Harvey Weinstein vor dem New Yorker Supreme Court, Januar 2019.

© REUTERS/Carlo Allegri

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07/05/2019

Harvey Weinstein schickte Spion zu #MeToo-Dokumentation

Der Streamingdienst Hulu drehte eine Doku über die Missbrauchs-Vorwürfe. Weinstein eine Kopie zu schicken, lehnten die Produzenten ab.

"Untouchable" heißt die Dokumentation, die sich mit den Vorwürfen gegen den ehemaligen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein beschäftigt.

Ihm war, in einem der größten Skandale der Filmgeschichte, die Unterdrückung, der sexueller Missbrauch und die Vergewaltigung von über hundert Frauen vorgeworfen worden. Berühmte Schauspielerinnen wie Salma Hayek, Rose McGowan und Gwyneth Paltrow führten die #MeToo-Bewegung an.

Hulu produzierte nun die fragliche Dokumentation. Weinstein soll vorab um eine Kopie des Materials gebeten haben, das Interviews mit Anklägerinnen wie Rosanna Arquette, Hope d'Amore, Paz de la Huerta und Erika Rosenbaum enthält. Eine Quelle aus dem Umfeld Weinsteins bemängelte, dass der Film im bevorstehenden Prozess Voreingenommenheit bewirken könne, wenn seine Anwälte keine angemessenen Gegenargumente fänden. "Wir sollen in diesem Land als unschuldig gelten, bis das Gegenteil bewiesen ist - soweit es mir noch bekannt ist", so die Quelle. Den Film vorab anzusehen könne "entscheidend für die Vorbereitung einer Reaktion sein, die Auswirkungen [auf den Prozess, Anm.] haben könnte. Wir bitten um Rücksicht auf das Leben eines Menschen." Doch die Produzenten lehnten ab.

Page Six wiederum fragte im Umfeld Weinsteins nach, ob "das Team" ob der Dokumentation besorgt sei. Es stellte sich heraus, dass Weinstein einen Spion beim Sundance Film Festival eingeschleust hatte: "Er hat jemanden beim Sundance... Da ist nichts drin", erzählte der Insider.

Filmemacher wollten Weinstein dabei haben

Im August 2018 soll sich das Filmteam zum ersten Mal an Weinsteins Anwälte gewandt haben, um ihn zur Teilnahme an dem Projekt zu bewegen. Im Detail untersucht die Doku, warum Weinsteins mutmaßlicher sexueller Missbrauch jahrzehntelang keine Konsequenzen nach sich zog.

Zum ersten Mal öffentlich gezeigt wird der Film Ende Juli beim 51 Festival, das mit der Organisation "Women of the World" kooperiert. Diese wird von Tina Brown, einer ehemaligen Mitarbeiterin Weinsteins, geleitet.

Im September beginnt der Prozess gegen Weinstein. Es handelt sich um fünf Anklagen, unter Anderem der Vergewaltigung wegen. Er plädiert bis jetzt auf nicht schuldig.