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Sport | Wintersport
06/20/2019

Gedenkfeier und Lichtermeer für David Lama in Axamer Lizum

Am 19. Juli laden Familie und Freunde des verunglückten Extrem-Bergsteigers auf den Hoadl, in den Stubaier Alpen, ein.

Knapp zwei Monate nachdem die beiden Tiroler Extrem-Bergsteiger David Lama und Hansjörg Auer sowie der US-Amerikaner Jess Roskelley bei einem Lawinenunglück im Banff-Nationalpark in den kanadischen Rocky Mountains ums Leben gekommen sind, meldete sich das Management Lamas wieder auf Facebook zu Wort.

Der Grund: Eine Gedenkfeier für Lama (28), der in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, bestattet worden war. "Es ist uns ein Anliegen, mit allen, die sich David verbunden fühlen, am 19. Juli in seinem Andenken zusammenzukommen und gemeinsam Zeit an einem Ort zu verbringen, an dem er so gerne war.", schreibt das Management: "Mit Blick auf die Kalkkögel, seine liebsten heimischen Berge, möchten wir am Hoadl Davids einzigartigem Leben gedenken."

Kostenloser Transport

Demnach soll zwischen 17 und 24 Uhr die Standseilbahn der Axamer Lizum zum kostenlosen Transport bereitstehen. "Bis Sonnenuntergang ist Zeit anzukommen und sich auszutauschen, danach wird ein Lichtermeer folgen", heißt es weiter. Genauere Details zum Ablauf wird das Management eine Woche vor der Gedenkfeier bekannt geben.

David Lama galt als Ausnahmetalent der Alpinisten- und Klettererszene. Einer seiner größten Erfolge war die erste Begehung der Kompressor-Route am Cerro Torre mit Peter Ortner im freien Kletterstil im Jahr 2012. Im vergangenen Herbst gelang ihm die Erstbesteigung des 6.895 Meter hohen Lunag Ri in Nepal über den Westpfeiler im Alleingang.

  • Die Karrieren von David Lama und Hansjörg Auer:

David Lama wurde 1990 als Sohn einer Innsbruckerin und eines nepalesischen Bergführers in Innsbruck geboren. 

Er war gerade mal fünf, als ihn Himalaja-Veteran Peter Habeler zum ersten Mal beim Klettern beobachtete und seine Eltern anrief: Der Bub habe ein außergewöhnliches Gefühl für den Felsen. 

Wanderkurse und Alpenvereinsaktivitäten interessierten David nicht, er suchte von Beginn an die Vertikale. In der Kletterhalle fühlte er sich wohl. 

Parallel zur Kletterhalle reizten Lama auch die Berge. Schließlich entschied er sich ganz für den Alpinismus. 

Lama gelangen Pionierleistungen in den Bergen, zum Beispiel mit der freien Begehung der Kompressorroute am Cerro Torre oder der Erstbegehung von Bird of Prey in Alaska.

Bereits in jungen Jahren hat Lama zur inneren Ruhe gefunden. "Es geht nicht um die Leistung. Es geht ums Erlebnis", sagte er mal. 

Die Gefahren, die seine Leidenschaft an sich zieht, war er sich stets bewusst. "Du bist dort oben auf dich allein gestellt. Wenn etwas passiert, dann kommt keiner rauf und holt dich", sagte er in einem KURIER-Interview. 

"Wenn du es nicht schaffst, selbst runter zu kommen, bleibst du oben". 

"Der Alpinismus ist kein Spiel", sagte er auch im Interview.

Hansjörg Auer wurde am 18. Februar 1984 in Zams (Tirol) geboren. Mit dem Klettern begann er 1996. 

Auer war einer der markantesten Alpinisten der Geschichte. Ein "Free Solo"-Kletterer buchstäblich ohne Sicherheitsnetz, ein Grenzgänger und authentischer Individualist, der sich gleichzeitig nachdenklich öffnen konnte 

Der 29. April 2007, der Tag, an dem Hansjörg Auer Geschichte schrieb - der Tag, der untrennbar mit ihm verbunden bleibt: Der ausgebildete Lehrer für Mathematik und Sport kletterte die 37 Seillängen und 1.220 Meter lange Route "Weg durch den Fisch" (Schwierigkeitsgrad 7b+) in den Dolomiten als erster Mensch "Free solo" - das heißt im Alleingang unter Verzicht auf technische Hilfs-und Sicherungsmittel.

Die Begehung gilt als ein Meilenstein des Free Solo-Kletterns und ermöglichte ihm den Einzug in die ewige Kletterer- und Bergsteiger-Ruhmeshalle.