67. Vierschanzentournee Oberstdorf

Stefan Kraft rettete zu Beginn der Vierschanzentournee die österreichische Ehre. 

© APA/dpa/Daniel Karmann / Daniel Karmann

Sport
01/01/2019

Wo stehen ÖSV-Sportler 50 Tage vor der Heim-WM in Seefeld?

Die Skispringer, die Nordischen Kombinierer und die Langläufer im KURIER-Formcheck.

von Christoph Geiler

Wenn die Skispringer heute Abend von Garmisch-Partenkirchen Richtung Innsbruck weiterreisen, dann kommen sie an jenem Ort vorbei, der in einigen Wochen zum Saison-Höhepunkt bittet. Am letzten Tag des Jahres 2018 waren es nur noch 50 Tage bis zur Nordischen Weltmeisterschaft in Seefeld.

Auch wenn die Athleten im Moment noch andere Ziele vor Augen haben, die Titelkämpfe in der Heimat sind gerade bei den Österreichern omnipräsent. „Wie oft kann man schon eine WM vor der Haustür erleben“, sagt Gregor Schlierenzauer, der gerade auf der Schanze in Seefeld an der WM-Form feilt.

Wo stehen die ÖSV-Athleten sieben Wochen vor dem Saisonhöhepunkt? Wer hat noch Aufholbedarf? Für wen könnte die WM schon morgen beginnen?

Skispringen

In Oberstdorf endete am Sonntag ein Jahr, das reich war an Enttäuschungen. Ein Jahr auch, in dem die einstige Großmacht Österreich bisweilen regelrecht zu einem Skisprung-Niemandsland verkam: Null Medaillen bei Olympia und der Skiflug-WM und lediglich acht Podestplätze in 24 Weltcupbewerben sprechen eine eindeutige Sprache.

Immerhin konnte Stefan Kraft mit dem dritten Platz beim Tournee-Start noch für einen versöhnlichen Jahresabschluss sorgen. „Wir sehen, dass wir vorne mitspringen können, das bringt jetzt etwas Ruhe in die Mannschaft“, sagt Cheftrainer Andreas Felder.

Trotzdem haben die Österreicher vor allem mannschaftlich noch sehr viel Luft nach oben. Und eine kollektive Steigerung wird auch notwendig sein, wollen die ÖSV-Adler in Seefeld ihre glänzende WM-Serie fortsetzen: Seit 2005 (Oberstdorf) haben die Adler noch bei jeder WM eine Medaille gewonnen. „Mannschaftlich gesehen müssen wir uns steigern“, weiß auch Felder.

Nach den bisherigen Leistungen in diesem Winter ist eine österreichische Medaille jedenfalls keineswegs selbstverständlich. Auch bei den Damen hält Österreich nach den ersten fünf Saisonbewerben erst bei einem Stockerlplatz durch Daniela Iraschko-Stolz. Übrigens: Bei der letzten Heim-WM 1999 in Ramsau hatte es für Österreichs Skispringer nur zu einer Bronzemedaille gereicht.

Formbarometer: 2,5 von 5 Sternen

Nordische Kombination

Im Gegensatz zu den Deutschen, die diese Disziplin seit Jahren dominieren, haben die Österreicher durch Mario Seidl bereits einen Saisonsieg gefeiert. Dazu kommen zwei weitere Podestplätze in Person von Franz-Josef Rehrl, der mit 25 Jahren nun ebenfalls in der Weltspitze angekommen ist. Seine Nachfolger bereiten dem neuen ÖSV-Direktor Mario Stecher viel Freude. „Die Entwicklungen sind positiv“, erklärt der ehemalige Kombinierer. Zumal das ÖSV-Team noch Routiniers wie Lukas Klapfer und Bernhard Gruber in der Hinterhand hat, die traditionell mit Fortdauer der Saison stärker werden. Gerade in den Teambewerben sollte eine Medaille für die Österreicher Pflicht sein, allerdings ist die Leistungsdichte in der Kombination auch nicht so hoch wie im Skispringen.

Formbarometer: 4 von 5 Sternen

Langlauf

Quizfrage: Welche Sparte des ÖSV war seinerzeit bei der WM in Ramsau die erfolgreichste? Die Langläufer retteten damals für Österreich das Großereignis, nachdem die Kombinierer (durch Mario Stecher) und Springer (Teambewerb) jeweils nur eine Medaille geholt hatten. Die vier Medaillen von Ramsau, darunter sogar Gold in der Staffel, sind bis heute unerreicht – und dieser Erfolg wird sich so schnell auch nicht mehr wiederholen.

Immerhin ist die Tochter eines Weltmeisters von 1999 auf einem guten Weg, 20 Jahre später in dessen Fußstapfen zu treten. Teresa Stadlober hat sich in den vergangenen Jahren in der Weltspitze etabliert und darf selbst ohne Blick durch die rot-weiß-rote Brille zu den Medaillenhoffnungen gezählt werden. Die 25-Jährige hat mit ihrem Trainer-Papa Alois in diesem Winter alles der WM untergeordnet. Die Tour de Ski, die heute im Val Müstair (SUI) mit einem Sprint fortgesetzt wird, dient Stadlober als erster echter Härtetest.

Formbarometer: 3 von 5 Sternen

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