Marius Borg Høiby verteidigt unter Tränen Eltern und wirft Ex-Freundin Gewalt vor
Der Prozess gegen Marius Borg Høiby, der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, ist in vollem Gange – und sorgt beinahe täglich für Schlagzeilen.
Am 24. Februar fand bereits der 14. Prozesstag statt. Nachdem Høibys Ex-Freundin Nora Haukland schwere Vorwürfe gegen ihn und seine Eltern erhob (mehr Details dazu finden Sie hier), platzte dem 29-Jährigen der Kragen. Vor Gericht verteidigte er seine Mutter und seinen Stiefvater, Kronprinz Haakon. Er fand aber auch erklärende Worte, was sein eigenes Verhalten betrifft – damals und heute.
"Sie waren nur nett und haben versucht, mir zu helfen"
Wie die norwegische Zeitung Verdens Gang (VG) berichtet, sprach Høiby im Zeugenstand von einer starken emotionalen Anspannung während seiner Aussage, die er auch darauf zurückführte, einige Medikamente nicht eingenommen zu haben: "Ich glaube, mein Puls lag bei 160, als ich hier reinkam. Ich wollte noch ein paar Dinge ansprechen, die Nora in ihrer Erklärung über meine Mama und Haakon gesagt hat."
Dabei habe ihn vor allem berührt, wie Haukland über sein familiäres Umfeld gesprochen habe. In Tränen ausbrechend, kritisierte er ihre Darstellung: "Sie waren nur nett und haben versucht, mir zu helfen. Ich war wütend und frustriert […] Gerechtigkeit muss geschehen!" Høiby ließ es sich zudem nicht nehmen zu betonen: "Mama und Haakon waren immer die liebenswertesten Menschen der Welt. Sowohl zu Nora als auch zu mir. Wie sie sie hier beschreibt – ich bin so wütend. Mir fehlen die Worte." Er sei überzeugt, Haukland hätte diese Vorwürfe nur erhoben, um "Aufmerksamkeit" zu bekommen. Zudem wolle sie seine Eltern "in die Pfanne hauen", ist Høiby überzeugt.
Während dieser Aussage von Høiby war Haukland nicht vor Ort.
"Ich war sehr wütend"
Høiby schilderte außerdem, wie er die Beziehung zu Haukland erlebt habe. Zwar räumte er ein, häufig eifersüchtig und wütend gewesen zu sein und sie angeschrien zu haben, er bestritt jedoch vehement, sie jemals gewürgt zu haben. Bloß ihre festen Umarmungen habe er nicht ausstehen können, seien emotional zu viel für ihn gewesen.
Stattdessen sprach Høiby laut VG davon, dass er oft das Bedürfnis gehabt habe, schwierigen Situationen zu entfliehen: "In solchen Situationen möchte ich einfach nur weg […] Ich möchte einfach nur aus dieser Situation heraus. Ich möchte weg, um durchatmen zu können. Um in Ruhe nachdenken zu können."
Der 29-Jährige machte auch deutlich, dass die Konflikte in der Beziehung keineswegs einseitig gewesen seien. So behauptete er, Haukland habe ihn ebenfalls angeschrien: "Ich war sehr wütend. Ich habe sie schon mehrmals angeschrien. Unzählige Male hat sie dasselbe getan. Auch mich hat sie angeschrien. Es liegt nicht daran, dass ich ein großer Mann wäre, der sie ständig anschreit, und dass sie klein ist, wie sie behauptet." Die Gewalt sei nicht von ihm, sondern vielmehr von Haukland ausgegangen: "Sie hat mich oft geschlagen. Sie hat mich oft angeschrien. Wenn wir gestritten haben, wurde es laut."
Høiby muss sich seit Anfang des Monats vor dem Osloer Bezirksgericht verantworten, der Prozess dauert sieben Wochen. Er ist in 38 Punkten angeklagt, unter anderem wegen vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht und Körperverletzung.
Die schwersten Vorwürfe hatte er zum Prozess-Auftakt bestritten. Einige andere Taten - darunter Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogenmissbrauch und Verkehrsdelikte - hatte er teilweise eingeräumt.
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