Dancing Stars: Jukics Spaß reicht nicht

Es sah so aus, als ob mit Mirna Jukic, Alexandra Meissnitzer und Alfons Haider die lustvollen Nicht-Favoriten Dancing Stars dominieren. Fast. Jukic flog.

Mirna Jukic ist aus Dancing Stars geflogen. Zwar verbuchte die Ex-Schwimmerin große Sympathiewerte mit ihrer Freude, natürlichen Art und zunehmendem Tanz-Können, aber es reichte nicht aus. Dabei begann alles so gut: Ihr Profipartner Gerhard Egger erzählte vorab, dass er "Gänserhaut hat, weil Mirna nun die Erotik drauf hat". Das Publikum merkte das bei der Rumba, die Jury stimmte zu. Jurorin Nicole Burns-Hansen lobte Hand- und Beinhaltung von Jukic ... ... und vor allem den Ausdruck. Jukic wie immer offenherzig: "Mir haben die Standing Ovations in der Vorwoche schon sehr getaugt, ich bin im Tanzen angekommen." Sie bekam wieder Ovationen, von der Jury gute 33 Punkte.
Doch dann kam ihr zweiter Tanz. Am Ende des Mambo war auf Jukics Hintern "Mana Mana" zu lesen, als Egger ihr zum Schluss-Move den kurzen Rock hob. Jukic noch immer keck: "Nicht schlimm, wir Schwimmerinnen zeigen in der Startpose ständig den Hintern." Dann kam die Jury: Nedbal und Schäfer-Elmayer waren sich einig, dass dieser Tanz nicht Jukics bester war. Mit weiteren 31 Punkten Gesamtdritte nach Jurywertung. Aber das Publikum schien Jukics neue Freude am Tanzen nicht zu honorieren. Im Gegensatz zu jener von Alexandra Meissnitzer. Die gab im Training zu, die Orientierung leicht zu verlieren, was "beim Tango blöd ist, weil man so viele Schritte macht." Wahrscheinlich wollte Meissnitzer an diesem Abend deshalb ständig in die Luft. Die ehemalige Abfahrererin hatte an diesem Abend öfter gewaltigen Luftstand. Erst beim Tango ... ... später beim Mambo Colegiala. Und damit hat sich Meissnitzer wohl endgültig zum Favorit der Herzen getanzt. Die anfangs etwas kühl und schüchtern wirkende Wintersportlerin hat sich ins Tanzen verliebt, das sieht man am Strahlen, das sieht man an den Bewegungen. Und das sieht man am Tanzen. In Nedbals Worten: "Heute haben sie ihr Temprament entdeckt. Sie haben die Körperpartien eingesetzt, wo sie hingehören." Meissnitzer scheint Vertrauen zu den Outfits, dem Tanz und ihrem Profi Florian Gschaider enwickelt zu haben. Der herzt und streichelt sie intensiv. Sie ihn auch. Zumindest vor der Kamera. Nur Show-Profis. Nehmen wir an. Aber eben das Neckische: Gschaider droht, ihr den Meissi-Hintern zu versohlen. Ein Hihi, ein Haha. Zurück zum Tanz: Schäfer-Elmayer attestierte viel Technik, viel Ausdruck und tolle Haltung. Burns-Hansen schwärmte: "Der beste Tanz bislang." Erst 32 Punkte, dann 35 (persönlicher Höchststand), gesamt 67. Und zweiter Platz nach der Jurywertung. Der Dritte im Bunde derer, die anfangs nicht wie Favoriten aussahen: Alfons Haider. An diesem Abend zeigte sich, dass der Mann nicht nur ein toller Showmaster, sonder auch ein tolles Showmember ist. Und gewissermaßen verkörpert er die Idee dieser Show: Weit unter den Erwartungen angefangen, Steigerung von Sendung zu Sendung. An diesem Abend lieferte Haider einen Tanz ab, der sogar dem Juror Schäfer-Elmayer Folgendes abrang: "Wenn das so weitergeht, können wir vom Finale reden." Und langsam spricht auch Haider davon. Nach Juror Nedbals (merkbar leiser) Kritik sprach der - vor zwei Monaten noch Understatement versprühende - Haider davon, sich die perfekte Präsentation "fürs Finale aufzuheben". Zum Tanz: Beim Langsamen Walzer zu "Moon River" passte alles. Nach dem Tanz ließen beide artig Mama und Profi Vadim Gaburzov auch seine Oma schön grüßen. Wie gesagt: Die beiden sind eben Showkönner. Es gab dafür 31 Jurypunkte. Aus Freude wurde beim zweiten Tanz Überschwang. Wie hoch das Tanzniveau ist, sieht man auch daran, wie spitzfindig die Jury wird. Nedbal und Burns-Hansen etwa meinten nach Haiders Mambo Italiano: "Du hast den Mambo auf zwei getanzt. Wow." Wie auch immer. Er wurde zwar mit gesamt 60 Punkten nur Vorletzter. Aber wie gesagt: Das Publikum scheint den Typus erstarkter Nicht-Favorit zu mögen. Nicht nur das Publikum: Gastjuror Wayne Carpendale, deutscher Schauspieler und der Sohn des Schlagersängers Howard, konnte sich in die Dancing Stars-Aspiranten reinfühlen. Und betonte immer wieder seine Sympathie für jene, die "sich entwickeln". Er selbst gewann 2006 das deutsche Let's Dance, derzeit ist Carpendale im Fernsehen "Der Landarzt".

