10 Film-Liebespaare, die sich in Wirklichkeit nicht leiden konnten

Vor der Kamera schmachtende Blicke und heiße Küsse, hinter den Kulissen lauter Streit und gegenseitige Vorwürfe: Diese Filmpaare waren im realen Leben alles andere als unzertrennlich.
Patrick Swayze und Jennifer Grey in einer Szene aus dem Film „Dirty Dancing“.

Heiße Küsse, dramatische Abschiede oder tränenüberströmte Liebesgeständnisse: Der Beruf der Schauspielerei ist kein gewöhnlicher, hier wird das Innenleben nach Außen gekehrt und nicht selten geht man mit dem Co-Star auf Tuchfühlung (und das auch noch in Abwesenheit einer großen Filmcrew). Besonders dann, wenn es vor der Kamera emotional wird, ist es hilfreich, wenn die Chemie mit dem Gegenüber stimmt.

Doch auf der gemütlichen Couch vorm Fernseher vergisst man leichthin, dass es sich beim romantischen Liebespaar, das sich einmal mehr im strömenden Regen die ewige Liebe schwört, um nichts mehr als Kollegen handelt. Und, man kennt das schließlich auch selbst: Nicht immer kommt man mit dem Kollegen (oder der Kollegin) klar, ist nicht auf einer Wellenlänge, kracht man öfter mal zusammen. 

Doch im Berufsleben muss man eben oftmals gute Mine zum bösen Spiel machen – oder eher zum überzeugenden Spiel, wenn es um Film und Fernsehen geht. Denn bei so machen Leinwand-Pärchen knisterte es abseits der Kamera auf gänzlich andere Weise, machten sich gegenseitig die Arbeit zur Hölle und reden auch nach Jahren kein Wort mehr miteinander. Als naiver Filmfan muss man in solchen Fällen einmal mehr feststellen: Das Traumpaar ist eben nichts anderes als genau das – ein Traum.

10 Film-Liebespaare, die sich im wahren Leben nicht ausstehen können:

Ryan Gosling und Rachel McAdams

Ryan Gosling & Rachel McAdams

Obwohl "Wie ein einziger Tag" zu einem der beliebtesten Liebesfilme aller Zeiten gehört, waren die Dreharbeiten alles andere als harmonisch. Ryan Goslings und Rachel McAdams' Streit ging sogar so weit, dass Regisseur Nick Cassavetes einschreiten musste.

"Ryan kam zu mir und sagte: 'Könntest du sie hier wegbringen und eine andere Darstellerin herholen, die den Text spricht, wenn sie nicht im Bild ist? Ich kann es nicht. Ich kann es nicht mit ihr. Ich bekomme nichts zurück‘“, sagte Cassavetes in einem Interview mit VH1. Anstatt eine neue Darstellerin ans Set zu bringen legte der Regisseur eine kleine Therapie-Session mit den beiden ein. Sie schrien sich eine Zeit lang an und kehrten schließlich zur Arbeit zurück.

Diese Therapie dürfte geholfen haben: Nach den Dreharbeiten wurden Gosling und Adams ein Paar, die Beziehung hielt zwei Jahre lang.

Reese Witherspoon mit blonden Haaren und schwarzem Oberteil.

Reese Witherspoon & Vince Vaughn

Reese Witherspoon und Vince Vaughn versuchen in "Mein Schatz, unsere Familie und ich" als glücklich unverheiratetes Pärchen die Weihnachtsfeiertage im Kreis der Verwandten zu überstehen. Hinter der Kamera aber sorgten vor allem ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen für große Konflikte.

Witherspoon ist als Perfektionistin bekannt und habe sich auch auch bei diesem Film penibel auf die Dreharbeiten vorbereitet, womit sie allerdings auf taube Ohren bei Vaughn gestoßen sei, der vor allem auf Improvisation setzte, heißt es. Vaughn sei täglich nach durchgefeierter Nacht am Set erschienen, während Witherspoon früh und drehbereit am Set war. Es soll ihnen bis zum Schluss nicht gelungen sein, sich auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen. 

Patrick Swayze und Jennifer Grey tanzen in „Dirty Dancing“.

