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07/06/2019

Aviciis Vater Klas Bergling: "Sein Tod war wie ein Verkehrsunfall"

Bergling ist sich sicher, dass der Suizid seines Sohnes eine Kurzschlusshandlung war.

von Julia Parger

Aviciis Vater Klas Bergling glaubt nicht, dass der DJ geplant habe, sich das Leben zu nehmen, wie er gegenüber CNN erzählte.

"Unsere Theorie ist, dass er seinen Suizid nicht geplant hat - es war mehr wie ein Verkehrsunfall", erklärte Bergling. "Viele Dinge passierten, versammelten sich am gleichen Punkt, sozusagen, und ließen ihn die Kontrolle verlieren."

Bergling: "Wenn es ihm schlecht ging, hat er mich angerufen"

Aviciis Vater erklärte weiter, dass er sich mit seinem Sohn regelmäßig über dessen geistige Gesundheit unterhalten habe und es keine Anzeichen gegeben habe, dass dieser seinen Suizid plane. "Wenn es ihm schlecht ging, hat er mich immer angerufen", so Bergling. "Wir haben viel über seine Gedanken über das Leben, Meditation, Liebe gesprochen... Wir führten lange Gespräche."

Vor seinem Tod habe er geglaubt, seinem Sohn gehe es gut. Im Nachhinein erklärte Bergling, er glaube dass der hektische Tagesablauf seines Sohnes und dessen Künstlerleben hätten sein Ableben herbeigeführt.

"Kleine Dinge können dich aus dem Gleichgewicht bringen"

"Wenn du sehr glücklich oder extrem glücklich bist, dann ist der Weg zum Unglücklichsein nicht so weit... kleine Dinge können dich traurig machen, oder dich aus dem Gleichgewicht bringen, und ich glaube das ist passiert", erzählte Aviciis Vater. Er fuhr fort: "Als DJ oder Künstler musst du viele Dinge tun, die du nicht tun willst und am Ende nimmt dich das mit."

"Es fordert viel von diesen Menschen: das Reisen, warten am Flughafen, die späten Nächte", so Bergling. Sein Sohn hätte unter den extremen Bedingungen seiner Touren gelitten.

Der "Wake Me Up"-DJ wurde im April 2018 tot im Oman aufgefunden. Er starb mit nur 28 Jahren. Die Familie des schwedischen Musikers veröffentlichte posthum Aviciis letztes Album. Der Erlös kommt der wohltätigen Tim Bergling Foundation zugute, die sich für psychische Gesundheit und Suizidprävention einsetzt.

Wer Selbstmordgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

www.suizid-praevention.gv.at

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.