Skandal um Royal-Event: BBC verweigert Ausstrahlung

Am Montag versammelten sich Charles, William, Kate und weitere ranghohe Royals, um den Commonwealth-Gottesdienst in der Westminster Abbey zu begehen.
William und Charles

Der britische Sender BBC hat sich inmitten der angespannten geopolitischen Lage für eine drastische Maßnahme entschieden und die Live-Übertragung des jährlichen Commonwealth-Gottesdienstes in der Westminster Abbey abgesagt - eine Entscheidung, die mit einer Welle an Kritik einherging.

BBC streicht Commonwealth-Gottesdienst aus dem Programm

Der Gottesdienst, an dem zahlreiche hochrangige Mitglieder der königlichen Familie teilnehmen, wurde seit 1989 live von der BBC übertragen. Am Montag entschied der Sender jedoch, stattdessen die Immobiliensendung "Escape to the Country" auszustrahlen.

Die BBC rechtfertigte das Streichen der Gottesdienst-Übertragung mit Budgetkürzungen. "Unsere Entscheidung, die Commonwealth-Feierlichkeiten nicht wie in den Vorjahren zu übertragen, spiegelt die schwierigen Entscheidungen wider, die wir angesichts unserer finanziellen Herausforderungen treffen müssen", zitiert das Nachrichtenportal express.uk.co aus der Stellungnahme des Senders. 

BBC News plane, "über den Gottesdienst auf all seinen Plattformen zu berichten, einschließlich der BBC One-Nachrichtensendungen und des Live-Nachrichtenkanals".

Zuvor hatte unter anderem Adelsexpertin Ingrid Seward die Entscheidung auf das Schärfste verurteilt: "Das ist eine lächerliche und schlimme Entscheidung. Die BBC macht das schon seit Jahren, und es ist der wichtigste Termin im Kalender, um das Commonwealth zu feiern."

Seward hatte gewarnt, dass das Commonwealth ohne die mediale Übertragung des Senders zusehends an Bedeutung verlieren könnte - was sowohl für die Mitgliedsstaaten als auch für die Monarchie einen Prestigeverlust bedeute.

Entscheidung der BBC für Charles "Schlag ins Gesicht"

Doppelt bitter für die Royals: In London wurden im Vorfeld des Commonwealth-Days auch Proteste gegen den König angekündigt. 

"Es gibt kaum ein Event mit König Charles ohne Proteste. Was ihn aber am meisten erschüttert, ist, dass die BBC nun entschieden hat, dass das erste Mal seit 36 Jahren dieses wichtige Event, der Commonwealth Day, nicht übertragen wird", meint dazu Königshausexpertin Leontine von Schmettow. "Es heißt, aus Kostengründen. Aber für König Charles, der ja das Oberhaupt des Commonwealth ist [...] ist das ein Schlag ins Gesicht."

Der Commonwealth-Tag ist ein jährlicher Feiertag, der von Menschen im gesamten Commonwealth begangen wird. Der Commonwealth-Gottesdienst fand heuer am 9. März 2026 statt und markierte den Höhepunkt einer einwöchigen Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten im gesamten Commonwealth.

König Charles III. im Gespräch mit einem Mann, der eine Urkunde hält.

König Charles

Der König und die Königin wurden zum Gottesdienst vom Prinzen und der Prinzessin von Wales, der Princess Royal und ihrem Ehemann, Vizeadmiral Sir Tim Laurence, sowie dem Herzog und der Herzogin von Gloucester begleitet. In einer schriftlichen Botschaft für den Gottesdienst sprach Charles angesichts der anhaltenden Konflikte weltweit vom "unerschütterlichen Geist des Commonwealth".

Der König appellierte an die 56 Mitgliedstaaten des Staatenverbundes, das Commonwealth als "Kraft des Guten" in einer zunehmend instabilen Welt zu stärken. In einem bereits am 7. März vorab veröffentlichten Auszug aus seiner Rede erklärte der Monarch: "Wir kommen an diesem Commonwealth Day in einer Zeit großer Herausforderungen und großer Möglichkeiten zusammen. In unserer Welt sehen sich Gemeinschaften und Nationen zunehmendem Druck durch Konflikte, den Klimawandel und rasante Transformationen ausgesetzt. Und doch zeigt sich gerade in solch schwierigen Momenten der beständige Geist des Commonwealth am deutlichsten."

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