© REUTERS/CARL RECINE

Sport
06/01/2019

Vor dem CL-Finale: Hausgemachter Krach bei Endspielen

Fehlplanung: Europas Fußball-Union muss sich wegen Baku und Madrid selbst hinterfragen.

Auch nach geringfügigen Pannen werden von der Europäischen Fußball-Union über Vereine drakonische Geldstrafen verhängt. Nun aber rückt die strenge UEFA selbst ins Schussfeld der Kritik, weil sie als Veranstalter der beiden europäischen Klub-Endspiele die Letztverantwortung trug.

Beispiel Baku, wo das Finale der Europa-League (4:1 für Chelsea London gegen Arsenal London) stattfand. Für das Endspiel mussten Fans Karten ordern, noch ehe sie wussten, ob es ihr Verein überhaupt bis dahin schafft. So zahlten Frankfurter Fans für ein Match, für das sich Eintracht Frankfurt letztlich nicht qualifizierte.

Weil die 4.000-Kilometer weite Reise nach Baku so aufwendig war, kamen nur 3.500 Arsenal-Fans und 1.500-Chelsea-Fans in die Hauptstadt Aserbaidschans. Für örtliche Fußballfreunde wiederum waren die Karten zu teuer, weshalb der Siegerehrung um 1 Uhr nachts kaum 3.000 Zuschauer im 69.000 Menschen fassenden Stadion beiwohnten.

Gefälschte Tickets

Beispiel Madrid, wo heute 38.000 Briten noch Stunden vor Anpfiff des Champions-League-Finales keine Tickets besaßen. Die UEFA hatte, obwohl das neue Atlético-Stadion in Madrid 69.000 Besucher fasst, den Finalisten Liverpool und Tottenham nur je 16.000 Karten für ihre Anhänger zukommen lassen.

Dennoch reisten 70.000 Engländer nach Madrid. Prompt stiegen das Aggressionspotenzial (vier verhaftete Briten) und die Schwarzmarkt-Preise. Schon am Freitag wurde auf dem Platz Puerta del Sol eine venezolanische Staatsbürgerin festgenommen, die zwei gefälschte Ticket zum Stückpreis von 4.200 Euro verkauft hatte. Für eine Original-Karte wurden bis zu 5.000 Euro verlangt.

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