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Sport Wintersport
01/06/2019

Sieg in Zagreb - und wieder ein Jubiläum für Hirscher

Der Gesamtweltcupsieger gewinnt seinen 30. Slalom - und zum fünften Mal in Zagreb. Manuel Feller wird Dritter.

von Stefan Sigwarth

Die jungen Konkurrenten haben ihn gefordert, doch auch mit 29 Jahren und nach zwei Einfädlern in den letzten beiden Rennen konnte Marcel Hirscher den Angriff abwehren: Er feierte am Sonntag seinen 30. Weltcupsieg im Slalom, den 64. insgesamt, den fünften am Zagreber Hausberg Sljeme – und damit zeigte der Gesamtweltcupsieger auch seinem Pendant aus den USA noch einmal den Meister. Mikaela Shiffrin (23) hatte ja am Samstag mit ihrem vierten Erfolg am Bärenberg in dieser Statistik kurzzeitig zu Hirscher aufgeschlossen.

„Im Endeffekt ist es schon ein bissl eine Formkrise“, hatte Marcel Hirscher nach seinem Einfädler im Parallelbewerb von Oslo noch gemeint, „schauen wir, ob ich das bis zu den Klassikern wieder hinbekomme.“

Risiko und dicke Lippe

Die Suche nach dem „guten Gefühl“ ist auch für den siebenfachen Gesamtweltcupsieger gar nicht so einfach, wie Rang zwei bei Halbzeit zeigte. Dass dann beim Einfahren für das Finale noch eine Kippstange brach ist, in Hirschers Gesicht landete und für eine aufgeplatzte Lippe sorgte, sollte dennoch nur für eine Fußnote reichen.

„Es soll mir nix Schlimmeres passieren“, resümierte der Salzburger, der „mit vollem Risiko“ die Konkurrenz distanzierte. „Auch wenn ich das mit der Formkrise ein bissl scherzhaft gemeint habe – Stabilität und Selbstsicherheit fehlen mir ein bissl“, gestand Hirscher. „Es war ein härterer Arbeitstag als sonst, und ich bin jetzt megamegahappy, dass ich den Tag heute noch so herumgebogen habe. Aber die Luft wird schon dünner. Ich hoffe, dass mir die Körndln reichen, bis der Schnee wieder weg ist.“

Daran war vor allem ein 23-jähriger Kärntner schuld: „Marco Schwarz ist wahnsinnig gut in Form, und in den nächsten Rennen ist sicherlich mit ihm zu rechnen“, glaubt Hirscher. Der Sieger des City-Events von Oslo hatte bei Halbzeit die Führungsposition inne, vor Hirscher und Manuel Feller – es war die erste Dreifachführung für den ÖSV in einem Weltcup-Slalom seit Alta Badia 2009.

Doch Schwarz schied aus. „Eigentlich war ich am Start ganz entspannt und bin locker drauflosgefahren, und das hat bis zum Ausfall auch ganz gut funktioniert. Sicher ärgere ich mich, aber am nächsten Wochenende gibt es schon die nächste Chance. Und meine Form passt.“

So war es an Manuel Feller, sich seinen ersten Weltcup-Podestplatz im Slalom hinter dem Franzosen Alexis Pinturault zu sichern. Der erste Ärger „(Erst hab’ ich mir gedacht, jetzt werd ich schon wieder Vierter, und das wegen zwei Hundertstelsekunden“) war beim Tiroler Vizeweltmeister schnell verraucht, und es blieb Trost für den Kollegen Schwarz, den „leider das gleiche Schicksal ereilt hat wie mich vor zwei Jahren. Schade, aber ich glaube, das nennt man Routine sammeln. Er ist ja noch ein junger Bua“, sagte der 26-Jährige.

Stromausfall

Michael Matt fand sich nur bedingt zurecht und schied drei Tore vor dem Ende des ersten Laufs aus. Immerhin, eine Bestmarke bleibt ihm nach den Plätzen sieben, fünf und drei in den ersten drei Saisonbewerben: Neben seinem Bruder Mario ist der 25-jährige Tiroler der einzige österreichische Slalom-Sieger seit dem 31. Jänner 2010 (!), der nicht Marcel Hirscher heißt. Damals gewann Reinfried Herbst in Kranjska Gora.

Und Marcel Hirscher? Der reiste wieder nach Hause nach Annaberg – doch ob dort jemand seinen Erfolg gesehen hat, ist eine andere Frage: Die Schneefälle sorgten am Sonntag für einen Stromausfall.

Endstand:

1.

Marcel Hirscher (AUT)

1:48,64

 

52,17

56,47

2.

Alexis Pinturault (FRA)

1:49,24

+00,60

52,57

56,67

3.

Manuel Feller (AUT)

1:49,26

+00,62

52,22

57,04

4.

Clement Noel (FRA)

1:49,84

+01,20

52,58

57,26

5.

Henrik Kristoffersen (NOR)

1:49,99

+01,35

52,50

57,49

6.

Sebastian-Foss Solevaag (NOR)

1:50,26

+01,62

53,53

56,73

7.

Istok Rodes (CRO)

1:50,31

+01,67

53,53

56,78

8.

Felix Neureuther (GER)

1:50,49

+01,85

53,69

56,80

9.

Daniel Yule (SUI)

1:50,58

+01,94

52,68

57,90

10.

Stefano Gross (ITA)

1:50,61

+01,97

53,99

56,62

11.

David Ryding (GBR)

1:50,72

+02,08

53,69

57,03

12.

Riccardo Tonetti (ITA)

1:50,73

+02,09

53,51

57,22

13.

Tanguy Nef (SUI)

1:50,79

+02,15

53,96

56,83

14.

Christian Hirschbühl (AUT)

1:50,85

+02,21

52,98

57,87

15.

Matej Vidovic (CRO)

1:50,96

+02,32

53,78

57,18

16.

Mattias Hargin (SWE)

1:50,98

+02,34

53,66

57,32

17.

Jean-Baptiste Grange (FRA)

1:51,35

+02,71

53,23

58,12

18.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

1:51,36

+02,72

53,86

57,50

19.

Giuliano Razzoli (ITA)

1:51,50

+02,86

53,55

57,95

20.

Elias Kolega (CRO)

1:51,53

+02,89

53,44

58,09

21.

Luca Aerni (SUI)

1:54,26

+05,62

53,08

1:01,18

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Richard Leitgeb (AUT), Johannes Strolz (AUT), Michael Matt (AUT), Fritz Dopfer (GER), Jonathan Nordbotten (NOR)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Marco Schwarz (AUT), Marc Digruber (AUT), Stefan Luitz (GER), Ramon Zenhäusern (SUI), Manfred Mölgg (ITA), Marc Rochat (SUI), Julien Lizeroux (FRA), Loic Meillard (SUI), Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

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