Adelsexperte: Statements von William & Charles über Epstein-Skandal werfen Fragen auf

Der König und der Thronfolger haben sich kürzlich zur Causa Epstein geäußert. Ex-Prinz Andrew war mit dem Sexualstraftäter befreundet.
Nahaufnahme von Prinz William mit Bart, der nach links blickt.

Andrew Mountbatten-Windsor droht ein noch tieferer Fall: Nachdem die Epstein-Akten neue Vorwürfe gegen den in Ungnade gefallenen Ex-Prinz ans Licht gebracht hatten, kündigte König Charles III. diese Woche an, die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen seinen jüngeren Bruder zu unterstützen. Es geht um vertrauliche Informationen, die an den verstorbenen US-Multimillionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben worden sein sollen.

Der König habe seine tiefe Besorgnis über die Vorwürfe hinsichtlich des Verhaltens seines Bruders bereits durch Worte und ein beispielloses Vorgehen deutlich gemacht, sagte ein Sprecher des Buckingham-Palasts. Er fügte hinzu: "Die konkreten Vorwürfe sind von Herrn Mountbatten-Windsor zu klären." "Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört." Die Gedanken und Sympathien des Königspaars seien stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs, hieß es in der Mitteilung weiter.

Andrew hat wegen seiner angeblichen Verwicklung in den Missbrauchsskandal um Epstein alle Ehren, militärische Ränge und Titel verloren. Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben, darunter auch, als sie noch minderjährig war. Er stritt alle Vorwürfe stets ab, doch eine Zivilklage Giuffres endete im Vergleich.

"Großartig, dass Charles mit Behörden arbeiten will, aber..."

Dass das Königshaus Stellung bezieht, war dem britischen Adelsexperten und Autor Omid Scobie zufolge überfällig. "Ich denke, diese Entscheidung, sich zu äußern, kam zwar vielleicht etwas zu spät, aber immer noch besser als gar nichts", sagt Scobie im Gespräch mit dem Promiportal Us Weekly. "Ich finde es großartig, dass König Charles bereit ist, mit den britischen Behörden zusammenzuarbeiten, aber gleichzeitig wirft dies Fragen darüber auf, wer was wann wusste, und damit meine ich nicht unbedingt die derzeitigen hochrangigen Royals. Ich meine, welche hochrangigen Berater wussten die ganze Zeit, was vor sich ging, und haben die Augen verschlossen, weil viel mehr passiert ist, als wir jemals gedacht hätten?"

Williams und Kates "Gedanken bei den Opfern"

Thronfolger Prinz William und seine Frau Prinzessin Kate hatten sich diese Woche ebenfalls besorgt gezeigt. "Ich kann bestätigen, dass der Prinz und die Prinzessin über die anhaltenden Enthüllungen zutiefst besorgt sind", hieß es aus dem Kensington-Palast mehreren Medienberichten zufolge. "Ihre Gedanken sind weiterhin bei den Opfern", heißt es weiter. 

Dass sich Mitglieder der royalen Familie zu solchen Vorgängen äußern, gilt als ungewöhnlich. Bisher hatte sich das britische Königshaus mit Äußerungen zurückgehalten. 

Der 65-jährige Andrew pflegte eine enge Freundschaft zu Jeffrey Epstein, der über Jahre einen Missbrauchsring betrieben hatte, dem Mädchen und junge Frauen zum Opfer fielen. 2019 starb Epstein in Haft.

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