Capitals-Boss Hans Schmid ist verärgert

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Sport Wintersport
01/07/2020

Die Eishockey-Liga verhindert einen neuen Präsidenten

Capitals-Boss Hans Schmid hatte sich für den Grazer Pildner-Steinburg eingesetzt, der nicht die notwendige Mehrheit bekam.

von Peter Karlik

Überraschung in der Eishockey-Liga:  Nach dem Rückzug von Sponsor Erste Bank mit Saisonende schafften es die Vertreter der Elferliga am Dienstag nicht, einen Nachfolger für Peter Mennel zu finden, der das Amt des Liga-Präsidenten abgab.

Besonders pikant: Bei der außerordentlichen  Generalversammlung in Salzburg gab es mit Jochen Pildner-Steinburg  nur einen Kandidaten. Doch der Steirer bekam nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit. Somit bleibt Interimspräsident Karl Safron im Amt. Seine Vize-Präsidenten sind weiterhin Dieter Knoll (Bozen) und Rene Dimter (Red Bull).  

Treibende Kraft hinter Pildner-Steinburg war Hans Schmid, Präsident der Vienna Capitals. „Ich habe jetzt ein schlechtes Gewissen, weil er es ursprünglich nicht wollte und ich ihn breitgeschlagen habe“, erzählt der Geschäftsmann im KURIER-Gespräch.

Die Liga gibt also in schwierigen Zeiten kein gutes Bild ab. „Ich habe viel telefoniert. Sechs Vereine waren vor der Wahl für Pildner-Steinburg. Bei der Wahl gab es dann zwei Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen“, sagt Schmid. Außer Wien soll noch der KAC für Pildner-Steinburg gestimmt haben.

 

Gespaltene Liga

Offenbar hatten einige Klubs Angst vor Veränderungen, für die ein kritischer Geist wie Pildner-Steinburg gestanden wäre. „Es wird jetzt alles so weiterlaufen wie bisher. Einigen in der Liga dürfte das gefallen“, sagt Schmid verärgert.

Die Initiative ergriff der Capitals-Präsident, weil Stillstand herrschte: „Das Präsidium blieb nach dem Bekanntwerden des Rücktritts von Mennel monatelang untätig. Also habe ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Person gemacht. Pildner-Steinburg wäre der ideale Mann gewesen, weil er die Liga als Graz-Präsident in- und auswendig kennt. Ich hätte ihm zugetraut, neue Sponsoren zu finden.

Doch das soll gar kein großes Thema mehr sein. Dem Vernehmen nach ist dank Einsparungen und neuen Partnern die erste Saison nach der Erste Bank bereits gesichert.

Im Interview mit der Kleinen Zeitung sagte Pildner-Steinburg gelassen: „Ich bin ja nach wie vor Präsident der 99ers. Das bleibe ich auch, das habe ich auch klar gesagt. Wir werden uns auch der Arbeit an und mit der Liga nicht entziehen. Soweit bin ich Demokrat, ich habe mich ja nicht selbst aufgedrängt."

Keinen großen Anklang in der Liga sollen die kritischen Worte des Steirers über die internationalen Vereine in der EBEL gefunden haben.