Patrick Swayze & Jennifer Grey

Sie gelten als Synonym für erotisches Knistern und verliehen dem Geschlechterkampf einen rhythmischen Hüftschwung wie kein Paar vor (und nach) ihnen: Patrick Swayze und Jennifer Grey in "Dirty Dancing". So so heiß es am Tanzparkett im Kultfilm auch zuging, so unerotisch und kompliziert waren die Dreharbeiten: 

Swayze konnte Grey nicht ausstehen, bezeichnete die Arbeit mit ihr als "sehr schwierig". So sollen die Szenen, in denen Grey als "Baby" bei den Tanzproben stets kichern muss, woraufhin Swayze alias Johnny genervt mit den Augen rollt, nicht gespielt gewesen sein. Swayze empfand die jüngere Grey als zu naiv und zu emotional, sie wiederum sah in ihn einen unreifen und wenig empathischen Macho. 

Beide sprachen später offen über ihre schwierige Beziehung zueinander. Im Interview mit The Hollywood Reporter beispielsweise sagte Grey: "Seine Furchtlosigkeit zusammen mit meiner Ängstlichkeit war wie eine Ehe mit zwei Gegensätzen. Er hat alles gemacht und ich hatte bei allem Angst, es zu tun."

Angelina Jolie und Johnny Depp posieren vor einem Werbeplakat für den Film „The Tourist“.

Johnny Depp & Angelina Jolie

Angelina Jolies und Johnny Depps gemeinsamer Film "The Tourist" (2010) geriet zum Megaflop – und auch hinter den Kulissen war von heiterer Stimmung nichts zu bemerken. Depp bezeichnete Jolie als arrogante Diva, sie wiederum fand sein Verhalten am Set (unter anderem seine stetigen Verspätungen) unprofessionell und kritisierte auch sein Aussehen. Eine angenehme Arbeitsatmosphäre sieht anders aus. Diesmal aber gibt's ein Happy End: Mittlerweile sollen die beiden gut befreundet sein.

Dustin Hoffman und Meryl Streep in einer Szene aus dem Film „Kramer gegen Kramer“.

Dustin Hoffman & Meryl Streep

Es scheint beinahe unmöglich, Meryl Streep nicht zu mögen. Doch Dustin Hoffman ist hier eine Ausnahme. Weil sie ihre Dialogzeilen in "Kramer vs. Kramer" (1979) ändern und ihrer Figur einen größeren feministischen Aspekt geben wollte, war Hoffman, gelinde gesagt, sehr genervt. Bei einer Szene hat Hoffman Streep gar geschlagen, obwohl das nicht im Drehbuch stand. Am Ende haben beide für ihre Rollen den Oscar gewonnen. Ausstehen sollen sie sich aber bis heute nicht können.

Als Hoffman 2018 angeblich in den Skandal rund um Harvey Weinstein verwickelt war, äußerte sich Streep mit harten Worten zum damaligen Vorfall gegenüber The New York Times: "Er hatte eine Grenze überschritten."

Leonardo DiCaprio und Claire Danes posieren zusammen auf einem Event.

Leonardo DiCaprio & Claire Danes

In der von Baz Luhrmann modern inszenierten epischen Lovestory "William Shakespeares Romeo + Julia" gaben die damaligen Jungstars Leonardo DiCaprio und Claire Danes das weltberühmte junge Liebespaar, dessen Schicksal es ist, nicht zusammen sein zu dürfen. Im Drama ist die Liebe der Teenager sogar größer als der Tod, doch im echten Leben war von Kitsch und ewiger Zweisamkeit nicht viel zu bemerken: So richtig sympathisch fanden sich die beiden Schauspieler nicht. 

Ähnlich wie bei Swayze und Grey sollen ihre Charaktere zu unterschiedlich gewesen sein, DiCaprio soll Danes als zu ernst, sie ihn als zu kindisch und unreif empfunden haben (er spielte ihr mehrfach Streiche am Set). 

Gerüchten zufolge soll die Antisympathie seitens Danes sogar so groß gewesen sein, dass sie deswegen die Hauptrolle in "Titanic" an der Seite von DiCaprio ablehnte. Diese ging schließlich bekanntlich an Kate Winslet. Mit dieser verbindet DiCaprio bis heute eine enge Freundschaft.

Julia Roberts und Nick Nolte in einer Szene aus dem Film „I Love Trouble – Nichts als Ärger“.

