Olympia-Abfahrtstraining: Kriechmayr mit starker Vorstellung

Vincent Kriechmayr im ersten Abfahrtstraining.
Der Österreicher machte im ersten Trainingslauf auf der Pista Stelvio eine gute Figur. Odermatt fuhr sich in die Favoritenrolle.

Am Freitag werden die Olympischen Winterspiele in Mailand eröffnet. Schon am Mittwoch, exakt um 11.30 Uhr, stürzte sich der erste Abfahrer aus dem Starthaus der Pista Stelvio. Es war dem Österreicher Daniel Hemetsberger überlassen, als erster Aktiver die Spiele zu eröffnen. Schlecht war die Sicht, unruhig die Strecke nach den nächtlichen Schneefällen. "Sehr viele Pistenarbeiter habe ich nicht gesehen", sagte ORF-Experte Hans Knauß. "Wenn ich das mit Wengen oder Kitzbühel vergleiche ..." Dementsprechend vorsichtig gingen es die meisten Abfahrt-Stars an.

Nicht so Vincent Kriechmayr. Der Oberösterreicher zeigte eine beherzte Fahrt, hatte die Strecke offensichtlich im Griff und schwang schon weit vor der Ziellinie ab. Trotzdem kam er auf Rang sechs, genau eine Sekunde hinter dem Trainingsschnellsten Ryan Cochran-Siegle (USA). Dieser wiederum fuhr in direkter Linie und in der Hocke über die Ziellinie.

"Im Grunde genommen war das eine ordentliche Trainingsfahrt", sagte Kriechmayr. "Es ist noch ein bisserl weich, aber grundsätzlich war es ganz gut. Die Stelvio hat ihre Schwierigkeiten, aber ich freue mich aufs Rennen. Egal wie das Wetter oder die Piste ist: Der Beste wird sich durchsetzen." 

Schrecksekunde für Raphael Haaser

Eine äußerst brenzlige Situation musste Riesentorlauf-Weltmeister Raphael Haaser meistern. Bei einem Linksschwung verriss es dem 28-Jährigen den Ski, einen Sturz konnte er in höchster Not verhindern. Am Ende durfte Haaser froh sein, gesund im Ziel angekommen zu sein (+2,38 Sekunden). Stefan Babinsky fehlten 1,31 Sekunden auf die Bestzeit, Daniel Hemetsberger 1,52. "Heute war ich ein bisserl gemütlicher unterwegs mit der Nummer 1. Es ist aber ganz gut gegangen", sagte Hemetsberger. "Es ist ruppig wie eh und je, relativ schlagig. Beim Weltcup ist es normalerweise brutal hart hier, der Schneefall hat es etwas weicher gemacht."

Lukas Feurstein fuhr an einem Tor vorbei und hatte 4,49 Sekunden Rückstand.

Sehr stark präsentierte sich Marco Odermatt, Rang drei mit 0,40 Sekunden Rückstand: "Die Piste ist ziemlich anders nach dem vielen Schneefall. Es ist noch nicht so kompakt und eisig, wie man es normalerweise hier kennt", sagte der beste Skifahrer der Gegenwart. "Es ist hier sogar bedeckt heller als sonst hier im Dezember. Ich versuche immer gut und solide Ski zu fahren ohne zu viel zu riskieren."

Nach einem Sturz des Norwegers Fredrik Moeller musste das Training unterbrochen werden. Der Athlet musste mit dem Helikopter geborgen werden. Auch der Ire Cormac Comerford kam zu Sturz, blieb allerdings unverletzt.

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