Charlie Sheen reicht Millionenklage ein

Der skandalträchtige TV-Star will nach seinem Rauswurf aus der Erfolgsserie "Two and a Half Men" 100 Millionen Dollar von Warner Bros. Unterdessen wurde sein Haus von der Polizei durchsucht.

Hollywood-Star Charlie Sheen (45) hat nach seinem Rauswurf aus der erfolgreichen Fernsehserie "Two and a Half Men" eine Millionenklage eingereicht. Wie der Internetdienst Tmz.com am Donnerstag berichtete, fordert der skandalträchtige Partytiger von dem Studio Warner Bros. als Entschädigung mehr als 100 Millionen Dollar (umgerechnet 72,4 Millionen Euro). Der 45-jährige Schauspieler wirft dem Studio und dem Produzenten der Serie, Chuck Lorre, unter anderem Vertragsbruch vor. Er will für die acht abgesagten Episoden entschädigt werden. Laut Gerichtsdokumenten fordert Sheen auch für seine "Two and a Half Men"-Kollegen eine Entschädigung.

Kurz nachdem Sheen die Klage eingereicht hatte, klingelte Donnerstagabend auch schon die Polizei an seiner Tür in Beverly Hills. Die Beamten durchsuchten drei Stunden lang die Villa nach möglichen Waffen. Obwohl der Schauspieler einen entsprechenden Schein besitzt, darf er laut einem Gerichtsbeschluss im Sorgerechtsstreit mit seiner Ex-Frau keine Waffen besitzen. Der Grund für den Polizeieinsatz: Auf den Rauswurf bei Warner Bros hatte der 45-jährige Mime zunächst gewohnt bizarr reagiert: Er erklomm ein Gebäude in Beverly Hills, wo er sich angeblich mit ein paar guten Freunden treffen wollte, streckte eine Machete in die Luft und schrie: "Free at last, free at last." (Endlich frei).

Im Bild: Sheen mit Machete und Freundin Natalie Kenly. Später erklärte er, dass er nun einfach die Millionen einstreichen könne, ohne seinen Produzenten sehen und "dämliche Hemden" tragen zu müssen. In einem zehnseitigen Schreiben an Sheens Anwalt verweist Warner Bros. jedoch auf eine Klausel in Sheens Vertrag, wonach es möglich sei, jeden zu feuern, der sich "schwerer, moralisch verwerflicher Vergehen" schuldig gemacht habe. "Lasst uns das Offensichtliche klar sagen: (... Sheen) scheint sehr krank zu sein." Sheen behauptet jedoch, eben diese Klausel sei in seinem Vertrag nicht mehr enthalten. Aber eigentlich spielt Mister Sheen seine Rolle in der Realität noch besser als im Fernsehen: Zuletzt beschimpfte er einen Kollegen als Verräter, nannte ihn einen Troll und einen Wendehals. Besser könnten es die Drehbuchautoren von "Two and a half men" nicht machen. Über die Zukunft der Show, die als eine der erfolgreichsten der letzten zehn Jahre gilt, werde später entschieden. US-Medien spekulieren aber bereits jetzt über mögliche Nachfolger. Die meisten Medien rechnen jedoch mit einem Ende der seit 2003 laufenden Serie. CBS hatte die aktuelle Staffel in der vorletzten Woche abgebrochen, sie aber noch nicht eingestellt. Der Sender hatte in einer kurzen Mitteilung "Äußerungen, Benehmen und Zustand" Sheens als Grund angegeben. Der 45-Jährige war nicht nur in der Serie der trinkende Frauenheld, auch im wahren Leben hatte er kaum ein Glas oder eine Frau stehen lassen. Weil die Serie nach wie vor erfolgreich ist, haben Sender und Produktionsteam dem Schauspieler vieles verziehen. Sheen brachte das Fass zum Überlaufen, als er dem Produzenten Chuck Lorre, unter Anspielung auf dessen jüdischen Glauben, als "verseuchte kleine Made" beschimpft und ihm "nichts als Schmerz" gewünscht hatte. Der Schauspieler wird also in Zukunft wahrscheinlich mehr Freizeit haben, als ihm lieb ist. Die will Charlie Sheen aber sinnvoll nutzen und als humanitärer Botschafter nach Haiti reisen.

Der skandalumwitterte TV-Star soll Sean Penn ("Milk", "Dead Man Walking") auf seiner nächsten Reise auf den Inselstaat begleiten und ihm bei den Aufbauarbeiten helfen. Das bestätigte Penn dem Promi-Magazin Us. Penn engagiert sich mit einer eigenen Hilfsorganisation für Haiti.

