Geschäftstüch­ti­ger Bräutigam Albert

Albert II. vermarktet seine lang erwartete Hochzeit umtriebig, seine Verlobte Charlene riskiert eine dicke Lippe und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

In zwei Wochen ist es soweit: Das zweite große Hochzeits-Highlight des Jahres findet in Monaco statt. Am 1. Juli heiratet Fürst Albert II. seine Langzeitfreundin Charlene Wittstock standesamtlich. Einen Tag später findet die kirchliche Hochzeit mit allem dazugehörigen Pomp statt. Obwohl der Kleinstaat sehr reich ist, ließ sich der Fürst einiges sponsern. Ein geschäftstüchtiger Regent! Vom Auto bis zum Kuli, wie der Fürst mit seiner Hochzeit noch Geld verdient. Für beide Parteien ein einträgliches Geschäft.
Autos: Öko ist Trumpf im Fürstentum Monaco - zumindest nach Außen hin. Das Brautpaar soll nach der Trauung im Hybrid-Auto statt einer herkömmlichen Staatskarosse durch Monacos Straßen rollen. Ein Lexus LS600h - das gleiche Modell nutzt Albert II. auch sonst - wird mit einem Aufwand von 2.000 Arbeitsstunden extra umgebaut. Neben einem luxuriöseren Interieur gehört auch ein Glasdach dazu, damit die jubelnde Menge am Straßenrand das Brautpaar sehen kann. Nach Herstellerangaben soll der Wagen zu 85 Prozent emissionslos fahren. Den Ehrengästen bei der Hochzeit steht eine Flotte von 200 BMW-Limousinen der 7er-Reihe zur Verfügung. 100 von ihnen stellt der Münchner Autobauer in der extra-komfortablen Langversion. Champagner: Das Champagner-Haus Perrier-Jouet mit seinem Cuvee Belle Epoque wird Hoflieferant für das große Ereignis. Im Einzelhandel kostet der Schampus rund hundert Euro - pro Flasche.

Im Bild: Luxus pur: Perrier-Jouet Champagner, Kosten 4000 Euro pro Flasche. Dieser Champagner wird jedoch während der Hochzeit nicht ausgeschenkt. Füller: Mit der Einzelanfertigung "Montblanc Wedding Pen" soll das Fürstenpaar am 1. und 2. Juli 2011 die Heiratsurkunde unterschreiben. Das Design ist nach Herstellerangaben von architektonischen Elementen des Palastes und der Flagge des Fürstentums inspiriert. Eingraviert im Schreibgerät ist das Monogramm des Paars (Bild). Souvenirs: Im Gegensatz zur britischen Hochzeit hält sich der monegassische Hof mit Souvenirs eher zurück. Klassisches Porzellan, statt kitschigem Pomp ist die Devise. Neben den Sponsoren listet die Hochzeits-Website nun auch die offiziellen Souvenirs auf, die Monarchie-Fans online bestellen können. Das billigste ist eine Gedenkmünze für zwei Euro. Das Verlobungsfoto, das Charlene mit hochgestecktem Haar im lindgrünen Kleid zeigt, gibt es für zwölf Euro. Ansonsten: Schlüsselanhänger, Seidenfächer, Kaffeetassen und immerhin einen silberfarbenen Mobiltelefonhalter, jeweils mit dem verschlungenen Monogramm der beiden. Mittlerweile übt sich die künftige Braut schon in Ausübung ihrer Pflichten. Beim Formel-1 Grand Prix von Monaco empfing sie den Sieger Sebastian Vettel an der Seite ihres Verlobten - ganz wie eine Fürstin. Eines jedoch übertrieb Wittstock vor kurzem. Viele Medien spekulieren seit einiger Zeit, dass sich die künftige Landesmutter Monacos ihre Lippen verschönern ließ. Tatsächlich fällt bei genauerem Hinsehen eine leicht üppigere Wölbung auf. Nötig wäre es nicht gewesen. Wir hoffen, Charlene bleibt bei diesem, bisher einzigem, Ausrutscher. Abgesehen von Charlenes Lippe wurde die Hochzeit jedoch durchgeplant. Die beiden Hochzeitstage erhob der Fürst zu nationalen Feiertagen, wobei Restaurants und Geschäfte öffnen dürfen. Das Brautpaar ist bescheiden: Hochzeitsgeschenke sind nicht erwünscht, stattdessen sollen die Gäste Spenden zu Gunsten diverser Organisationen gemacht werden. Im September wird das Fürstenhaus eine Liste veröffentlichen, aus der hervorgehen wird, welche Organisationen die Spenden bekommen haben. Die offiziellen Einladungskarten schreiben eine genaue Kleiderordnung vor. Für Damen sind Hüte obligatorisch, Männer müssen Blazer oder Uniform tragen. Dunkle Anzüge werden "toleriert". Gäste: Die kirchliche Open-Air-Trauung nimmt Monacos Erzbischof Bernard Barsi im Ehrenhof des Palastes am Abend des 2. Juli vor. 850 geladene Gäste sollen dabei sein, weitere 3.500 werden sie auf großen Leinwänden verfolgen können. Knapp zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter von 38 Adelshäusern sind eingeladen. Aus Frankreich kommt Präsident Nicolas Sarkozy, aus Deutschland Bundespräsident Christian Wulff. Österreich ist nach Angaben des Außenministeriums durch Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle vertreten.  Die genaue Gästeliste soll erst Ende Juni veröffentlicht werden. Obwohl die Gästeliste erst knapp vor der Hochzeit bekannt gegeben wird, dürfte eines schon klar sein: Die Queen kommt nicht. Die britische Regentin soll über die späte Ankunft der fürstlichen Verlobten auf Prinz Williams Hochzeit gar nicht "amused" gewesen sein. Die Briten werden vermutlich nur durch Prinz Edward und seine Gattin Sophie vertreten sein, der schon bei Kronprinzessin Victorias Hochzeit als einziger Vertreter der Windsors anreiste. Die ebenfalls erwartet wird und auch schon zugesagt haben soll. 

Im Bild: Kronprinzessin Victoria mit Prinz Daniel. Neben Souvenirs gibt es natürlich die üblichen Briefmarken mit dem Konterfei des Brautpaares. Nach der standesamtlichen Trauung am 1. Juli wird die Post des Fürstentums einen fünfteiligen Satz Sondermarken mit den Porträts des Brautpaars herausgeben. Sie zeigen beide in schmeichelhafter Darstellung, im Hintergrund ist der Palast unter Alberts gekrönter Initiale zu sehen. Auf den Marken steht das Datum der kirchlichen Trauung: 2. Juli 2011. Für alle, die nicht eingeladen sind, gibt es diverse Möglichkeiten ein Stückchen royale Hochzeit zu erstehen. Ob es den Monegassen tatsächlich gelingen wird die britische Hochzeit zu übertrumpfen, wird am 2. Juli zu sehen sein.
(KURIER.at / Lydia Kozich, apa) Erstellt am
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