Dancing Stars: Viel Show, wenig Tanz

Von Star Wars bis Fluch der Karibik. Filmreife Tänze von dramatisch bis romantisch gab es in der vierten Folge der Show. Kabarettist Reinhard Nowak erhielt die wenigsten Stimmen und schied aus.

Macht, Tragik und ein wenig Märchen dominierten die vierte Ausgabe der Dancing Stars - mit anderen Worten: Zu viel Show, zu wenig Tanz. Aktion, Tod, Leidenschaft und Lichtschwerter in der Paso Doble-Gruppe (Galeli, Haider, Wirtenberger und Jukic). Ruhe, Sanftmut, Hebefiguren und Märchen bei den Slowfox-Tänzern (Nowak, Meissnitzer, Zimmermann und Chmelar). KURIER-Romy Nominierter Reinhard Nowak und seine Partnerin Kelly Kainz bekamen zu wenig Stimmen und mussten gehen. "Heute hätte ich nicht damit gerechnet. Ein bissl traurig bin ich schon.", sagte Nowak enttäuscht nach der Show. Ein wenig ungerecht war es tatsächlich, denn dieses Mal absolvierte Nowak seinen bisher besten Tanz. Sogar Juror Thomas Schäfer-Elmayer ließ sich dazu hinreißen Nowaks Slowfox als "den mit Abstand besten des Abends" zu bezeichnen. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass es auch der erste des Abends war. Trotzdem lohnten sich die Schmerzen und das harte Training des 46-Jährigen und aus dem Tanzmuffel wurde ein kleiner Tanzbär. "Ich merke mir die Schritte leichter. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor.", meinte er erleichtert nach abgeschlossenem Slowfox. Möglicherweise half auch Kelly Kainz' Händedruck – er wurde unter dem Decknamen Akupressur als schmerzliche Geheimwaffe eingesetzt. Immerhin hat das körperliche Leid nun ein Ende für den Kabarettisten, der als Tanzlehrling die Ambulanz öfter von innen sah. "Vom Ambulanzing Star zum Dancing Star" scherzte Moderator Klaus Eberhartinger hinter der Bühne. Aus seinen weiteren Plänen macht Nowak kein Geheimnis: In den nächsten Tagen wird er sich von den Strapazen erholen. Im Backstage-Bereich war Nowak die Enttäuschung anzusehen, doch seine Frau und Freunde trösteten ihn. À propos geheim: "Seer"-Sängerin Astrid Wirtenberger und Balasz Ekker tanzten einen Paso Doble, der so geheim war, dass man ihn gar nicht sah. "Dass man das als Paso Doble verkauft ist mir neu, ob ich es kauf weiß ich nicht.", äußerte sich Juror Hannes Nedbal zwar kritisch, meinte aber zu Wirtenberger: "Tanz ist Kunst der Bewegung, sie kommen dieser Kunst schon sehr nahe." Vielleicht lag die ungewohnte Milde an Gastjurorin Claudia Reiterers Bestechungsversuchen. Küsschen scheinen den strengen Nedbal zu erweichen. Mit 28 Jurypunkten waren das Agentenduo Wirtenberger/Ekker (sie tanzten zur Musik von "Mission Impossible") zwar noch lange nicht die Letzten, dennoch war die Tanzmission enttäuschend. Die Musik war kein Paso und die Tänzer fühlten sich damit nicht wohl. Auch das Kostüm war wenig vorteilhaft: Agentenmantelkleid (für beide). Besonders Astrid Wirtenberger war mit ihrer Tanzleistung unglücklich. "Der Tanz war sehr schwierig." Lebensgefährte Günter konnte sie dann aber doch noch zum Lachen bringen. Weniger geheim, dafür bezaubern ließ sich KURIER-Kolumnist Dieter Chmelar. Er tanzte einen Slowfox und stieg am Ende richtig glänzend aus. Allerdings lag das daran, dass Chmelars Tanzpartnerin Kathrin Menzinger zu verzweifelten  Mitteln griff und den Tanzmuffel mit goldenem Feenstaub verwandeln wollte. Obwohl Chmelar "mit Goldstaub paniert" (Weichselbraun) vor die Jury trat, konnte er sie nicht bestechen. "Es war eine sehr spezielle Version des Slowfox. Es wär schön wenn sie ein bisserl hübscher wären.", meinte Nicole Burns-Hansen gänzlich unbeeindruckt vom Gold. "Nicht Sie, sondern den Tanz.", setzte die Jurorin dann noch nach. Claudia Reiterer war milder: "Dieter du tanzt in einer eigenen Liga – Facedance". (19 Punkte) Ein goldenes Gesicht lenkt von den Füßen ab! Aber gerade darüber war Chmelar traurig: "Es kränkt mich, dass niemand auf meine Füße schaut." Tanzpartnerin Menzinger darauf: "Na sei froh!" Sie nimmt ihn richtig: Mit Humor! Dramatik pur:

Beste und überraschendste Leistung des Abends kam von Schwimmstar Mirna Jukic und Gerhard Egger. Das Duo tanzte einen kraftvollen Paso Doble zur Musik von "Fluch der Karibik", Egger überzeugte als blondes Johnny Depp-Double und Jukic gelang eine ausgezeichnete Umsetzung der Choreographie. Die Jury belohnte mit der höchsten Punktezahl des Abends (32). Ein besonderes Geschenk für Jukic, die noch in der Nacht ihren 25sten Geburtstag (9. 4.) feierte. Extra angereist war auch ihr Freund Jürgen Melzer, der im Publikum mitfieberte und darauf achtete, dass Hannes Nedbal milde kommentiert. Nach der Show verriet das Paar, dass sie einen Tanzkurs mit Egger planen. "Damit wir auf Feiern tanzen können." Um Mitternacht gab es für die nun 25-Jährige ein Geburtstagsständchen und eine große Torte, die sie höchstpersönlich an alle Anwesenden verteilte. Tennisass Melzer holte sich auch schnell ein Stück. Von der Torte bekamen Mirjam Weichselbraun und Freund Jan nichts mehr mit. Sie verließen die Party schon vor Mitternacht, da sie am nächsten Tag zurück in ihre Wahlheimat Berlin mussten. "Liebe, Drama, Schmerz" (Polai) gab es in der Performance von Schauspieler Mike Galeli und Julia Polai. Der Paso Doble brachte dieses Mal sein türkisch-vorarlbergerisches Blut richtig in Wallung. Die große Liebesgeschichte "Romeo und Julia" umgesetzt in einen dramatischen Tanz – dafür gab es Lob der Jury und 28 Punkte. Für Galeli geht es Anfang der Woche nach Hause, denn seine Frau musste nach einem Bandscheibenvorfall notoperiert werden. Erst danach wird er sich der neuen Walzerherausforderung stellen. "Beim Drehen wird mir immer schlecht", verriet der Schauspieler KURIER.at. Für den Fall der Fälle wird ein Dancing-Stars-Kübel bereitstehen. Von Drama und Tod handelte auch die Performance von Alfons Haider und Vadim Garbuzov. "Wenn die zwei unterwegs sind, dann klappern auch beim mutigsten Stier die Kastagnetten." (Eberhartinger) Tatsächlich war der Tanz zum Fürchten: Zu Beginn Dracula, später Krieg der Sterne. Die Macht war fast mit ihnen, doch die Jury nicht. Nedbal: "Es war eine herrliche Musik. Die Paso Doble-Bewegungen waren zu wenig." Haiders Schwäche liegt im Rhythmus, der steht und fällt mit der Nähe des Tanzpartners. Für ihren filmreifen Tanz bekamen die beiden 22 Punkte. Rhythmusprobleme hatten auch Moderatorin Cathy Zimmermann und Christoph Santner. Besonders Profi Santner bekam eine Rüge von Hannes Nedbal: "Ich habe Rhythmusschwierigkeiten gesehen." Nach der Show versprach Santner, dass er mehr Trainieren wird. Ein Ende wie im Märchen gab es trotzdem: 30 Punkte von der Jury und ein Weiterkommen in die nächste Runde. Zimmermanns Prinz im echten Leben warf ihr Rosen zu und war mit dem Tanz diese Woche zufriedener als in der vergangenen. Roman Rafreider: "Ich mag Kleider lieber, wenn sie sich bewegen." (Vergangene Woche hatte Zimmermann ein enges kurzes Kleid an.) Die beiden werden sich nach Aussage des ZIB-Moderators 2012 auf gemeinsame Tanzmission begeben. Die klassischen Tänze und vor allem Tango will Rafreider erlernen und hat darüber sogar schon mit Tanzlehrer Schäfer-Elmayer geplaudert. Ebenfalls 30 Punkte bekamen Musicalstar Uwe Kröger und Babsi Koitz, auch wenn die Jury an einem bestimmten Körperteil Krögers etwas auszusetzen hatte. Thomas Schäfer-Elmayer: "Die Rückseite steht zu weit weg." Nicole Burns-Hansen konterte: "Der Po war sehr oft am richtigen Ort." Gott sei Dank! Kein Wunder, dass Kröger am Ende ganz "fix und foxy" war. Doch nicht nur Krögers Körperteile wurden von den Juryagenten genau inspiziert, auch Ex-Abfahrerin Alexandra Meissnitzer wurde belehrt. Nachdem sie diese Woche ihre Weiblichkeit wiedergefunden hatte, muss sie in Zukunft lernen "den Kopf besser zu tragen". (Nedbal) Meissnitzer darauf: "Beim Rennfahren musste ich ihn immer einstecken." Eines jedoch bewies das Duo Meissnitzer/Gschaider wieder: Wenn jemand Hebefiguren kann, dann diese beiden. (25 Punkte) Nächste Woche geht es für die verbleibenden Kandidaten weiter mit Samba und Walzer.
(KURIER.at) Erstellt am
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