"Ich möchte meinem alten Freund gerne die Bedürfnisse Haitis vor Ort zeigen und ihn mit seinem ungeheuren Esprit unseren hart arbeitenden haitischen Mitarbeitern vorstellen", sagte der 50-jährige Oscar-Preisträger dem Magazin. "Seine Energie, Intelligenz und Leidenschaft kann er dort gut mit einbringen." Dabei stritt Penn vehement ab, dass der Star der TV-Serie "Two and a Half Men" mit seiner Haiti-Reise von seinen Eskapaden ablenken und den Medienwirbel für sich selbst nutzen wolle. Probleme hat Sheen auf jeden Fall zur Genüge. Vergangene Woche bewegte sich das Drama Charlie Sheen auf den finalen Crash zu: Seine Exfrau hatte eine einstweilige Verfügung erwirkt, wonach sich ihr Sheen nicht nähern darf. Die gemeinsamen Kinder ließ sie von der Polizei abholen. Die Darstellung von Exfrau Brooke Mueller: Sheen habe die Kinder ohne ihr Wissen mitgenommen, also entführt. Als sie die gemeinsamen Zwillinge Max und Bob zurückholen wollte, habe Sheen gesagt: "Ich schneide dir den Kopf ab, stecke ihn in eine Kiste und schicke sie deiner Mutter." Daraufhin ließ Mueller die Kinder von der Polizei aus Sheens Haus holen. Er sei derzeit nicht zurechnungsfähig. Damit dürfte Sheen seine letzten Fans verlieren. Schon in den vergangenen Wochen - Serien-Aus, Klage, Beschimpfungen,  Einlieferung ins Spital, Partys, jede Menge Drogen und Sex - raste Sheen auf eine Katastrophe zu. Dienstag präsentierte er dann Pornostar Rachel Oberlin und Model Natalie Kenly als seine Mitbewohnerinnen. Das fanden manche noch cool vom Onkel Charlie.  In einem Interview am Montag erklärte er, die "Droge Charlie Sheen" mache ihn so stark und er könne alle anderen besiegen. Alleine zu sein "macht mir gar nichts. Mir kann nichts passieren." Selbstüberschätzung, Depression, Realitätsverlust - Folgen anhaltendes, massiven Drogenkonsums. Aber dann war da noch ein Satz im Interview. Sheen: "Ich bin ein Gewinner." Der Interviewer: "Aber andere sagen, sie seien ein Verlierer." Sheen, lehnt sich zurück und wirkt entspannter als gerade noch: "Aber welche Autos fahren diese Leute? Welche Mädchen haben sie? Wo wohnen sie?" Nun dürfte Sheen aber am Ende sein. Wenn bislang noch manche dachten: Der Mann ist Rock 'n Roll, wird ihm die Fangemeinde nun nicht mehr verzeihen. Charlies Bruder Emilio Estevez (trägt den Familien-Künstlernamen Sheen nicht) hat auch gestern wieder erschrocken reagiert, als Sheen sagte: "Ich lebe mit diesen Göttinnen (Pornostar und Model, Anm.) in einem Haus, es ist etwas unkonventionell, aber es funktioniert gut." Schade eigentlich, dass der moralisch gefestigtere Sheen-Bruder längst erfolglos und bei irischen Filmfesten statt dem Oscar ist. Charlie verdient derweil etwa 1,4 Millionen Euro pro Folge. Die Party-, Drogen- und Sexeskapaden ihres Sohnes sind nun auch Sheens Eltern zuviel. Martin Sheen (70) und Janet Templeton (66) überlegen die Vormundschaft für ihren auf die schiefe Bahn geratenen Sohn zu beantragen. "Sein Vater und seine Mutter Janet versuchen alles Mögliche, um Charlies Leben zu retten", zitiert perezhilton.com eine ungenannte Quelle. Kürzlich wurde der "Two and a Half Men"-Star mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht. Zunächst nannte Sheens Sprecher Stan Rosenfield "starke Unterleibsschmerzen" als Grund für seine Einlieferung. Später berichtete usmagazine.com, dass der Hollywoodstar sich einen Zwerchfellbruch zugezogen haben soll. Nachbarn erzählten laut Tmz.com, dass im Haus des Hollywoodstars bis in die frühen Morgenstunden hinein gefeiert wurde. Angeblich feierte der 45-Jährige eine zwei Tage andauernde Orgie mit fünf Pornodarstellerinnen. Möglicherweise seien dabei auch Drogen im Spiel gewesen. "Dazu kann ich nichts sagen, denn ich habe keine Ahnung, ob das stimmt", sagte Rosenfield. Er würde fremden Quellen keinen Glauben schenken.

