Aufhören oder nicht, das ist die Frage

So manch ein Hollywood-Star liebäugelte mit einem Abschied vom vermeintlichen Traumjob.

"Irgendwann ist man es leid, anderer Leute Klamotten zu tragen, anderer Leute Sätze zu sprechen und an Stelle von anderen Leuten zu sein.“ Dieser Satz stammt nicht etwa von einem lebensmüden Philosophen, der sich zum wiederholten Male in der Kunst der Doppeldeutigkeit versucht. Nein, der Urheber dieser Aussage ist ein gewisser Charlie Sheen. Unlängst sprach der ewige "Bad Boy" übers Aufhören. Dabei dachte er nicht etwa an seine Eskapaden, sondern an seinen eigentlichen Job, das Schauspielern. "Ich mache das seit 30 Jahren", sagte Sheen in einem Zeitungsinterview. "Ich bin dankbar. Ich hatte ein traumhaftes Leben, dank des Fernsehens". Dennoch findet er, dass es eine Menge mehr zu tun gäbe, als nur "eine Scheinwelt" zu produzieren. Einen Plan für die Zeit danach hat der 47-Jährige auch schon: "Dann gehe ich nur noch zu Fußballspielen und in Vergnügungsparks". Wenn man Charlie Sheens Lebensweg auch nur teilweise verfolgt hat, dann weiß man, dass er immer für eine Überraschung gut. Doch, hat er sich diesmal zu weit aus dem Fenster gelehnt? So wie damals Angelina Jolie. 2005 erklärte die Schauspielerin, dass sie keine Filme mehr drehen will. "Ich glaube, das ist mir nicht mehr so wichtig wie früher. Es macht mich glücklicher, wenn ich andere Dinge tue", sagte die heutige mehrfache Mutter. Filme würden immer mit soviel Aufwand zusammenhängen und es gäbe dabei "nicht viel, das aufregend oder erfüllend ist." Ihre Rücktrittsgedanken wischte Jolie schnell aber wieder weg, stand in den Folgejahren mehrmals vor und hinter der Kamera. Im vorigen Monat nahm die 37-Jährige erneut das Wort "Rücktritt" in den Mund, blieb diesmal aber ein bisschen vorsichtiger: "Ich glaube, ich muss die Schauspielerei aufgeben, wenn die Kinder ins Jugendalter kommen, weil es dann zu Hause so viel zu tun geben wird." Ein paar Jährchen bleiben ihr also doch. Jolies Lebensgefährte Brad Pitt hegt ähnliche Absichten. Der 49-Jährige möchte allerdings nur eine Rochade vornehmen und den Platz vor der Kamera für den hinter der Kamera tauschen. "Mir macht die Produktion Spaß", verriet Pitt in Gegenwart der Journalisten vor etwas mehr als einem Jahr. Wann er die Schauspielerei aufgeben will, ließ er offen. In einem TV-Interview hatte er zuvor angekündigt, nur noch bis zu seinem 50. Geburtstag schauspielern zu wollen. Das wäre Ende 2013. Mit dem Abschiedsgedanken kokettierte zeitweilig auch Nicole Kidman. "Was meine Zukunft als Schauspielerin angeht - ich weiß es nicht", ließ die Ex-Frau von Tom Cruise vor einigen Jahren die Medien rätseln. "Es gibt viele Dinge im Leben neben der Schauspielerei", sagte sie 2008 bei der Premiere ihres Films "Australia". "Vielleicht entscheide ich mich, mehr Kinder zu bekommen", warf sie den Journalisten zusätzliche Nahrung für ihre Rücktrittsspekulationen. Nach diesen Aussagen drehte die 45-Jährige sechs weitere Filme, in mehreren weiteren Projekten wirkt sie gerade mit. Müde vom Filmgeschäft zeigte sich ebenso Johnny Depp. "Ich denke ständig daran aufzuhören", ließ uns der Frauenschwarm vor geraumer Zeit wissen. Da er in der Branche keine wirklich schlechten Erfahrungen gemacht habe, gäbe es für ihn keinen echten Grund Adieu zu sagen. Allerdings klagte Depp schon vor Jahren, dass ihm der Rummel um seine Person mittlerweile zu groß sei: "Bei meiner Art von Leben willst du einfach mal deine Ruhe haben. Das Einzige, wonach du dich sehnst, ist, einfach nur dazusitzen und zu atmen." Eine Pension ist - das zeigt ein Blick auf seine Projektliste - lange nicht in Sicht. Alec Baldwin wollte ab 2012 in seinem Leben etwas anderes machen. In einem Interview beschwerte sich der heute 54-Jährige darüber, dass er nicht mehr mit der nötigen Leidenschaft hinter der eigenen Karriere stehe. Er sei gelangweilt davon, Filme zu drehen. Kurz danach erklärte Baldwin, er wolle für das Amt des New Yorker Bürgermeisters kandidieren. Ein paar Monate später änderte er erneut seine Meinung, indem er sagte, dass die Kandidatur für ihn doch nichts sei. Also widmete er sich schlussendlich der guten alten Schauspielerei, die ihm plötzlich wieder Spaß macht. Er habe erst in fortgeschrittenem Alter verstanden, wie die Darstellkunst funktioniere, sagte er in einer Sendung. Kevin Spacey schwirrt der Abschiedsgedanke seit Jahren durch den Kopf. Vor fünf Jahren sagte er, seine Karriere als Schauspieler sei ihm mittlerweile völlig egal. Der zweifache Oscar-Gewinner wolle sich nur noch auf seine Arbeit als Direktor des Old Vic Theaters in London konzentrieren. Dem Film hat er trotz anderer Absichten niemals den Rücken gekehrt.
(KURIER) Erstellt am
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