"Hilfe im eigenen Land"-Präsidentin Sissi Pröll

© Kurier/Gilbert Novy

Stars Austropromis
12/12/2020

Verzweiflung bei den Charity-Ladys: Schweres Spendensammeln für Sissi Pröll & Co.

Wie Sissi Pröll, Yvonne Rueff, Jeannine Schiller und Co. mit Herzblut versuchen, Spenden für ihre Vereine aufzutreiben.

von Lisa Trompisch

Das Jahr 2020 ist für viele nicht leicht, eine Zeit voller Einschränkungen und Verzicht – und für die sogenannten Charity-Ladys ein wahrer Kraftakt, denn das Spendensammeln für ihre Vereine und Herzensprojekte gestaltet sich ohne diverse Benefiz-Veranstaltungen mitunter sehr schwierig.

„Wir haben Kleinspender und auch große Firmen, aber hauptsächlich leben wir von der einen Säule – das sind die Veranstaltungen – die heuer komplett weggefallen ist. Wir haben sehr treue Spender, die uns auch gerade jetzt in der Weihnachtszeit unterstützen und darüber freue ich mich natürlich sehr. Aber, aufgrund der Kurzarbeit und der Arbeitslosigkeit spüren wir natürlich auch einen enormen Rückgang“, so „Hilfe im eigenen Land“-Präsidentin Sissi Pröll, die es heuer mit ihrem Verein trotz allem schon geschafft hat, über 400.000 Euro an Bedürftige auszuzahlen, im Interview mit dem KURIER.

„Das ist eigentlich ein sehr schöner Betrag, weil die Notfälle richten sich nicht nach Corona, die Notfälle bleiben gleich. Und was uns natürlich auch sehr hilft, ist ein kleines Depot, das wir haben und mit dem können wir arbeiten“, erzählt sie.

Was sie vom Beten im Parlament hält, wie sie ihren 70. Geburtstag gefeiert hat, was ihre bald 50 Jahre währende Ehe mit dem ehemaligen Landeshauptmann Erwin Pröll so besonders macht und was sie sich für die Zukunft wünscht, sehen Sie hier:

Laut „Fundraising Verband Austria“ soll trotz Coronakrise heuer erstmals die Marke von 750 Millionen Euro erreicht werden, sprich, ein neuer Spendenrekord könnte sich anbahnen. Eine Summe, die Sissi Pröll nicht ganz glauben kann.

„Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen, obwohl die Notsituationen, die wir in der Coronazeit erleben, die Menschen vielleicht doch umdenken und sich an Dinge klammern lassen, die ihnen vielleicht wichtiger sind, als Oberflächliches. Dann kann es schon sein, dass ein größeres Spendenaufkommen stattfinden wird. Aber diese Summe ist fast ein bisschen unwahrscheinlich“, meint sie.

Die Krise sehr zu spüren bekommt auch die Österreichische Krebshilfe, wie Geschäftsführerin Doris Kiefhaber dem KURIER erzählt.

„Das Jahr war für uns in jeder Hinsicht eine Herausforderung. Mehr notwendige finanzielle Soforthilfe, um Patientinnen und Patienten unterstützen zu können, und weniger Spenden. Und Kurzarbeit können wir nicht in ganz Österreich in Anspruch nehmen, wenn gleichzeitig mehr Krebspatienten denn je Informationen und Beratung brauchen. Gerade heuer hätten wir aus Anlass des 110-Jahre-Jubiläums der Krebshilfe zwei große Charity-Events gehabt (am 17. Juni. im Dach des Stephansdoms und am 20. Dezember eine Matinee), beide mussten wir absagen. Alleine dadurch fehlen uns ungefähr 200.000 Euro. Das spüren wir sehr. Zwei Projekte für nächstes Jahr mussten gestoppt werden“, erzählt sie.

Das kann auch Tanzschulbesitzerin Yvonne Rueff bestätigen, die mit ihren „Dancer against Cancer“-Bällen ebenfalls Geld für die Krebshilfe sammelt – oder eben heuer nur schwer, denn sowohl die großen Tanzveranstaltungen als auch die kleineren Side-Events sind gecancelt worden.

„Wir haben uns jetzt auf Online-Tombolas spezialisiert. Das heißt, die Leute können ein oder mehrere Lose kaufen. Wir haben es so gemacht, dass jedes Los gewinnt, damit der Anreiz höher ist, und haben jetzt damit für Baden, wo eigentlich im November auch eine Gala hätte stattfinden sollen, über 10.000 Euro gesammelt“, so Rueff, die es „natürlich auch mit Aufrufen“ probiert hat.

„Aber im Moment gibt’s so vieles, wofür die Leute spenden sollen und da ist das dann auch oft untergegangen“, meint sie.

Die Ohren heiß telefoniert sich auch Jeannine Schiller, die für ihre drei Kinderheime in Moldawien dringend Geld braucht und deren Charity-Events ebenfalls alle abgesagt werden mussten. „Ich rufe fleißig bei Firmen an und bettle, die sagen aber dauernd, dass sie andere Sorgen haben. Das wird also ein sehr schwerer Kampf“, meint sie traurig.

Daran denken, sie könnte heuer nicht genug Geld auftreiben, will sie erst gar nicht. „Da fange ich gleich zu weinen an. Ich hoffe es wirklich. Es war ja schon voriges Jahr schwierig. Ich habe bei der Krebshilfe ja auch mein großes Projekt ,Mama/Papa hat Krebs‘. Die sind ja auch abhängig von mir. Ich nehme mir das alles so zu Herzen.“

Ans Herz gehen auch Sissi Pröll vor allem die Schicksale von Kindern, wie sie erzählt. „Für mich ist es etwas ganz Außergewöhnliches, wenn ich Familien helfen kann, die in eine Notsituation geraten sind, wo auch Kinder betroffen sind. Wir versuchen dann für diese Kinder Patenschaften zu organisieren und das funktioniert eigentlich sehr gut.“ Als gläubige Christin vertraut sie auch auf den Beistand von oben. „Ich denke, dass ich mir schon die Kraft aus dem Glauben hole und eigentlich ein glücklicher Mensch bin, gläubig sein zu können.“

Wer helfen möchte:

https://www.hilfeimeigenenland.at/

https://www.hilfswerk.at/international/wo-wir-helfen/moldawien/jeannine-schiller/

http://danceragainstcancer.com/

https://www.krebshilfe.net/

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.