Nach eigenen Angaben macht der 45-Jährige nun zuhause eine Reha, doch Freunde glauben nicht, dass er das schafft. Er sehe schlimm aus, huste viel und sei extrem depressiv. Sheen, einer der höchstbezahlten US-Serienstars, sorgte in den letzten Monaten immer wieder für Schlagzeilen.

Im November 2010 hatte der 45-jährige Schauspieler Klage wegen versuchter Erpressung gegen die 22-jährige Porno-Darstellerin Capri Anderson eingereicht. Dies berichtete damals zumindest die Internet-Gazette People.com. Anderson hatte zuvor Sheen wegen Körperverletzung angezeigt. Die Erotik-Darstellerin, die mit bürgerlichem Namen Christina Walsh heißt, verbrachte mit Charlie Sheen Ende Oktober einen gemeinsamen Abend in New York. Dieser endete mit einem Streit in einem Luxushotel und Sheens Einlieferung in ein Krankenhaus.

Sheen habe Walsh in der Luxussuite des Plaza Hotels gewürgt und bedroht, so der Vorwurf. Sie habe sich aus Angst vor weiteren Handgreiflichkeiten im Badezimmer eingeschlossen. In einem Interview mit dem Sender ABC erzählte Anderson, dass Sheen im Laufe des Abends nach zahlreichen Drinks und dem Konsum eines "weißen Puders" immer ausfallender und wütender wurde. Dabei soll der "Two and a Half Men"-Star in dem Hotelzimmer randaliert haben, bis Sicherheitskräfte eingriffen. Sheen wurde nachts in ein Krankenhaus gebracht, aber schnell wieder entlassen. Sein Agent sprach damals von einer "unerwünschten Arzneimittelwirkung".

Welche Medikamente die "unerwünschten Nebenwirkungen" hervorgerufen hatte, verschwieg der Agent allerdings. Später warf Sheen Anderson vor, dass sie nach ihrem "einvernehmlichen Treffen" in dem Hotelzimmer versucht habe, eine Million Dollar von ihm zu erpressen. In der Klageschrift wird die Frau als "opportunistischer Pornofilmstar und publicityhungrige Betrügerin" dargestellt, die ein Lügenmärchen erfunden habe. Weiter hieß es in dem Statement von Yale Galanter, der als Promi-Anwalt auch schon schon O. J. Simpson vor Gericht vertreten hat: "Sie war bei verschiedenen Kanzleien, die sich weigerten, den Fall anzunehmen, weil ihm keine Glaubwürdigkeit zugrunde liegt. Eine ganze Reihe von Medienorganisationen verweigerte ihre Story aus den gleichen Gründen. Wenn sie rechtliche Schritte einleitet, werden wir dies energisch verteidigen. Diese Vorwürfe gegen Mr. Sheen sind komplett falsch und sind ein offensichtlicher Versuch, durch seinen Promi-Status Geld aus der Sache zu schlagen." Andersons Anwalt wies die Vorwürfe von versuchter Erpressung zurück. Dies sei ein offensichtlicher Versuch des Hollywoodstars, den Fall verworrener zu machen und "eine Menge Dreck" um sich zu werfen. Doch auch abseits des "Hotel-Skandals" sorgte der bestbezahlte Serienschauspieler der Welt für Negativ-Schlagzeilen. Sheens dritte Ehefrau und Mutter der gemeinsamen Zwillinge Max und Bob, Brooke Mueller, hatte Weihnachten in Aspen die Polizei gerufen, weil ihr Mann sie mit einem Messer bedrohte. Der Schauspieler ("Platoon", "Wall Street") kam daraufhin einige Stunden in Haft.

Kurz darauf reichte Charlie Sheen in Los Angeles die Scheidung von Brooke Mueller ein - das gleiche machte wenige Stunden später auch seine Noch-Ehefrau.

In den Gerichtspapieren machte Sheen "unüberbrückbare Differenzen" geltend, berichtet der Internetdienst Tmz.com. 

Brooke und Sheen sind Eltern der knapp zweijährigen Zwillinge Bob und Max. Beide haben Behandlungen in Entzugskliniken hinter sich.
(apa, KURIER.at / spp, anh, big, cs, lyk, Susanne Bobek, Bilder: (6) photopress.at) Erstellt am
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