Bild: Carpendale 2006 bei "Let's Dance" und seine damalige Profitänzerin Isabel Edvardsson Der Deutsche traf an seinem Abend als Gastjuror aber nicht nur neue Gesichter: Von Oktober bis Dezember 2006 moderierte er gemeinsam mit Mirjam Weichselbraun die RTL-Samstagabendshow Dancing on Ice. Jednfalls hat der Mann nicht nur die Augen seines Vaters Howard, sondern auch den passenden Charme nach Wien mitgebracht. Er war ein guter Gastjuror. Zurück zu den Kandidaten: Mike Galeli eröffnete die Show gleich zweimal mit seinem Jive, weil die Musik beim ersten Mal angeblich falsch eingesetzt habe. Weichselbraun, ganz Show-Profi, entschied also kurzerhand, dass nicht sein kann, was nicht sein darf und startete die Show neu. Nedbal meinte, der zweite Versuch sei besser gewesen. Aber nicht gut. Galeli war dennoch mit 27 Punkten recht weit abgeschlagener Letzter nach dem ersten Tanz. Also mussten er und seine Partnerin Julia Polai sich beim Mambo No 5. anstrengen. Und tatsächlich lag dem Vorarlberger der Mambo besser. Aber: Man wird das Gefühl einer gewissen Tanz-Müdigkeit bei ihm nicht los. Dabei meinte Weichselbraun: "Egal, wann man dich trifft, Mike, du jammerst nie. Du strahlst immer." Nichts desto trotz war Galeli bei jedem braven, aber stillen "Danke" zur Jury anzumerken, dass Dancing Stars an ihm zehrt. Das Publikum entließ den letzten Teilnehmer aus der Männer-Gruppe dennoch nicht in die Freiheit: Mit gesamt 56 Jurypunkten zwar letzter laut Jury. Aber nicht laut Zusehern. Womit wir bei der letzten echten Favoritin wären: Astrid Wirtenberger und ihr Profipartner Balázs Ekker bleiben, was sie tänzerisch seit Folge eins waren: heißeste Anwärter auf den Titel. Jury und Saalpublikum liebten den Mambo Craze (36 Punkte) ... ... und den Jive. Die beiden rockten den Ballroom und alle Verstimmungen um Ekkers Kritik an der Jury (in der Vorwoche) waren vergessen. Gesamt bekamen sie unfassbare 73 Punkte (von 80 möglichen). Freilich weiß niemand, wie sehr das Publikum Wirtenberger unterstützt, die Zahlen werden ja nie bekannt gegeben (Wieder: Warum eigentlich nicht?) Zwar sagte Juror Nedbal: "Das macht Lust auf mehr." Und Carpendale zog die 10. 
Aber gewonnen hat der Favorit bislang trotzdem noch nie.
(KURIER.at / Axel N. Halbhuber) Erstellt am
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