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Sport Wintersport
03/14/2019

Shiffrin sichert sich auch die Super-G-Kristallkugel

Für die Amerikanerin ist es die erste Speed-Kugel. Nicole Schmidhofer landet in der Disziplinwertung auf dem zweiten Rang.

Mikaela Shiffrin hat sich nach Slalom auch im Super-G die kleine Kristallkugel gesichert. Das stand bereits vor dem Ende des letzten Super-G-Rennens der Saison beim Weltcup-Finale in Soldeu fest. 

Zwei Konkurrentinnen, die Shiffrin vor Rennbeginn am Donnerstag gehabt hatte, Nicole Schmidhofer und Tina Weirather konnten die Saison-Dominatorin nicht mehr abfangen. Schmidhofer, die zuvor 47 Punkte Rückstand vorzuweisen hatte, wurde ex aequo mit der 23-jährigen US-Amerikanerin Vierte. Die Liechtensteinerin Weirather schied aus. 

Dadurch war der Dreikampf zu einem Zweikampf geworden. Schmidhofer kam als Dritte ins Ziel und führte in der Kugelwertung virtuell, dann machte Shiffrin aber alles klar. "Ich habe gleich gewusst, dass Mika nicht mehr so weit zurückfallen wird", gestand Schmidhofer. Aber was soll's? Ich bin Erste und Zweite, viel besser geht's nicht", sagte die Steirerin.

Bilder vom Abschluss-Super-G:

Warm war es an diesem Donnerstagvormittag in Soldeu: Die Kanadierin Marie-Michele Gagnon saugte die Sonnenstrahlen auf.

Am Podest landeten Tamara Tippler, Viktoria Rebensburg und Federica Brignone (vo. li. n. re.).

Die strahlende Siegerin war die Deutsche Rebensburg, die auch ein zufriedenstellendes Saison-Fazit zog. 

Tippler verpasste ihren ersten Weltcupsieg denkbar knapp. 

Schmidhofer verpasste einen Tag nach dem Gewinn der Abfahrtskugel eine weitere, konnte aber dennoch grinsen. 

Nur eine Dame war angefressen: Tina Weirather riskierte zu viel und schied aus. 

Knapp am Premierensieg vorbei

Viktoria Rebensburg verhinderte den ersten Weltcupsieg von Tamara Tippler. Die Steirerin musste sich der Deutschen um 0,15 Sek. geschlagen geben. Dritte wurde Federica Brignone aus Italien

Tippler war mit Startnummer eins in ein großteils für die Herren gesetztes Rennen gegangen, das vom ÖSV-Abfahrtscoach Roland Assinger für die Damen adaptiert worden war. Die unterschiedlichen und großteils ungewohnt weiten Torabstände machten einigen Damen Probleme, so auch Stephanie Venier. Mit starker Zwischenzeit vergab die auf Abfahrtsski gestartete Tirolerin an einer kritischen Stelle ihre Podestchancen, Weirather und Ramona Siebenhofer schieden dort aus.

Tippler führte bis zur mit Nummer 15 fahrenden Rebensburg, die mit einem enorm starken Finish noch zur Bestzeit und ihrem 17. Weltcupsieg raste. "Ich habe oben zu viel hergeschenkt, bin aber trotzdem mega happy", sagte die Steirerin. "Mit Nummer eins war's nicht leicht. Ohne Fehler wird es schon einmal für ganz vorne reichen. Insgesamt war das ein gutes Finale von mir."

Nachwehen

 "Jetzt ist das eingetreten, was ich mir gedacht habe. Wenn die Michaela Vierte würde und ich gewinne, dann wäre es sich ausgegangen. Ich hätte einfach über die Saison ein bisschen besser fahren müssen", sagte Schmidhofer, die sich am Vortag aber selbst erstmals die Kristallkugel in der Abfahrt gesichert hatte.

