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Sport Wintersport
01/24/2020

Kitz-Sieger Reichelt: "Wollte eigentlich gar nicht starten"

Der Salzburger gewann 2014 als letzter Österreicher die Hahnenkamm-Abfahrt – mit einem akuten Bandscheibenvorfall.

von Christoph Geiler

Es gab einmal eine Zeit, da war die Streif fest in österreichischer Hand. Zwischen 1996 und 2006 stellte Österreich gleich acht Mal den Abfahrtssieger. Und was diese Erfolgsserie fast noch bemerkenswerter erscheinen lässt: Mit Günther Mader, Fritz Strobl, Hans Knauß, Hermann Maier, Stephan Eberharter und Michael Walchhofer gab es in dieser Ära sogar sechs unterschiedliche Siegergesichter.

Inzwischen wartet der ÖSV schon seit sechs Jahren auf einen Heimtriumph bei der wichtigsten Abfahrt des Winters. Die Siegesfahrt von Hannes Reichelt 2014 ging in die Geschichte ein, der Salzburger war mit einem akuten Bandscheibenvorfall unterwegs und musste nach dem Hahnenkammrennen operiert werden. Der 39-Jährige verfolgt die Rennen diesmal nur als Zaungast, nachdem er sich in Bormio das Kreuzband gerissen hat.

KURIER: Wie war das damals bei Ihrem Sieg?

Hannes Reichelt: Ursprünglich wollte ich ja gar nicht starten. Ich hatte schon vor dem Rennen brutale Schmerzen im Kreuz, die in den ganzen Körper ausgestrahlt haben. Aufrecht gehen war überhaupt nicht möglich.

Warum sind Sie dann trotzdem gefahren?

Weil es ab dem Einfahren besser gegangen ist. Da war ich dann warm. In gebückter Haltung waren die Schmerzen erträglich. Vielleicht war das einer der Gründe, warum ich gewonnen habe. Weil ich nicht mehr aus der Abfahrtshocke aufgekommen bin. Wenn ich aber gewusst hätte, welches Risiko ich eingehe, dann wäre ich sicher nicht gestartet.

ABFAHRT DER HERREN IN KITZBÜHEL: REICHELT (AUT)

Sie haben es im Ziel kaum geschafft, die Arme zum Jubeln in die Höhe zu reißen.

Ich habe abgeschwungen und hatte dermaßen brutale Schmerzen. Aber ich wollte es mir nicht anmerken lassen. Beim Interview mit Rainer Pariasek habe ich mich auf die Stöcke und die Skier gestützt, um mein Kreuz zu entlasten. Das Komische war ja, dass dann eine Stunde nach dem Rennen plötzlich nichts mehr wehgetan hat. Da hat dann der Hut wirklich gebrannt. Da muss man dann innerhalb von 24 Stunden operieren, sonst ist der Nerv dauerhaft geschädigt. Aber das wusste ich damals nicht.

Sie sind ja sogar noch am nächsten Tag im Super-G gestartet.

Und hergefallen. Das lag wahrscheinlich daran, dass ich schon Ausfälle hatte. Meine Frau Larissa hat mich dann daheim sofort zum Arzt geschickt, und die haben mich gleich operiert. Ich wollte eigentlich gar nicht zum Arzt. Ich bin heute extrem glücklich, dass es so gut ausgegangen ist. Denn mir ist bewusst, dass damals alles auch anders hätte kommen können.

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