden", heißt es da. Zumindest gilt das Verbot für Besucher und Besucherinnen. 

Die Regel könnte Andrew zum Verhängnis werden. Denn und Ex-Frau Sarah Ferguson hatten nach dem Tod von Königin Elizabeth II. deren verwaiste Corgis - Muick und Sandy - aufgenommen, wie eine Sprecherin der beiden 2022 erklärte. Andrew und Ferguson lebten trotz Trennung zusammen in der Royal Lodge. Ob sie mit ihm umgezogen ist, ist unklar. Genauso fraglich: ob die Hunde mitkommen durften.

Prinz Andrew wurde von der britischen Presse häufig als "Lieblingssohn" der Queen dargestellt. Es war Andrew, der der Königin die Corgis als Welpen geschenkt hatte. Muick war gemeinsam mit einem weiteren Welpen, Fergus, im Frühling 2021 auf Schloss Windsor eingezogen, um die Queen während der Corona-Quarantäne aufzuheitern. Nur wenige Wochen später starb Fergus im Alter von fünf Monaten. Zum Trost schenkten Andrew und seine Töchter Beatrice und Eugenie der Queen dann Sandy.

Andrews Rolle in den Epstein-Akten 

Der Ex-Prinz, der als Bürgerlicher nur noch Andrew Mountbatten-Windsor heißt, war auch in den jüngst veröffentlichten Dokumenten aus den Epstein-Akten prominent aufgetaucht. Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem Mädchen und junge Frauen zum Opfer fielen. 2019 starb er in Haft. Andrew wies die Vorwürfe, in die Machenschaften verwickelt und sich selbst des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht zu haben, immer zurück. 

Die Auswertung der jüngsten Dokumente insbesondere durch britische Medien dauert weiter an. Berichtet wird unter anderem über Fotos, die von Andrew in Verbindung mit Epstein aufgenommen wurden, sowie mutmaßliche E-Mail-Verläufe zwischen beiden. Andrew kommentierte diese bislang nicht. Nur die Nennung in den Epstein-Akten bedeutet nicht, dass ein Fehlverhalten vorliegt. Die inzwischen gestorbene US-Amerikanerin Virginia Giuffre hatte einst eine Zivilklage gegen Andrew angestrebt. Sie warf ihm vor, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben, unter anderem als Minderjährige im Jahr 2001 in London. Die Klage endete in einem Vergleich. Auch Andrews Ex-Frau, Sarah „Fergie“ Ferguson, taucht prominent in den Akten auf. Die Dokumente verstärken den Eindruck der sehr freundschaftlichen Beziehungen zu Epstein. Auch Ferguson hatte ihren Titel als Herzogin von York, den sie nach der Scheidung hatte behalten dürfen, abgeben müssen.

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