Skisprung-Dominatoren: Die fliegende Familie Prevc

Domen Prevc
Domen Prevc ist Skiflug-Weltmeister, Schwester Nika siegte in Japan. Und es gibt noch mehr Geschwister.

Es war am Samstag wieder so ein Tag, da hätten Bozidar und Julijana Prevc vor Stolz wohl platzen können. Zunächst feierte Tochter Nika in Sapporo ihren zwölften Saisonsieg im Weltcup. Und ein paar Stunden später krönte sich Sohn Domen in Oberstdorf zum Skiflug-Weltmeister. Die Familie aus Kranj, unweit des slowenischen Skisprung-Mekkas Planica, dominiert das Geschehen bei Männern und Frauen. Und prägt den Sport wie keine Familie je zuvor.

Vater Bozidar ist Besitzer eines Möbelgeschäfts – und Sprungrichter. Zunächst ermöglichte er seinem Sohn Peter eine Skisprung-Karriere. Und es sollte keine schlechte werden. Der heute 33-Jährige gewann vor zehn Jahren die Vierschanzentournee, darf sich Gesamtweltcupsieger nennen und triumphierte bei 24 Weltcupspringen. Und er ist einer der Vorgänger seines Bruders als Skiflug-Weltmeister. Cene (29) war nicht ganz so erfolgreich, holte aber 2022 zumindest olympisches Silber im Team, dem auch Bruder Peter angehörte.

Aktuell halten Domen (26) und Nika (20) die Fahnen der Familie hoch. Beide sind auf bestem Wege, den Gesamtweltcup zu gewinnen. Bleibt noch Ema, das Küken der Familie. Die 16-Jährige ist die einzige, die sich gegen eine Karriere als Skispringerin entschieden hat. Ihre große Liebe ist das Ballett. Sicher gut für die Nerven von Mama Julijana, einer Bibliothekarin.

Zurück zu Domen. Der tauchte 2016 mit zarten 17 Jahren zum ersten Mal im Weltcup auf. Er schlug gleich voll ein, fiel aber schon bald in ein tiefes Loch. Erst seit letzter Saison geht es wieder bergauf. In dieser Saison springt er meist in einer anderen Liga. So auch bei der Skiflug-WM, die zur Machtdemonstration wurde. Er triumphierte am Ende 59,5 Punkte vor dem Norweger Marius Lindvik. Bronze holte der Japaner Ren Nikaido.

Hörl verpasst Medaille

Die Österreicher gingen bei der Flugshow von Domen Prevc leer aus. Jan Hörl landete als Vierter knapp neben dem Podest und direkt vor seinem ÖSV-Kollegen Stephan Embacher. Stefan Kraft fiel im Finale auf Rang sieben zurück, Manuel Fettner musste sich mit Platz 16 begnügen. Daniel Tschofenig belegte nur Rang 27.

Am Sonntag haben die ÖSV-Adler im Teambewerb die Chance auf Revanche.

P.S.: Beim Sieg von Nika Prevc in Sapporo landete Lisa Eder drei Tage nach ihrem ersten Weltcupsieg deutlich neben dem Stockerl und wurde Siebente.

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