Ralf Schumacher: "Morgens beim Aufstehen habe ich mehr Rückenschmerzen"
Ralf Schumacher
Was wird in die Ringe graviert? Schafft Sohn und Trauzeuge David es rechtzeitig zur Hochzeit? Und macht ein dunkelblauer Anzug schlank? Ralf Schumacher und sein Partner Étienne Bousquet-Cassagne teilen ihre Hochzeitsvorbereitungen mit dem Fernsehpublikum. An diesem Donnerstag (21. Mai) startet die vierteilige Doku-Serie "Ralf & Étienne: Wir sagen Ja" bei Sky.
"Es ist auf der einen Seite etwas sehr Privates, aber auf der anderen Seite auch etwas ganz Normales", hatte der ehemalige Formel-1-Pilot Schumacher (50) bei der Vorstellung der Serie in München gesagt. Die Dokumentation sei "eine Gelegenheit, einfach mal zu zeigen, wie wir leben" und auch "gewissen Vorurteilen vorauszueilen".
Doku gegen Vorurteile
Die gebe es - "auch was den Altersunterschied angeht", sagte Schumacher der Deutschen Presse-Agentur. Sein Lebensgefährte ist mit 36 Jahren 14 Jahre jünger als er. "Morgens beim Aufstehen habe ich mehr Rückenschmerzen", sagt Schumacher im Interview. "Nein, Spaß beiseite, ich habe keine Ahnung. Étienne ist ja vom Typ her auch sehr konservativ - also alles normal."
Im Mittelpunkt der Serie steht die Beziehung der beiden vom Typ her dann doch sehr unterschiedlichen Männer - der eine (Ex-Rennfahrer eben) ein wenig ruhelos, der andere eher detailverliebt. Man sieht die beiden und ihren Weinhandel, beim Gespräch mit Schumachers Sohn David - oder nach einer Schönheits-OP. Étienne will glatt sein für die Hochzeit.
"Es gibt ja viele prominente Hochzeiten, die gezeigt werden, und dann nochmal - on top eben - eine solche Hochzeit zwischen Mann und Mann zu zeigen, soll ja eigentlich auch nichts Besonderes sein. Es soll einfach nur rüberkommen, wie wir leben, was wir tun, und dass wir den schönsten Moment in unserem Leben mit anderen teilen wollen. Das soll eigentlich die Message sein - nichts anderes", sagte Schumacher der dpa.
Ein Termin für die Hochzeit platzte
Aber: "Wenn dann daraus noch entsteht, dass sich der ein oder andere dann auch noch traut, eben so eine Entscheidung zu treffen, dann ist das umso schöner. Es kam schon hier und da auch das Feedback: Vielen Dank, dass ihr das so macht, das hat mir auch Kraft gegeben, eine Entscheidung zu treffen. Und das war auch mit ein Grund, warum wir das so machen."
Auch Bousquet-Cassagne bezeichnete die Hochzeit als logische Folge. "Wir haben immer gesprochen über eine Hochzeit und wir hatten auch schonmal einen Termin gemacht, aber dann war der Bürgermeister weg und wir hatten die Idee dann erstmal vergessen." Jetzt soll es im Mai in Saint-Tropez bei einer dreitägigen Feier so weit sein. Die Kameras begleiten das Paar dabei.
Ihr Umfeld habe schon lange von ihrer Liebe gewusst, sagte Schumacher - und nach seinem Coming-out habe sich auch nicht viel geändert. "Was heißt ein Pionier? Ich hatte die Erwartung ja gar nicht. Ich habe das einfach gemacht, ganz egoistisch für uns beide. Und trotzdem kamen dabei so viele positive Dinge raus. Wir waren letztens beim Mittagessen. Dann stehe ich auf, habe meine Rechnung bezahlt, und der Kellner sagt dann zu mir: "Vielen, vielen Dank, das hat uns so viel gegeben, ich bin auch schwul." Ich glaube deshalb nochmal umso mehr, dass es einfach schön und normal ist, das auch zu zeigen."
Ralf Schumacher - Bruder des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher - hatte im Juli 2024 in einem Instagram-Post seine Homosexualität und Beziehung öffentlich gemacht. Schumacher war früher auch selbst erfolgreicher Rennfahrer. Er startete in 180 Formel-1-Rennen, sechs davon beendete er als Sieger. Ralf Schumacher war mit Cora Schumacher verheiratet, das Paar hat einen gemeinsamen Sohn und ist seit vielen Jahren getrennt.
Warum es keinen Antrag gab
Auch wenn Schumacher und Bousquet-Cassagne groß und öffentlich feiern - die Entscheidung dazu fiel aber ohne großes Tamtam. "Es ist deshalb nicht unromantisch, aber es ist jetzt nicht so, dass irgendeiner auf die Knie vor dem anderen gefallen wäre", sagte Schumacher der dpa. "Dieses Klassische, das habe ich jetzt so nicht gemacht." Die Idee sei eher aus dem Umfeld des Paares an die beiden herangetragen worden: "Wann ist es denn endlich so weit und so."
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