┬ę REUTERS/PETER NICHOLLS

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09/05/2021

Angelina Jolie: "Afghanistan ist kein Ausrutscher oder Einzelfall"

Die Welt sei heute in einem schlimmeren Zustand als vor 20 Jahren.

Hollywood-Star Angelina Jolie, Sonderbotschafterin des UN-Fl├╝chtlingshilfswerks, sieht die Entwicklungen in Afghanistan als Beispiel f├╝r systematisches politisches Versagen. "Afghanistan ist kein Ausrutscher oder Einzelfall, es steht f├╝r ein Muster. Es steht f├╝r eine jahrzehntelange Vernachl├Ąssigung von Menschenrechten", sagte Jolie der Welt am Sonntag.

"In dem Land offenbart sich sowohl der Mangel an durchdachten menschenrechtsbasierten Interventionen wie auch der Zusammenbruch des internationalen Systems." Die ganze Welt sei heute in einem schlimmeren Zustand als vor 20 Jahren, sagte Jolie: "Wir haben mehr ungel├Âste Konflikte und Millionen mehr Fl├╝chtlinge."

Nach den Anschl├Ągen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten hatte ein US-gef├╝hrter Milit├Ąreinsatz in Afghanistan das Regime der militant-islamistischen Taliban gest├╝rzt. Parallel zum Abzug der US-Truppen haben die Taliban j├╝ngst wieder die Macht ├╝bernommen.

Jolie sagte, sie glaube zwar nicht, dass eine Regierung in Afghanistan "jetzt einfach die Uhr zur├╝ckdrehen und sagen kann, dass von nun an alles wieder so sein wird wie vor 20 Jahren". Aber da k├Ânne sie sich auch irren. Ihre Sorge sei jedenfalls gro├č: "Ich denke an all die Frauen und M├Ądchen, die jetzt nicht wissen, ob sie wieder zur Arbeit oder zur Schule gehen k├Ânnen. Und ich denke an die jungen Afghanen, die sich Sorgen machen, dass sie ihre Freiheiten verlieren werden."

Kritisch ├Ąu├čerte sich Jolie mit Blick auf die Verhandlungen der USA unter dem damaligen Pr├Ąsidenten Donald Trump mit den Taliban in Doha, die im Februar 2020 in einem Abkommen ├╝ber einen Abzug der internationalen Streitkr├Ąfte m├╝ndeten. "Amerika h├Ątte sich niemals an Verhandlungen beteiligen d├╝rfen, bei denen die afghanische Zivilgesellschaft und die afghanischen Frauen fast vollst├Ąndig ausgeschlossen wurden", sagte sie. "Das ist etwas, das wir niemals tun sollten - die Zukunft eines Landes ├╝ber die K├Âpfe seiner Bev├Âlkerung hinweg zu diskutieren."

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