SKI-ALPINE-WORLD-MEN-FRA-GIANT SLALOM

© APA/AFP/FABRICE COFFRINI / FABRICE COFFRINI

Sport Wintersport
01/09/2021

Ein Horrorsturz überschattete die Pinturault-Gala in Adelboden

Die Rennen in Adelboden forderten mit dem US-Amerikaner Tommy Ford ein weiteres Opfer.

Es hat nie etwas Gutes zu bedeuten, wenn nach einem Skirennen nicht über den Sieger oder das Abschneiden der Österreicher diskutiert wird, sondern Ärzte am Wort sind und medizinische Bulletins zitiert werden. Der zweite Riesentorlauf in Adelboden wurde von einem schweren Sturz von Tommy Ford überschattet: Der Amerikaner war im ersten Durchgang nach einem Fehler kurz vor dem Ziel mit dem Kopf mit voller Wucht auf der pickelharten Piste aufgeschlagen und danach regungslos ins Fangnetz gerutscht.

Eine halbe Stunde musste der 31-Jährige notversorgt werden, ehe er mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht wurde. Der US-Skiverband twitterte am Abend, dass die Kopf- und Nackenverletzungen nicht so schlimm seien. Ford habe sich eine Blessur am Knie zugezogen, die noch weiter untersucht werden müsse. Zuvor hatte der Verband mitgeteilt, dass der 31-Jährige bei der Aktion mit den Rettungskräften sprechen konnte.

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Norwegische Patienten

Ford war nicht das einzige prominente Opfer, das die Riesentorläufe in Adelboden gefordert haben: Das berühmte Chuenisbärgli, so niedlich der Name auch klingen mag, verlangte den Läufern heuer alles ab:

Für Lucas Braathen, der am Freitag ebenfalls am Zielhang gestürzt war, ist die Saison nach einer Kniescheibenluxation vorbei, sein norwegischer Landsmann Atle Lie McGrath wird wegen einer Bänderverletzung die Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo verpassen.

Machtdemonstration von Pinturault

Skigefahren wurde in Adelboden auch noch. Und der zweite Riesentorlauf endete wie der erste am Freitag: Mit einer Machtdemonstration des Franzosen Alexis Pinturault, der mit dem zweiten klaren Sieg innerhalb von 24 Stunden seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute.

Die Österreicher präsentierten sich gestern in ihrer schwächsten Disziplin stark verbessert und brachten immerhin vier Läufer unter die ersten 20: Roland Leitinger war als Achter der beste ÖSV-Riesentorläufer, Manuel Feller fuhr im zweiten Durchgang mit der zweitbesten Laufzeit von Platz 28 auf Rang elf, und auch Marco Schwarz (12.) und Weltcup-Debütant Christian Borgnaes (18.) konnten mit ihren Auftritten zufrieden sein.

Leitinger verlor im Finale einen Rang, er habe versucht anzugreifen. "Leider waren zwei, drei zu grobe Sachen dabei. Aber ich habe es riskiert und kann mir nichts vorwerfen. Es taugt mir, dass der Weg stimmt. Pinturault lässt alles so einfach ausschauen. Wie ruhig seine Ski liegen, da kann man sich einiges abschauen", sagte der Salzburger im ORF-Interview.

Feller gelang ein großer Sprung von Platz 28 um 17 Ränge, Schwarz von 19 um sieben. Feller wurde von den Trainern überredet, nach seinem Ausfall am Freitag auch im zweiten Rennen anzutreten, eigentlich hatte er Slalomtraining eingeplant. "Es war ein guter Lauf, es ist auch mal Zeit geworden. Das war ein Schritt in die richtige Richtung", sagte der Tiroler, der über einen Skiwechsel berichtete und damit erstmals in dieser Saison in dieser Disziplin anschrieb. Schwarz erklärte, es gehe darum, "von Lauf zu Lauf mehr Selbstvertrauen zu gewinnen und ans Limit zu gehen", das sei ihm gelungen.

Weltcup-Debütant Christian Borgnaes, der bereits u.a. drei Kreuzbandrisse, einen Knöchelbruch und eine Armverletzung hinter sich hat, hatte am Freitag die Finalteilnahme als 40. verpasst, Samstag wurde er 18. "Schöner als Weltcuppunkte zu machen, hätte ich es mir nicht vorstellen können", sagte der Arlberger. Stefan Brennsteiner kommt weiterhin nicht richtig in Schwung (26.). Raphael Haaser (34.), Fabio Gstrein (41.) und Adrian Pertl (Ausfall) verpassten die Teilnahme am zweiten Durchgang.

Endstand:

1.

Alexis Pinturault (FRA)

2:18,36

 

1:09,68

1:08,68

2.

Filip Zubcic (CRO)

2:19,62

+1,26

1:10,40

1:09,22

3.

Loic Meillard (SUI)

2:20,01

+1,65

1:09,38

1:10,63

4.

Marco Odermatt (SUI)

2:20,03

+1,67

1:10,08

1:09,95

5.

Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

2:20,05

+1,69

1:10,36

1:09,69

6.

Luca de Aliprandini (ITA)

2:20,42

+2,06

1:11,16

1:09,26

7.

Gino Caviezel (SUI)

2:20,56

+2,20

1:10,87

1:09,69

8.

Roland Leitinger (AUT)

2:20,60

+2,24

1:10,85

1:09,75

9.

Thibaut Favrot (FRA)

2:20,61

+2,25

1:10,78

1:09,83

10.

Justin Murisier (SUI)

2:20,90

+2,54

1:10,89

1:10,01

11.

Manuel Feller (AUT)

2:20,92

+2,56

1:12,21

1:08,71

12.

Marco Schwarz (AUT)

2:20,95

+2,59

1:11,65

1:09,30

13.

Erik Read (CAN)

2:21,01

+2,65

1:11,80

1:09,21

14.

Giovanni Borsotti (ITA)

2:21,39

+3,03

1:11,59

1:09,80

15.

Mathieu Faivre (FRA)

2:21,44

+3,08

1:11,60

1:09,84

16.

Riccardo Tonetti (ITA)

2:21,49

+3,13

1:11,64

1:09,85

17.

Fabian Wilkens Solheim (NOR)

2:21,54

+3,18

1:12,33

1:09,21

18.

Christian Borgnaes (AUT)

2:21,85

+3,49

1:12,09

1:09,76

19.

Ryan Cochran-Siegle (USA)

2:21,88

+3,52

1:12,16

1:09,72

20.

Victor Muffat-Jeandet (FRA)

2:22,02

+3,66

1:11,51

1:10,51

.

River Radamus (USA)

2:22,02

+3,66

1:11,94

1:10,08

22.

Alexander Schmid (GER)

2:22,11

+3,75

1:11,20

1:10,91

23.

Adam Zampa (SVK)

2:22,29

+3,93

1:11,59

1:10,70

24.

Iwan Kusnezow (RUS)

2:22,54

+4,18

1:11,93

1:10,61

25.

Mattias Rönngren (SWE)

2:22,58

+4,22

1:12,42

1:10,16

26.

Stefan Brennsteiner (AUT)

2:22,67

+4,31

1:12,01

1:10,66

27.

Henrik Kristoffersen (NOR)

2:22,86

+4,50

1:11,46

1:11,40

28.

Cedric Noger (SUI)

2:23,17

+4,81

1:12,12

1:11,05

29.

Stefan Hadalin (SLO)

2:23,89

+5,53

1:12,11

1:11,78

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Adrian Pertl (AUT), Tommy Ford (USA), Cyprien Sarrazin (FRA), Rasmus Windingstad (NOR)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR)

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