Dancing Stars: Ohne Schweiß kein Preis

Im Ballroom: Schwitzen, tanzen, zittern. Nach der Show: Plaudern, tratschen, fachsimpeln. Auch dieses Mal musste ein Mann die Show verlassen: Uwe Kröger.

Es ist eine Show und ein Kandidat muss am Ende gehen. Dieses Mal erwischte es einen, der tatsächlich tanzen konnte: Uwe Kröger. Die Enttäuschung war dem Musicalstar nach der Show ins Gesicht geschrieben. "Es kann nicht immer der perfekte Tanz sein." Schade sei es, weil er so viel Spaß an der Show hatte und so viele nette Menschen kennengelernt hat. So richtig realisiert habe er es noch nicht, verriet Kröger KURIER.at auf der anschließenden Party. Die Zuseher gaben zu wenige Stimmen, die Jury vergab 26 Punkte und somit auch nur den fünften Platz. "Eine routinemäßig, gute Vorstellung" (Juror Hannes Nedbal); "Ein Kompliment an Babsi Koitz (Krögers Profi-Partnerin, Anm.) für die sehr gute Choreographie. Die Sympathie zum Samba war nicht so da, aber wir jammern auf hohem Niveau." (Thomas Schäfer-Elmayer). Kröger habe auch nicht recht gewusst "wo die Hüfte hin soll" (Koitz). Vielleicht war das auch der Grund, warum er gehen musste. Einige der Teilnehmer und Gäste verstanden die Welt nicht mehr. Unter anderen Alexandra Meissnitzer: "Ich finde es traurig für Uwe." Tröstende Worte an Babsi Koitz und Uwe Kröger gab es auch von Juror Schäfer-Elmayer. Ob es half? Vielleicht ein bisschen. Die Überraschung des Abends lieferten Mike Galeli und Julia Polai. Die beiden tanzten einen schönen Wiener Walzer, der auch bei der Jury gut ankam. Trotz einer mittleren Punktezahl von 25 bekamen die beiden Unterstützung von ungewohnter Seite: Erstmals bei Dancing Stars wertete Hannes Nedbal höher als seine Jurykollegen (sieben Punkte, die Anderen gaben sechs). Vor dem Walzer hatte Galeli großen Respekt: "Ich bin seekrank. Es war die größte Herausforderung meines Lebens." Den Kübel, der während der Proben bereit stand, benötigte der Schauspieler nicht, aber Tabletten gegen Übelkeit. Sichtlich erleichtert darüber, dass der Walzer vorbei war, saß der Vorarlberger nach der Show neben seiner Frau. "Mir war schlecht danach. Ich hatte richtige Kreislaufprobleme. Sicherheitshalber hab ich den ganzen Tag nichts gegessen, sonst wär's nicht angenehm geworden." Marika Lichter leistete den beiden Gesellschaft. Sie war von der Leistung Alfons Haiders begeistert. Aber auch für Mirna Jukic hatte sie lobende Worte: "Mirna hat ihre Weiblichkeit entdeckt." Über das Ausscheiden des Musicalstars meinte Lichter: "Uwe hatte keine Lateinhüfte." "Der Dieter schwitzt so viel, dass während einer Woche Probe drei Mikros kaputtgehen", meinte Chmelars Tanzpartnerin Kathrin Menzinger vor der Show. Dass sein Schweiß auch gefährlich werden kann, musste der Profi am eigenen Leib erfahren - sie rutschte beim Training darauf aus. In der fünften Folge mussten die beiden Samba tanzen und Menzinger choreographierte Chmelar als Popeye im Matrosenanzug gekonnt. Der Tanz war ein echter Chmelar: Viele Gesichtsmuskeln, immer mehr Beineinsatz. Unterhaltsam, aber tänzerisch wertlos. Sehr kritisch war Sonya Kraus, die den KURIER-Kolumnisten fragte: "Wie bist du denn auf die Idee gekommen hier mitzumachen?" Immerhin attestierte