Adelsexperte: "Eugenie und Beatrice fühlen sich von Vater Andrew getäuscht"

Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor mit grauen Haaren im Anzug und gemusterter Krawatte steht vor unscharfem Hintergrund.
Der tief in den Epstein-Skandal verwickelte Ex-Prinz Andrew soll Sexualstraftäter Epstein gemeinsam zum Abendessen in den Palast eingeladen haben.

Thronfolger Prinz William und seine Frau Prinzessin Kate zeigten sich besorgt über den Epstein-Skandal, in den auch der ehemalige britische Prinz Andrew verwickelt ist. "Ich kann bestätigen, dass der Prinz und die Prinzessin über die anhaltenden Enthüllungen zutiefst besorgt sind", hieß es aus dem Kensington-Palast mehreren Medienberichten zufolge. "Ihre Gedanken sind weiterhin bei den Opfern." 

Dass sich Mitglieder der royalen Familie zu solchen Vorgängen äußern, gilt als ungewöhnlich. Bisher hatte sich das britische Königshaus mit Äußerungen zurückgehalten. Der jüngere Bruder von Charles III., der als Bürgerlicher nur noch Andrew Mountbatten-Windsor heißt, war in den jüngst veröffentlichten Dokumenten aus den Epstein-Akten prominent aufgetaucht. Der 65-Jährige pflegte eine enge Freundschaft zu Jeffrey Epstein, der über Jahre einen Missbrauchsring betrieben hatte, dem Mädchen und junge Frauen zum Opfer fielen. 2019 starb Epstein in Haft. 

Dem Autor ("The Windsor Legacy") und Adelsexperten Robert Jobson zufolge sind auch Andrews Töchter, die Prinzessinen Eugenie und Beatrice irritiert von den Enthüllungen. "Sie sind ziemlich hin- und hergerissen, weil sie (ihrem Vater) geglaubt haben", sagt Jobson dem US-People-Magazin. "Genau wie die verstorbene Königin und Charles hat Andrew ihnen allen dieselbe Geschichte erzählt – dass er nichts Falsches getan habe. Meiner Meinung nach fühlen sie sich durch die ganze Sache ziemlich getäuscht." Eugenie und Beatrice würden nun mit den Konsequenzen kämpfen. "Ich glaube, dass sie ihrem Vater geglaubt haben, und jetzt hat sich das alles gegen sie gewendet". Besonders Eugenie halte die Situation nur "sehr schwer" aus.

Prinzessin Eugenie und Prinzessin Beatrice lächeln mit Hüten und karierten Mänteln.

Die Prinzessinen Eugenie (links) und Beatrice

Zuletzt wurde etwa auch öffentlich, dass der tief in den Skandal verwickelte Andrew Sexualstraftäter Epstein gemeinsam mit einer Frau aus Rumänien zum Abendessen in den Buckingham Palace eingeladen haben solle. Neu veröffentlichte Mails in dem Fall legen der Nachrichtenagentur PA zufolge nahe, dass die Einladung im September 2010 ausgesprochen wurde. Die Frau soll Teil einer Gruppe gewesen sein, die Epstein in London begleitet habe. 

Epsteins Begleitung sollte "Leben in die Bude" bringen 

Vor dem Treffen hatte Epstein Andrew demnach geschrieben, um eine Zeit für das gemeinsame Abendessen zu vereinbaren. Darauf soll Andrew geantwortet haben: "Großartig! Wo willst du hingehen - in den Buckingham Palace oder in einen privaten Raum oder ein Restaurant?" Später soll Epstein Andrew geschrieben haben: "Ich möchte Zeit mit dir allein verbringen, aber ich bin hier mit (Namen geschwärzt). Soll ich sie alle mitbringen, um etwas Leben in die Bude zu bringen?" Andrew soll das bejaht haben. Außerdem soll Epstein geschrieben haben: "Bringe noch eine Rumänin (Name geschwärzt) mit, sehr süß." Über die weiteren Pläne, anwesenden Personen und den Verlauf des Abends gibt es laut PA keine Angaben. Am nächsten Tag soll Epstein aber an Andrew geschrieben haben: "Hat viel Spaß gemacht, später mehr." Den Angaben zufolge soll der US-Geschäftsmann der Frau zudem gesagt haben, Andrew habe sie "schön" gefunden. 

War Andrew Stargast bei einer Promi-Party von Epstein in New York? 

Im Dezember darauf soll Andrew der BBC zufolge Stargast einer ausgelassenen Promi-Party in Epsteins Stadthaus in New York gewesen sein - laut dem Sender das letzte bekannte persönliche Treffen der beiden. Doch der Kontakt sei damit entgegen früherer Angaben Andrews nicht beendet gewesen. Noch im selben Monat habe sich Andrew demnach bei Epstein gemeldet, um seiner "US-Familie" Weihnachtsgrüße zu übermitteln. Er soll geschrieben haben: "Freue mich, euch alle bald wiederzusehen." 

Andrew wies die Vorwürfe, in die Machenschaften verwickelt und sich selbst des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht zu haben, immer zurück. Wegen seiner Verbindung zu Epstein musste er alle Ehren und Titel abgeben und zuletzt auch aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen. Britischen Medien zufolge war William die treibende Kraft hinter dem Durchgreifen des Königs. 

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