Anja Kruse regt sich über Jugendwahn und Influencer vor der Kamera auf
Schauspielerin Anja Kruse
Ihren ersten Kinofilm drehte die deutsche Schauspielerin Anja Kruse 1981 – und zwar „Die weiße Rose“ von Michael Verhoeven (gestorben 2024). Als beste Nachwuchsschauspielerin wurde sie im Jahr 1984 mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. 2004 war die heute 69-Jährige für eine KURIER Romy nominiert.
Sie spielte Rollen in vielen bekannten Serien wie „Das Traumschiff“, „Die Schwarzwaldklinik“, „Der Alte“ oder „Forsthaus Falkenau“. Auch in allen „Da wo …“-Heimatfilmen mit Hansi Hinterseer (71) war sie zu sehen. Und auch auf der Theaterbühne fühlt sich die Schauspielerin bis heute wohl.
Besonders gerne erinnert sie sich an ihre Zeit bei „Der Schwarzwaldklinik“ zurück.
Eigentlich kam sie ja vom Theater, aber dieser große TV-Erfolg hat ihre Karriere beeinflusst. „Es war unfassbar. Wir hatten Einschaltquoten, von denen man heute nur träumen kann“, erzählt sie in einem Stern-Interview.
So wie viele ihrer Schauspielkolleginnen prangert auch Kruse den Umgang mit Frauen reiferen Alters an. „Schlimm war es während der Corona-Pandemie. Als die älteren Darsteller plötzlich zur Risikogruppe wurden, die man angeblich nicht versichern könne. So ein Schwachsinn“, ärgert sie sich im Stern-Interview.
„Bei vielen deutschen Sendern regiert der Jugendwahn. Großmütter werden von 40-Jährigen gespielt, die dann entsprechend geschminkt werden“, so Kruse, die den TV-Einsatz von Influencern aber noch viel schlimmer findet. Diese würden den ausgebildeten Schauspielerinnen und Schauspielern die Rollen wegnehmen.
„Sie mögen viele Follower haben, aber mit Qualität vor der Kamera hat das nichts zu tun.“ Zu dieser Thematik haben sich auch schon ihre Kolleginnen Anja Kling (55) oder Barbara Wussow (64) kritisch geäußert.
Kruse, die seit 30 Jahren praktizierende Buddhistin ist, widmet sich derzeit verstärkt dem Theater. „Am Theater entwickelt man sich weiter und lernt immer etwas Neues. Und ich liebe den direkten Austausch mit dem Publikum. Man sieht sofort, ob man die Menschen berührt.“
Und obwohl sie einst Kandidatin in der Reality-TV-Show „Fort Boyard“ war, wäre das „Dschungelcamp“ nichts für sie.
Kommentare