sie Chmelar Charme: "So wie der Charme von Popeye. Oder Winnie Puh, dem Bären." Ähnlich Hannes Nedbal: "Jedes Mal, wenn Sie den Ballroom betreten, fragen wir uns, wie es ausgehen wird." Aber: "Es war gar nicht so schlecht." Moderator Klaus Eberhartinger verteidigte Chmelar: "Wir sind hier in Österreich. Hier zählt nicht nur der Tanz, sondern der Schmäh!" Alles in allem erlangten die beiden zwar den letzten Platz der Jury (19 Punkte), doch einen fixen im Herzen der Zuseher. Chmelars Einsatz, Schweiß und schauspielerisches Talent, dieses Mal als Popeye mit Spinat und Pfeife, überzeugte das Publikum. Sein Einsatz macht sich bezahlt. Der fast zwei Meter große Journalist hat mittlerweile schon neun Kilo abgenommen, wie er hier gerade demonstriert. Chmelar und seine Gattin plauderten mit Dominik Heinzl noch ein wenig übers Tanzen und wer gewinnen könnte. Tipps gibt es, Wetten auch, aber alle sind sich bewusst: Am Ende entscheidet das Publikum. Nach einem eher schwierigen Anfang verstehen sich Chmelar und Menzinger immer besser. "Mittlerweile ist sie schon stolz auf mich und sagt, dass ich neue Schritte ins Tanzen gebracht habe." Beim gemeinsamen Walzer mit Vadim Garbuzov fühlte sich Alfons Haider  sichtlich wohl. Dieser Meinung war auch Gastjurorin Kraus: "Mir fehlt die Frau gar nicht. Ich bin verliebt. Das bisschen mehr Testosteron hat dem Walzer gut getan." Über dieses Kompliment war Haider besonders glücklich. Auch Nicole Burns-Hansen setzte nach: "Ich bin begeistert. Sehr toll." Insgesamt gab es 32 Punkte und den zweiten Jury-Platz. Im KURIER.at-Interview meinte der Schauspieler, dass er nur bis zur fünften Runde kommen werde. Diese Hürde hat er nun geschafft, worüber er sehr froh ist. Aber bevor er an den nächsten Tanz denkt, geht es erst einmal in den Urlaub. Wohin wollte er nicht verraten, nur soviel: Ein Flugzeug wird er benutzen und sich mit der Familie vier Tage Erholung gönnen. Weil der Walzer mit Garbuzov so schön war, tanzte Haider gleich mit Mirjam "Weichselbrownie" (Haider) weiter. Von Mal zu Mal verbessert sich auch Schwimmstar Mirna Jukic. Nach der besten Wertung vergangene Woche gab die Jury dem Duo Jukic/Egger am Freitag zwar nur den vierten Platz, doch Jurorin Burns-Hansen sah "eine ganz neue Mirna". Locker, harmonisch und wenig steif meisterten die beiden zu "Chim chim cheree" (aus Mary Poppins) einen Walzer und verzauberten damit auch fast Hannes Nedbal. Aber nur fast: "Die Fußtechnik war in Ordnung. Es muss noch ein bisschen freier werden." Jukic jedenfalls war mit ihrem Auftritt sehr zufrieden: "Es hat mir sehr gut gefallen. Nachdem Hannes Nedbal so positiv gesprochen hat, war es sehr schön." Wenig beachtet während der Show, aber hier noch einmal fotografiert: Jukics Frisur. Tolle Zöpfe, in Schlangenform gelegt. Zu Jukics Unterstützung kam Ex-Miss Austria Patrizia Kaiser. Die Sportlerin und Sängerin erinnerte sich an ihre Teilnahme in der zweiten Staffel der Tanzshow und würde es auch noch einmal machen. Derzeit konzentriert sie sich aber mehr auf andere Projekte, unter anderem kommt demnächst ihre Fitness-DVD auf den Markt. Ex-Skirennfahrerin Alexandra Meissnitzer machte als "Barbie mit 37" (über sich selbst) eine noch etwas