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29.03.2018

Wie entscheidend das erste Tor im Eishockey-Play-off ist

Die Capitals gewannen bisher im Play-off nur, wenn sie zuerst trafen - auch sonst entscheidet oft das erste Tor.

Wer einen Blick auf die Spielverläufe im aktuellen EBEL-Play-off macht, der sieht, dass er nach dem ersten Tor eigentlich nach Hause gehen könnte. Denn dieses ist in den meisten Fällen schon entscheidend.

Bei Meister Vienna Capitals sind es sogar 100 Prozent der Fälle. In den ersten acht Play-off-Spielen der Wiener (sechs gegen Innsbruck, zwei gegen Bozen) gewann immer jenes Team, das in der Partie den ersten Treffer bejubeln durfte. Drei Spiele liefen die Wiener einem 0:1 hinterher und verloren prompt. Man kann also in den Anfangsminuten des heutigen dritten Spiels der Best-of-seven-Semifinalserie gegen Bozen (20.20 Uhr) von einem Offensiv-Spektakel der Capitals ausgehen. Coach Serge Aubin kündigt an: „Es wird wichtig sein, hellwach zu starten. Sollten wir jedoch 0:1 hinten sein, dürfen wir nicht aufgeben. Aber der erste Treffer ist ein Schlüssel zum Erfolg.“

"Ein mentaler Fehler

Weshalb das heuer so wichtig ist, begründet Aubin: „Wenn du als erste Mannschaft triffst, steigt dein Selbstvertrauen, die Sicherheit im Spiel und es schafft Momentum. Gerieten wir in Rückstand, wurde es schwer, da die anderen Teams gerade heuer in den Play-offs defensiv sehr gut stehen. Du benötigst dann zwei Tore, um das Spiel zu gewinnen.“

Dass die Wiener ein Spiel drehen können, haben sie in der sechsten Partie in Innsbruck gezeigt, als sie im letzten Drittel innerhalb von fünf Minuten aus einem 2:3 ein 5:3 machten und den Aufstieg fixierten. Stürmer Rafael Rotter sagt daher: „Wegen einem Tor verliert man nicht ein ganzes Spiel.“ Doch am Dienstag in Bozen verloren die Wiener die Nerven. Beim 0:2 durch Smith, der einen Abschlag vom eigenen Tor weg zu einem Alleingang nützte, waren nur vier Wiener Spieler auf dem Eis. „Das war ein mentaler Fehler. Für Donnerstag will ich, dass wir wieder 60 Minuten fokussiert sind. So wie im ersten Spiel“, fordert Aubin.

Salzburg mit Respekt

Bei Salzburg gegen Linz steht es nach zwei Partien ebenfalls 1:1. Im ersten Duell siegte Salzburg, obwohl Linz das erste Tor erzielte. Davor war im Viertelfinale zwischen Salzburg und Dornbirn in fünf von sechs Spielen der erste Treffer entscheidend. In den sechs Viertelfinal-Partien zwischen Linz gegen Zagreb hatte fünfmal der spätere Sieger das erste Tor erzielt. Salzburg-Verteidiger Raymond fordert nach dem 1:3 am Dienstag in Linz einen besseren Start am Donnerstag: „Im Play-off reicht es nicht, nach und nach in die Partie reinzukommen, schon gar nicht gegen eine so starke Mannschaft wie Linz.“