Rafael Rotter liebt es, seinen Körper zu stählen

© Beach Majors/Horst Bernhard

Sport Wintersport
03/20/2020

Eishockey-Kraftpaket Rotter: "Nach einer Woche wird es zach"

Wie die Spieler der Vienna Capitals mit dem frühen Saisonende und der Ausgangsbeschränkung wegen der Corona-Krise umgehen.

von Peter Karlik

Wer Rafael Rotter schon einmal mit nacktem Oberkörper gesehen hat, der weiß, was der 32-jährige Wiener am liebsten macht: trainieren.

Nicht nur mit Puck und Schläger auf dem Eis, sondern gerne mit Gewichten. Besonders in der Sommerpause arbeitet der Stürmer intensiv an seinen Muskeln. Bei einer Körpergröße von 1,75 Meter behält er so in intensiven Zweikämpfen seine Standfestigkeit. 

Doch wegen der Corona-Krise liegt Rotter derzeit im wahrsten Sinn des Wortes auf Eis. Die Trainingsanlagen der Vienna Capitals mussten geschlossen werden, Fitness-Center sind genauso zu. Natürlich hatte Rotter vor beginn der Ausgangsbeschränkungen kaum Trainingsutensilien zuhause. "Aber ich habe mir jetzt einiges bestellt. Widerstandsbänder zum Beispiel", sagt er. "Und ich gehe laufen. Da kann man auch in Klimmzüge und Dips machen." Die Stimme des Energie-Bündels klingt leise und nachdenklich. Die Einschränkung macht Rotter zu schaffen. Vor allem, wenn es länger dauern wird. "Wir sind erst eine Woche nach dem Ende der Saison. Da ist es okay, einmal weniger zu tun. Aber später wird es richtig zach."

Legionäre in Wien

Seine Mannschaftskollegen von den Vienna Capitals gehen unterschiedlich mit der Situation um. Von den Legionären sind Taylor Vause und Marc-Andre-Dorion wegen ihrer Lebensgefährtinnen in Wien geblieben. Dorions Freundin ist Volksschullehrerin, die Verlobte von Vause arbeitet derzeit von zuhause aus. Vause selbst baut sich mit dem Design von Eishockey-Trikots ein zweites Standbein auf. Die derzeit eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten stören Vause nicht: "Nach dem Saisonende versuche ich immer mein Trainingsprogramm für zwei Wochen herunterzufahren, einfach um mich zu erholen und auch um ein wenig vom Eishockey wegzukommen." Soziale Kontakte meidet der Kanadier. "Wir gehen maximal für einen kurzen Spaziergang hinaus."

Dorion nützt die Zeit um die Wohnung sauberzumachen und den Griller sommerfit zu machen. "Ich lerne für die Uni und halte mich mit News aus dem TV auf dem Laufenden. Immer an der Seite meiner Freundin Lisa und mir ist natürlich auch unser Hund Rivos.“

Capitals-Kapitän Mario Fischer hat dank seiner Wohn-Situation eine angenehme Ausgangsbeschränkung. Der 30-jährige Wiener lebt mit seiner Frau Susi, eine Tierärztin, in einem Haus im Südosten der Steiermark. „Wir machen viele Aktivitäten im Garten. Mit Schaukel, Rutsche, Trampolin sind wir gut ausgestattet. Das Krafttraining erledige ich vorwiegend im Garten. Das Klettergerüst bietet sich zum Beispiel ideal für Klimmzüge an."

Fischer ist mit seinen Kollegen in Capitals-Fitness-Coach Daniel DeBruigne über eine WhatsApp-Gruppe verbunden.  "Wir werden von ihm mit Übungen bzw. mit einem Trainingsplan versorgt. Ich habe auch einen Ergometer zu Hause.“

Mit Spaß ist Verteidiger Patrick Peter dabei, der nach einem Kreuzbandriss voll im Aufbautraining ist. „Das Krafttraining geht bei mir zu Hause im Garten weiter. Unser Hund Arthur – ein Golden Retriever-Pudel-Mischling – ist immer live dabei. Er unterstützt mich auch tatkräftig bei meinen Übungen. Die ganze Stay-At-Home-Situation macht eben erfinderisch.“

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