Die Super-G-Wertung beendete Schmidhofer nach dem Weirather-Out noch als Zweite. Shiffrin sicherte sich mit dem Super-G ihre insgesamt bereist zehnte Kristallkugel. Die dreifache US-Gesamtsiegerin, die diesen Winter auch die Slalomwertung schon für sich entschieden hat, kann am Sonntag auch im Riesentorlauf noch zuschlagen und damit als dritte Rennfahrerin gleich vier Wertungen in einer Saison gewinnen.

"Ganz speziell"

Die Kugelgewinne in Slalom und Super-G sind eine Premiere im Weltcup. Die Letzte mit Gesamtsiegen in einer Technik- und einer Speed-Disziplin in einer Saison war Tina Maze (SLO) mit Riesentorlauf und Abfahrt.

"Das ist ganz speziell. Meine erste Speed-Kugel", sagte Shiffrin erfreut. "Ich hätte nie gedacht, dass ich im Super-G schon so weit bin. Aber es sind halt auch einige Rennen abgesagt worden", verwies die Amerikanerin darauf, dass die Bewerbe in St. Anton und Sotschi ausgefallen waren. Ihr hatte in Soldeu nur deshalb Ungemach gedroht, weil am Vortag ein US-Trainer die Strecke inspiziert und gefilmt hatte. Das Thema war aber rasch wieder vom Tisch.
 

Endstand:

1.

Viktoria Rebensburg (GER)

1:23,91

 

2.

Tamara Tippler (AUT)

1:24,06

+0,15

3.

Federica Brignone (ITA)

1:24,25

+0,34

4.

Nicole Schmidhofer (AUT)

1:24,35

+0,44

.

Mikaela Shiffrin (USA)

1:24,35

+0,44

6.

Jasmine Flury (SUI)

1:24,43

+0,52

7.

Sofia Goggia (ITA)

1:24,47

+0,56

8.

Kajsa Vickhoff Lie (NOR)

1:24,59

+0,68

9.

Nadia Fanchini (ITA)

1:24,73

+0,82

10.

Corinne Suter (SUI)

1:24,76

+0,85

11.

Romane Miradoli (FRA)

1:25,11

+1,20

12.

Joana Hählen (SUI)

1:25,25

+1,34

13.

Stephanie Venier (AUT)

1:25,33

+1,42

14.

Elena Curtoni (ITA)

1:25,59

+1,68

15.

Wendy Holdener (SUI)

1:25,89

+1,98

16.

Francesca Marsaglia (ITA)

1:26,35

+2,44

17.

Marie-Michele Gagnon (CAN)

1:26,63

+2,72

18.

Hannah Säthering (NOR)

1:27,22

+3,31

Ausgeschieden: Ramona Siebenhofer (AUT), Tina Weirather (LIE)

Super G Damen (6):

1.

Mikaela Shiffrin (USA)

350

2.

Nicole Schmidhofer (AUT)

303

3.

Tina Weirather (LIE)

268

4.

Viktoria Rebensburg (GER)

257

5.

Ragnhild Mowinckel (NOR)

247

6.

Tamara Tippler (AUT)

183

7.

Lara Gut-Behrami (SUI)

178

8.

Federica Brignone (ITA)

165

9.

Stephanie Venier (AUT)

156

10.

Jasmine Flury (SUI)

154

11.

Ilka Stuhec (SLO)

153

12.

Romane Miradoli (FRA)

119

13.

Joana Hählen (SUI)

117

14.

Sofia Goggia (ITA)

116

15.

Kajsa Vickhoff Lie (NOR)

107

 

Weiter:

19.

Ramona Siebenhofer (AUT)

90

25.

Cornelia Hütter (AUT)

65

26.

Anna Veith (AUT)

54

30.

Christina Ager (AUT)

43

33.

Ariane Rädler (AUT)

29

35.

Nina Ortlieb (AUT)

22

36.

Mirjam Puchner (AUT)

22

39.

Ricarda Haaser (AUT)

12