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Sport | Wintersport
03/17/2019

Wie der KAC trotz der langen Nacht von Bozen wachsam bleibt

Die Klagenfurter siegten am Samstag um 0.08 Uhr und kamen um 6 Uhr ins Bett. Heute um 17.30 Uhr geht es weiter.

„Endless Overtime“ heißt es im Eishockey, wenn im Play-off so lange gespielt wird, bis ein Tor fällt. Am Freitag fühlte sich das Duell von Bozen mit dem KAC tatsächlich endlos an. 3:3 stand es nach 60 Minuten, also ging es in die Verlängerung. Die erste blieb torlos, die zweite auch, die dritte ebenfalls.  Zwei komplette Partien waren  gespielt.  Erst nach 120 Minuten und 53 Sekunden verwertete Bischofberger einen Abpraller zum erlösenden 4:3 für den KAC. Rekord in der EBEL.

Zu diesem Zeitpunkt war es 0.08 Uhr. Manche Spieler wie Goalie Haugen waren zum Jubeln zu müde. Ersatzmann Madlener trug dem Norweger sogar Teile der Ausrüstung hinaus.

Bei den Klagenfurtern  herrschte Ausnahmezustand: In den Pausen der (inklusive Aufwärmen) fünfstündigen Partie wurden Bananen, Proteinshakes und Nüsse verdrückt. Robert Mager von der Agentur Allout, die sich schon um die Fitness des deutschen Nationalteams gekümmert hat, betreut den KAC und ist immer bei den Spielen dabei. In den Drittelpausen machte er mit manchen Spielern spezielle Dehnübungen gegen die einsetzenden Krämpfe.

Doch wie sollte es weitergehen?  Der minutiös durchgeplante Ablauf bis zum Sonntag-Spiel in Klagenfurt (17.30 Uhr)  hielt nicht. Weil das Team erst nach 1 Uhr aus der Halle kam, wollte man sich nicht auf Herbergssuche machen und fuhr nach Klagenfurt zurück. Die Spieler waren gegen sechs Uhr im Bett, das Vormittagstraining wurde gestrichen. Am Nachmittag ging es in den Fitness-Raum zum regenerativen Training.  Mental sind die Klagenfurter nach dem Rekord-Spiel im Vorteil: Eine Niederlage nach 121 Minuten und ein 0:2 in der Serie muss Bozen erst einmal verkraften. Auch den Ausfall des gesperrten Nordlund.

"Alles besser machen"

In allen anderen Serien steht es 1:1. Bei den Capitals (19.15, gegen Znaim) sagte Coach Cameron nach dem 3:4 in Tschechien: „Wir müssen lernen: Wenn du gegen dieses Team den Fuß vom Gas nimmst, kommst du nicht zurück.“  Wiens Kapitän Andreas Nödl will seine Kollegen wach rütteln: "Wir müssen alles besser machen als am Freitag."

Bei den Caps wurde Lakos wegen eines Bandenchecks zwei Spiele gesperrt, bei Znaim muss Hlava für seinen Stockschlag ins Gesicht des Wieners Peter ebenfalls zwei Spiele zusehen.

Die Begründung der Sperre von Phil Lakos