Ex-Palastkoch: Welches Lebensmittel Charles auf dem Menüplan dick durchstreichen würde
König Charles III.
Der britische König Charles kann aus Umweltschutzgründen in der Küche angeblich ganz schön streng sein. Dem früheren Palastkoch Darren McGrady zufolge würde in der Royal Family besonderes Augenmerk auf saisonale Lebensmittel gelegt. "Wenn ich im Jänner Erdbeeren auf die Speisekarte gesetzt hätte, wäre ein dicker schwarzer Strich durch den Menüplan gezogen und diese Erdbeeren gestrichen worden", zitiert das Magazin Marie Claire den Kulinarik-Experten.
Keine Erdbeeren im Winter, keine Stopfleber
Es hätte geheißen: "'Wie können Sie es wagen, im Jänner Erdbeeren vorzuschlagen' - König Charles hätte dazu sicher die gleiche Meinung", so McGrady.
Charles gilt auch als Gegner von Stopfleber. In seinen Palästen darf keine Foie gras serviert werden, entschied der Monarch. Charles hat den Bann schon vor vielen Jahren beschlossen. Er soll die Delikatesse, die etwa in Frankreich vielerorts traditionell zum Weihnachtsschmaus gehört, einmal als "ekelhaft" beschrieben haben. Für die Stopfleber werden Gänse und Enten über ein direkt in den Hals geschobenes Rohr gemästet. Dabei handelt es sich um eine krankhaft vergrößerte Fettleber, die bis zu zehnmal so groß ist wie die Leber eines gesunden Tieres, was gravierende Nebenwirkungen wie Leberblutungen und Herzversagen mit sich bringt.
Foie gras ist aber nicht das einzige Lebensmittel, das am Hof verboten ist. Allerdings geht es bei den meisten anderen Gerichten nicht um Tierliebe oder -schutz. Pilze dürfen nur genutzt werden, wenn sie aus den eigenen Ländereien stammen. Und Charles soll tatsächlich ein großer Freund von Lammbraten sein.
Übrigens: Wer schon immer einmal für einen echten König kochen wollte, hatte 2023 die Chance dazu: Das Königshaus hatte die Stelle eines so bezeichneten Premier Souschefs ausgeschrieben, das ist der Vize des Küchenchefs. Gelockt wurde unter anderem mit einem "kompetitiven Gehalt" für die Vollzeitstelle mit 45-Stunden-Woche und Wochenend-Einsätzen. "Sie unterstützen den Chefkoch, indem Sie das Tagesgeschäft führen, und stellen sicher - ob bei Mitarbeiter-Essen oder großen Staatsbanketts - dass jede Mahlzeit mit dem höchsten Standard serviert wird", hieß es in der Stellenausschreibung auf der Webseite des Royal Household. Das königliche Küchenteam umfasste demnach damals 30 Mitarbeitende und arbeitet an sechs Residenzen.
Mitbringen mussten Bewerber und Bewerberinnen unter anderem Erfahrung als "hochqualifizierter Koch", mit Erfahrung im Führungsbereich einer "fine dine" oder "Fünf-Sterne-Gastronomie", wie es weiter hieß. Im Gegenzug bot der Palast 33 Urlaubstage, von denen allerdings acht Feiertage abgezogen werden. Zudem hatte die erfolgreiche Kandidatin oder der erfolgreiche Kandidat die Möglichkeit, eine Unterkunft am Arbeitsplatz zu erhalten mit Essen inklusive, jedoch nur für sich alleine und zu einem Gehaltsabschlag. Dafür können dann "eine Reihe von Freizeiteinrichtungen" genutzt werden.
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