Sport | Wintersport
14.12.2018

FIS will Luitz nach Anti-Doping-Regelbruch disqualifizieren

Der Deutsche würde seinen Sieg im Riesenslalom Beaver Creek an Marcel Hirscher verlieren.

Der Skiweltverband FIS will den Deutschen Stefan Luitz nach dessen Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln des Verbands disqualifizieren. Der 26-Jährige würde damit seinen ersten Weltcup-Sieg verlieren. Den Eingang eines entsprechenden Schreibens bestätigte der Alpinchef des Deutschen Skiverbandes (DSV), Wolfgang Maier, am Freitag am Rande des Super-G in Gröden.

Demnach hat der DSV 15 Tage Zeit für eine Stellungnahme. Akzeptiert der deutsche Verband die Entscheidung, ist Luitz vom Riesenslalom in Beaver Creek von vor zwei Wochen disqualifiziert. Dort hatte er in seinem zweiten Rennen nach einer Verletzungspause vor ÖSV-Star Marcel Hirscher triumphiert. Maier sagte, vor einer offiziellen Reaktion an die FIS wolle er eine deutsche Übersetzung des Schreibens vom Skiweltverband haben.

DSV will bis zum CAS gehen

Luitz hatte in Beaver Creek das erste Mal in seiner Karriere ein Weltcup-Rennen gewonnen. Zwischen den beiden Durchgängen atmete er im Aufenthaltsbereich der Fahrer Sauerstoff durch eine Maske ein. Damit brach er eine Regel der FIS, die das Einatmen von Sauerstoff an einer Wettkampfstätte verbietet. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA erlaubt diese Methode hingegen explizit. Die Unterschiede zwischen WADA- und FIS-Regeln waren dem Deutschen Skiverband eigenen Angaben zufolge nicht bekannt.

Alpinchef Maier sagte weiters, dass er unter Umständen bis zum Internationalen Sportgerichtshof CAS gehen wolle. Nämlich dann, wenn die FIS von einem Doping-Vergehen Luitz' spreche. Die deutsche Übersetzung des Schreibens vom Skiweltverband sei wichtig. "Ich brauche die richtigen Definitionen da drin", sagte Maier. "Danach werden wir mit dem Stefan zusammen entscheiden, was wir tun."

Dem 57 Jahre alten DSV-Sportvorstand ist wichtig, dass die FIS nicht von Doping spricht, sondern nur von einem Regelverstoß. "Wenn sie sich auf einen Regelverstoß beziehen, bin ich auch gesprächsbereit. Aber so lange das nicht geklärt ist, rücke ich keinen Millimeter ab", sagte Maier. "Ich gehe bis zum CAS. Das will ich sehen, ob die einen Athleten verurteilen wegen Doping für ein Mittel, das es gar nicht gibt und für das es keine Doping-Kontrolle gibt." Maier sagte weiter: "Das heißt trotzdem nicht, dass wir nicht zu diesem Fehler stehen. Das machen wir immer noch."