Das mysteriöse Vermögen von Ex-Prinz Andrew - erwirtschaftet ohne Einkommen
Prinz Andrew
Als Spross des britischen Adelshauses verkehrte Andrew Mountbatten-Windsor mit den reichsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt - darunter auch Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, was dem Bruder von König Charles III. schließlich zum Verhängnis wurde. Andrew verlor all seine Titel und Ehren und musste aus der Royal Lodge ausziehen. Am Donnerstag wurde der Ex-Prinz festgenommen. Die Polizei hatte zuvor Ermittlungen gegen den Andrew zu mutmaßlichem "Fehlverhalten in Ausübung offizieller Funktionen" eingeleitet (dazu mehr).
Experte: Wie Andrew sein Luxus-Leben finanziert, bleibt ein Rätsel
Sein Leben in der Royal Lodge war aber nicht der einzige Luxus, den Andrew bis vor Kurzem genoss. Jahrelang soll der 66-Jährige einen ausschweifenden Lebenswandel geführt haben. Sein luxuriöses Dasein finanzierte sich der ehemalige Herzog von York einst vor allem durch eine Marinepension, Zuwendungen seiner Mutter Königin Elisabeth II. und umstrittene internationale Geschäftsverbindungen. Nach seinem Rückzug vom royalen Parkett im Jahr 2019 fielen öffentliche Gelder weg - wobei Andrew durch Immobilienverkäufe und kolportierte Finanzspritzen aus dem königlichen Umfeld wohlhabend blieb. Laut der Plattform Celebrity Net Worth wurde Andrews Vermögen im Jahr 2025 auf drei Millionen Pfund (aktuell rund 3,4 Millionen Euro) geschätzt.
Wie hoch sein Vermögen aktuell ist, ist nicht bekannt. Die einzige öffentlich bekannte Einnahmequelle des Königsbruders ist laut der britischen Boulevardzeitung Mirror eine Pension, die er von der Royal Navy für seine Tätigkeiten von 1979 bis 2001 erhält. Die Pension beläuft sich Berichten zufolge auf etwa 20.000 Pfund pro Jahr.
Darüber hinaus, so der königliche Biograf Andrew Lownie, bleibe es "ein Rätsel, wie Andrew sich einen so extravaganten Lebensstil leisten konnte, ohne über andere Einkommensquellen zu verfügen". "Niemand weiß davon, außer Leute wie David Stern und sein Buchhalter Arthur Lancaster", stellt der Adelsexperte gegenüber Mirror kritisch fest.
Höhe von Queen-Erbe unklar
Es sei auch unklar, wie viel die verstorbene Königin Elizabeth II. Andrew hinterlassen hat, meint dazu der ehemalige Staatsminister im Innenministerium, Norman Baker, der die Finanzen der königlichen Familie untersucht hat. Die genaue Quelle von Andrews offensichtlichem Reichtum bleibe unklar. "Niemand weiß, wie viel ihm die verstorbene Königin hinterlassen hat, und wir wissen auch nicht, wie viel er von seinen zwielichtigen Kontakten bekommt", so Baker. "Wir wissen nur, dass er sich Geld von seiner Familie leihen musste, um Virginia Guiffre auszuzahlen. Außer Leuten wie David Stern und seinem Buchhalter Arthur Lancaster."
Andrew einigte sich 2022 außergerichtlich mit Epstein-Opfer Giuffre, um eine Zivilklage wegen sexuellen Missbrauchs abzuwenden. Der geschätzte Gesamtbetrag belief sich auf rund 12 Millionen Pfund (ca. 14-15 Millionen Euro), wobei ein Teil an eine Wohltätigkeitsorganisation floss. Die inzwischen verstorbene Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben - Anschuldigungen, die der ehemalige Duke of York bestreitet.
Um für den außergerichtlichen Vergleich mit der Klägerin aufzukommen, soll Andrew damals eine Luxus-Villa in den Schweizer Alpen verkauft haben. Das Anwesen im Schweizer Skiort Verbier wurde auf 18 Millionen Pfund geschätzt.
Viel spekuliert wurde aber auch, ob Queen Elizabeth II. ihren zweitältesten Sohn bei der Zahlung unterstützte. Der Telegraph berichtete damals, es werde Geld der Queen aus dem Duchy-of-Lancaster-Anwesen in die Zahlungen fließen.
Luxus-Pension von König Charles?
Die finanzielle Unterstützung für Andrew wirft Fragen auf, insbesondere vor dem Hintergrund seiner gewinnbringenden Immobiliengeschäfte. Laut The Times verkaufte er 2007 seinen Wohnsitz Sunninghill Park, den er von Queen Elizabeth II. geschenkt bekommen hatte und für den er keine Miete zahlte, an einen Geschäftsmann aus Kasachstan für 15 Millionen Pfund – deutlich über dem damaligen Marktwert. Die Hälfte des Erlöses, so The Times, floss in die Renovierung der Royal Lodge, während Andrew den Rest privat behalten konnte.
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