Julia Roberts & Nick Nolte

Der Flop von Julia Roberts' und Nick Noltes gemeinsamer RomCom "I Love Trouble" führten damalige Kritiker unter anderem auf die absolut fehlende Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern zurück. Da dürfte tatsächlich etwas Wahres dran sein, denn Roberts und Nolte konnten sich absolut nicht ausstehen, mitunter ist sogar von "Hass" zwischen ihnen zu lesen. 

In einem damaligen Interview mit The New York Times machte Roberts keinen Hehl aus ihrer Abneigung zu Nolte: Sie bezeichnete ihn als "absolut widerlich" und als jemand, der ihr von der ersten Minute an auf die Nerven ging: "Er wird mich dafür hassen, dass ich das sage, aber er scheint sich richtig Mühe zu geben, Leute zu vergraulen." Zuletzt weigerten sich die beiden sogar, Szenen miteinander zu drehen.

2022 gab Nolte in einem Interview zu, sich damals falsch verhalten zu haben, mittlerweile hätten sie aber einander vergeben. 

Lauren Bacall, Shirley MacLaine und Anthony Hopkins bei einer Veranstaltung.

Anthony Hopkins und Shirley MacLaine

Anthony Hopkins bezeichnete Shirley MacLaine als "unausstehlichste Schauspielerin, mit der er je gedreht habe". Zusammen waren die beiden Kultstars im Film "Jahreszeiten einer Ehe“ aus dem Jahr 1980 zu sehen. Sie konterte in einem Interview: "Ich mochte ihn auch nicht." Doch Hopkins nimmt rückblickend die Schuld für das schwierige Arbeitsverhältnis auf sich: Damals hatte er gerade erst seine Akoholsucht hinter sich gelassen und durchlebte eine schwierige Zeit. "Ich war angewidert, kaputt und nicht vertrauenswürdig", so Hopkins Jahre später via Instagram.

Jennifer Aniston posiert mit Jay Mohr auf einer Veranstaltung.

Jennifer Aniston & Jay Mohr

In "Der gebuchte Mann" ist Jennifer Aniston zwischen Jay Mohr und Kevin Bacon hin- und hergerissen. Mohr stellt in der romantischen Komödie "Mr. Right" dar, doch dieser war er hinter den Kulissen eindeutig nicht – zumindest nicht für den damaligen "Friends"-Star. 

Als Aniston erfuhr, dass Jay Mohr als ihr Partner besetzt wurde, konnte sie ihren Frust nicht zurückhalten. "Ich war auf dem Set mit einer Hauptdarstellerin, die schon am ersten Tag signalisiert hat, dass sie mich nicht mochte", erzählt Mohr in einem Interview mit Elle. "Ich hatte damals erst in wenigen Filmen mitgespielt und obwohl sehr bekannte Schauspieler in der engeren Auswahl waren, habe ich die Rolle bekommen. Sie hat während der Aufnahmen laut durchs Set 'Auf keinen Fall! Das ist nicht euer ernst!‘ geschrien." 

Auf die Frage, ob er von seinem Film mit Aniston spricht, sagte er: "Das werde ich niemals beantworten."

Marilyn Monroe lächelt in einem Schwarzweißporträt.

Marilyn Monroe & Laurence Olivier

Marilyn Monroe, bis heute die bekannteste Filmblondine aller Zeiten, und der vierfache Oscar-Preisträger Laurence Olivier waren 1957 in der Komödie "Der Prinz und die Tänzerin" gemeinsam auf der Leinwand zu sehen.

Ein Erlebnis, an das sich Olivier (er starb 1989 im alter von 82 Jahren) nicht gern zurückerinnerte: " Ich war noch nie so froh, dass ein Film zu Ende war." Monroe bezeichnete er als "durch und durch unhöfliches Mädchen." Angeblich beschwerte sich Olivier auch ständig darüber, dass seine Filmpartnerin alles daran setzte, um ständig sexy zu wirken, auch wenn dies für die Szene gar nicht angebracht war. Filmhistorischen Quellen zufolge soll Olivier aber auch eifersüchtig auf Monroes Ruhm und Erfolg gewesen sein.

Jahrzehnte später schien Olivier das zu bestätigen, als er einlenkend sagte: "[Marilyn Monroe] hat eine herausragende Leistung abgeliefert. Vielleicht war ich Marilyn und mir selbst gegenüber gereizt, weil ich das Gefühl hatte, meine Karriere sei in einer Sackgasse … Ich war so gut, wie ich nur sein konnte, und Marilyn! Marilyn war einfach wunderbar, die Beste von allen."

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