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Sport Wintersport
01/19/2019

Lauberhorn-Abfahrt: Und alle jagen einen Schweizer

Beat Feuz ist der Favorit auf den Sieg. Doch Vincent Kriechmayr und Max Franz haben selbst einiges vor.

Länger geht es nicht – und schneller auch nicht: Wenn am Samstag die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen gestartet wird, dann bekommen die schnellen Herren wieder brennende Oberschenkel und ringen nach Luft. Mit 4,27 Kilometern ist die Prüfung am Fuße von Eiger, Mönch und Jungfrau die längste Piste des Winters; und während auf Schweizer Autobahnen 120 km/h die zulässige Höchstgeschwindigkeit sind, wurden im Haneggschuss schon mehr als 160 km/h gemessen.

Im Probegalopp, der Kombination am Freitag (siehe unten), zeigte Vincent Kriechmayr schon einmal, dass ihm durchaus daran gelegen ist, die österreichische Tradition in Wengen fortzusetzen. 16 Mal haben die ÖSV-Herren die Abfahrt gewonnen, allerdings liegt der letzte Erfolg heute exakt vier Jahre und einen Tag zurück – damals war Hannes Reichelt erfolgreich. Und überhaupt gab es in den letzten 15 Jahren neben Reichelt nur noch zwei österreichische Wengen-Gewinner: Klaus Kröll (2011) und Michael Walchhofer (2005). Jedoch stand umgekehrt auch seit 2011 immer ein Österreicher auf dem Podest.

Dass am Freitag erst Slalom gefahren wurde und danach die Abfahrt, sorgte in Kriechmayrs Fall für ein Novum: „Ich hab’ mich nach dem Slalom im Quartier noch einmal umgezogen und etwas zu Mittag gegessen, da ist sich die Besichtigung für die Abfahrt nicht mehr ausgegangen“, gestand der 27-Jährige – und fuhr dessen ungeachtet auf der verkürzten Strecke zur besten Zeit (1:46:33 Minuten).

In voller Länge

Heute soll ab 12.30 Uhr wieder die Originalstrecke befahren werden (live ORFeins), womit die Aufgabe noch einmal rund 40 Sekunden länger wird. Und mit dem Kärntner Max Franz ist auch der Führende im Abfahrtsweltcup am Start: Der Sieger von Lake Louise und Zweite von Gröden ist der erste Herausforderer von Lokalmatador Beat Feuz, der in Beaver Creek gesiegt hat und in Gröden und Bormio jeweils Dritter geworden ist. „Ich habe das Rennen schon zwei Mal gewonnen. Wenn ich an einem Ort keinen Druck mehr verspüre, dann ist es hier in Wengen“, sagt der Wahl-Tiroler Feuz, der mit einem weiteren Sieg den Rekord von Franz Klammer einstellen könnte.

„Er mag die Strecke hier runter echt gern und ist sehr gut in Form“, sagt Max Franz über seinen Schweizer Rivalen. Und über sich selbst? „Ein Stockerlplatz ist auf jeden Fall das Ziel. Ich war hier als Vierter schon einmal knapp dran“, betont der 29-Jährige. „Es ist eine meiner Lieblingsstrecken. Du musst Passagen fahren, wo du dir bei der Besichtigung denkst, wie soll denn das gehen? Es ist eine richtig coole Abfahrt, da will man ganz klar ganz oben stehen.“

Hannes Reichelt zählt auch den Norweger Aksel Lund Svindal und Dominik Paris aus Südtirol zu den Podestkandidaten, Letzterer hatte ja mit seinen beiden Erfolgen in Abfahrt und Super-G von Bormio bereits seine Topform unter Beweis gestellt. „Es wird sicher interessant, aber im Endeffekt geht viel über Beat Feuz in den nächsten zwei, drei Rennen und dann bei der WM“, sagt Hannes Reichelt mit der Routine eines 38-Jährigen. Apropos: Seinen Posten in der Athletenkommission des Ski-Weltverbandes FIS wird der Salzburger nach Ablauf seiner vier Jahre währenden Amtszeit zur Verfügung stellen. „Es ist jetzt an der Zeit, dass die Jungen einmal ihre Meinung äußern und ihre Stimme erheben.“

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