Andreas Widhölzl (re.) hat als Assistenzcoach von Heinz Kuttin schon viel Erfahrung gesammelt.

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Sport Wintersport
03/30/2020

Wer wird der neue ÖSV-Skisprungcoach?

Die Kandidaten unter der Lupe: Warum Andreas Widhölzl gute Karten hat, Nachfolger von Andreas Felder zu werden.

von Christoph Geiler

Vor einer Woche trat Andreas Felder als Cheftrainer der österreichischen Skispringer zurück. Der 58-Jährige ist erst im Februar Vater geworden und will sich fortan um seine Familie kümmern. Wer folgt dem Tiroler Trainerroutinier als Chefcoach nach?

Der ÖSV wurde keineswegs auf dem falschen Fuß erwischt. Andreas Felder hatte den Skiverband schon während der Saison darüber in Kenntnis gesetzt, dass er sich als Trainer zurückziehen werde. ÖSV-Direktor Mario Stecher bevorzugt bekanntlich eine österreichische Lösung. Der KURIER  nimmt einige Kandidaten unter die Lupe.

Harald Rodlauer

Dass der Steirer ein ausgewiesener Fachmann ist und Führungsqualitäten besitzt, stellt er bei den Damen nachhaltig unter Beweis. Unter Chefcoach Harald Rodlauer holten die Österreicherinnen in diesem Winter den Nationencup, dazu formte der ruhige Polizist Marita Kramer, Chiara Hölzl und Eva Pinkelnig zu Siegspringerinnen.

ÖSV-Direktor Mario Stecher schätzt Rodlauer sehr und verweist auf seine frühere Arbeit als Trainer der italienischen Kombinierer. Alessandro Pittin erlebte unter Coach Rodlauer seine beste Zeit. Was trotz aller Erfolge gegen eine Beförderung von Rodlauer zum Herren-Chef spricht: Ist es klug, vor einer WM-Saison - die Titelkämpfe finden 2021 in Oberstdorf statt - das funktionierende Damen-Team zu zerreißen?

Andreas Widhölzl

Es ist kein Geheimnis, dass der Tiroler als Skisprung-Coach große Ambitionen hat und immer schon das Amt des Cheftrainers angestrebt hat. Der 18-fache Weltcupsieger hat in den letzten Jahren als Assistent von Alexander Pointner und Heinz Kuttin schon viel Erfahrung auf dem Trainerturm gesammelt, in den vergangenen beiden Saisonen half er erfolgreich den ÖSV-Talenten im Kontinentalcup auf die Sprünge.

Widhölzls Bilanz im vergangenen Winter war beeindruckend: Im Kontinentalcup war Clemens Leitner vor Clemens Aigner die Nummer eins, unter den ersten sieben Springern im Gesamtklassement schienen gleich fünf ÖSV-Athleten aus seiner Riege auf. Nun scheint für den 43-Jährigen die Zeit reif für die große Aufgabe und das Amt des Cheftrainers. Widhölzl wäre der logische Kandidat. "Es würde mich natürlich freuen", sagt der Tiroler.

Andreas Mitter

Der Steirer war jahrelang im ÖSV-Nachwuchs tätig und kann mittlerweile auch Auslands-Erfahrung vorweisen. Der jüngere Bruder von ÖSV-Skidamen-Chef Christian Mitter, arbeitete als Cheftrainer in Finnland und ist seit einem Jahr beim deutschen Verband im Einsatz.

Robert Treitinger

Der ausgebildete Sportwissenschafter gehörte bereits dem Trainerstab von Andreas Felder an und hat sich als Analytiker und Teamplayer bewährt. Auf seine Dienste kann und will das ÖSV-Skisprungteam nicht verzichten. Treitinger dürfte aber eher der Typ aus der zweiten Reihe sein.

Alexander Pointner

Er ist neben Werner Schuster, der bereits abgewunken hat, der prominenteste österreichische Skisprungcoach, der gerade auf dem Markt ist. Unter ihm sprangen die Österreicher einen Erfolg nach dem anderen ein und hatten jahrelang die Lufthoheit. Eine Rückkehr von Pointner zum ÖSV ist allerdings unter der aktuellen Verbandsspitze nicht vorstellbar.

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