"Sie konnten sehen, wie dünn ich war": Lily Allen über traumatisches Scheitern ihrer Ehe

Lily Allen
Im Interview mit "Elle UK" spricht Lily Allen über das Zerbrechen ihrer Ehe und den Entstehungsprozess ihres Albums "West End Girl".

Es war keine schöne Trennung: 2025 wurde nach längeren Gerüchten bekannt, dass sich Lily Allen und David Harbour getrennt haben. Der Schauspieler soll auf Dating-Apps aktiv gewesen sein und die Sängerin jahrelang mit einer Visagistin betrogen haben - Allen rechnete mit ihrer toxischen Ehe daraufhin auf ihrem neuen Album "West End Girl" ab, das am 25. Oktober erschienen ist. 

Doch so desillusionierend das Zerbrechen der Beziehung mit dem "Stranger Things"-Star auch gewesen sein mag - in ihren dunkelsten Zeiten habe Allen erkannt, wer ihre wahren Freunde sind. Die britische Sängerin, deren Gesundheit aufgrund von Harbours Untreue erheblich gelitten habe, fand auch unerwartete Unterstützung, wie sie nun in einem Interview mit dem Magazin Elle UK verriet. 

Lily Allen: Befreundete Mütter sahen, wie "dünn" ich war

Von einer Gruppe von Müttern aus der Schule ihrer Töchter Ethel (14) und Marnie (13), mit denen sie sich angefreundet hatte, wurde die Musikerin aufgefangen. "Sie waren für mich da, als es mir richtig schlecht ging – sie haben gesehen, wie niedergeschlagen und zurückgezogen ich war, wie dünn ich wurde und wie traurig ich war", erzählte die 40-Jährige Allen, die im Dezember im Podcast "Miss Me?", den sie zusammen mit ihrer besten Freundin betreibt, erstmals über ihre Essstörungen gesprochen hatte. "Sie holten ihre Kinder von den Spielverabredungen ab, und ich kam nicht runter. Ich saß in meinem Zimmer und weinte. Und ich glaube, jetzt, wo dieses Album erschienen ist, freuen sie sich alle für mich", erzählte Allen im Gespräch mit Elle

"West End Girl" ist ein "wütendes" Album

Das fünfte Studioalbum "West End Girl" war Allens erstes Album in über sieben Jahren. Es wird als "brutales, schonungsloses Meisterwerk" beschrieben. Über ihre Arbeit an ihrem jüngsten musikalischen Streich sagte sie: "Ich habe Dinge verarbeitet, die in einer ziemlich traumatischen Zeit passiert sind." 

Sie glaube dennoch nicht, dass es ein besonders selbstreflektiertes Album sei. "Es ist ein wirklich wütendes Album. Und es geht viel mehr um Wut, die sich gegen andere Menschen richtet. Es geht nicht wirklich um Selbstreflexion", verriet sie.

Das Album entfachte auch eine breitere Debatte über Polyamorie und offene Beziehungen - Themen, die Lily Allen auf der Platte besingt, mit denen sie eigenen Angaben zufolge vor ihrer Hochzeit mit Harbour im Jahr 2020 aber keine Erfahrung hatte. "Es ist wirklich verdammt verbreitet, und für manche ist es total aufregend und schön, für andere nicht", lautet Allens Fazit. "Ich habe viele queere Freunde, und als sich meine Beziehung veränderte, sagten meine schwulen Freunde in New York: 'Oh, ich wusste gar nicht, dass Heteros sowas machen!' Ich dachte nur: 'Ich auch nicht!'" 

Lilly Allen und David Harbour hatten sich während der Corona-Pandemie kennengelernt. Ihr Zusammenkommen als Paar wurde durch den Covid-19-Lockdown beschleunigt, da er den Schauspieler und die Musikerin zwang, frühzeitig zusammenzuleben. So hätten sie eigenen Angaben zufolge auch bald festgestellt, dass sie gut zusammenpassen. Das Paar traute sich in Las Vegas, bevor Allen mit ihren beiden Kindern in das Stadthaus des Schauspielers in New York City zog. Die Trennung erfolgte nach rund vier Jahren Ehe.

Kommentare