steife Figur. Das bemerkte auch die Jury: "Sie müssen noch freier werden." (Nedbal) "Samba ist extrem extrovertiert, für jemanden, der das nicht ist, ist es sehr schwierig." (Kraus) Selbst ihr Tanzpartner Florian Gschaider war diese Woche sehr streng mit der Abtenauerin: "Zu wenig Emotion. Du zeigst es nicht!" "Ich schaffe es nicht, locker zu lassen. Darüber ärgere ich mich selber", meinte Meissnitzer zu KURIER.at im Anschluss. Darüber, dass der Tanzlehrer so streng war, war die 37-Jährige nicht besonders glücklich. "Er macht es, damit ich mehr aus mir rausgehe. Aber ich hoffe, es geht auch ohne Schimpfen." Glücklich nach vollbrachtem Tanz: "Meissi" mit den Juroren Hannes Nedbal und Thomas Schäfer-Elmayer. Nächste Woche tanzen die Kandidaten einen Charleston. Nedbal zu Elmayer: "Der ähnelt dem Krocher." Ob Schäfer-Elmayer ihn wieder vortanzen wird. Dazu wollte er sich noch nicht äußern, aber wer weiß? Das Duo Astrid Wirtenberger/Balázs Ekker tanzte einen wunderbaren Walzer zu "Que Sera". Vorab war der Profitänzer ziemlich frech zu seiner Partnerin. Doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall: Denn beim Linkswalzer wurde nicht eingekreuzt (Wirtenberger) und das fiel der Jury sofort auf. Hannes Nedbal hatte für die Wertung seiner Kollegen (alle gaben acht Punkte) kein Verständnis, daher gab es von ihm auch nur sechs. Ekker hatte an diesem Abend besonderen Druck, denn gleich zwei seiner ehemaligen Tanzpartnerinnen saßen im Publikum: Nicole Beutler und Arabella Kiesbauer. Letztere meinte, dass der Profi auch zu ihr frech war: "Aber ich kann mich wehren." Moderatorinnen unter sich: Bei einem Häppchen plauderten Sonya Kraus und Arabella Kiesbauer  nach der Show über Kinder (Kiesbauer hat zwei, Kraus wurde vergangenes Jahr Mutter eines Sohnes). 

Als ehemalige Kandidatin fragten wir Kiesbauer natürlich, ob sie einen Favoriten hat. "Mirna Jukic gefällt mir. Die Sportler haben es immer schwerer, weil sie so viel Körperspannung haben. Aber bei Mirna sieht man die Sportlerin nicht mehr. Das meine ich als Kompliment." Moderatorin Cathy Zimmermann (mit Tanzpartner Christoph Santner) lieferte wieder eine perfekte Tanzleistung ab. Dieses Mal gab es keine Rhythmusstörungen, Juror Hannes Nedbal bekrittelte das vergangene Woche am Profi. Der Samba saß, der Schimmy auch und die Jury war begeistert. Neben Thomas Schäfer-Elmayer ("Wunderbare Show, sehr, sehr gut") meinte auch Gastjurorin Sonya Kraus "So viel Rhythmus bei einer Blondine." Fazit: 33 Punkte und Platz eins der Jury. Ebenfalls im Publikum war KURIER ROMY-Nominierte Sylvia Saringer. Sie plauderte mit den Sängern des Showacts "Baseballs" und erkundigte sich, wann sie in Wien spielen werden. Den drei Sängern gefiel es sehr gut bei Dancing Stars, doch schon am nächsten Tag mussten Sam, Digger und Basti Wien wieder verlassen. Die österreichischen Fans benötigen noch etwas Geduld, derzeit steht noch kein Konzerttermin fest. Im Moment promoten die Deutschen gerade ihr zweites Album, das am Freitag erschien. In zwei Wochen werden die Kandidaten zusätzlich zum Einzeltanz auch einen Charleston präsentieren.
(KURIER.at / Lydia Kozich, anh) Erstellt am
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