Bitte mit Abstand: Die neuen Corona-Regeln verändern auch das Training wieder.

© Marco Cornelius

Sport
10/22/2020

Viele offene Fragen: Was die Corona-Verordnung für den Amateursport bedeutet

Das Training soll in Sechsergruppen stattfinden, die Kantinen müssen zubleiben. Nach wie vor sind viele Fragen offen.

von Günther Pavlovics

„Wir sind froh, dass wir noch spielen können“, sagt Johannes Wiesmann, der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga. Auch ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer ist froh darüber, dass noch Fußball gespielt werden darf. Am Montag verkündete Sportminister Kogler klare Angaben für den Mannschaftssport vor Zuschauern (höchstens 1.500 im Freien, 1.000 in der Halle). Für Einzelsportarten, Amateursport und Trainingsorganisation jedoch gab es noch offene Fragen, die erst mit der Verordnung geklärt werden.

  • Dürfen mehr als sechs Personen indoor und mehr als 12 outdoor Sport betreiben?

Es dürfen so viele Menschen dabei sein, wie es für den Sport notwendig ist. Bei einem Fußballspiel sind das elf Spieler und fünf Ersatzspieler, also insgesamt 32. ÖFB-Generalsekretär Thomas Holler sagt dazu: „Wichtig ist für uns, dass der Sport weiter betrieben werden kann und auch die Kinder weiter trainieren können.“

  • Wie ist es aber im Training mit der Personenbeschränkung?

Sie soll weitgehend gelten. So sollen die Trainingsgruppen nicht größer als sechs Personen sein, aber so aufgeteilt werden, dass der Abstand eingehalten werden kann. Und sie sollen nicht durchmischt werden. Zum Beispiel soll im Schwimmen eine Bahn freigelassen werden. Und im Fechten sollen auf den Planchen Sechsergruppen trainieren.

  • Was ist, wenn in einem Fitnessstudio ein Boxring steht?

Dann darf dort mit einer Sechsergruppe trainiert werden. Es könnten im Ring gleichzeitig drei Sparring-Duelle stattfinden. Kommen die Besucher des Studios unverabredet und einzeln, dann können sie die Einrichtungen unter Wahrung des Mindestabstands von einem Meter benutzen.

  • Bekommen Zuschauer bei einem Sportevent etwas zu trinken?

Nein, die Kantinen müssen zu bleiben. Es darf weder Essen noch Trinken verkauft werden, was nicht auf VIP-Klubs zutrifft. Schwer zu definieren ist, wie es bei Kantinen mit Gastro-Lizenz aussieht. Wenn also ein Gasthaus Teil der Sportstätte ist und auch ohne Sportveranstaltungen betrieben wird.

  • Wie sehr trifft das Kantinenverbot Dorfvereine?

Vor allem im Fußball sind die Kantineneinnahmen wichtig. Thomas Hollerer sagt daher: „Wenn weniger Zuschauer kommen dürfen und jetzt überdies noch die Kantineneinnahmen wegfallen, dann müsste der Bund auch für die Verlustabdeckung aufkommen, so wie er es bei der AUA gemacht hat. Den Fußballvereinen würde sicherlich auch helfen, wenn diese Verlustabdeckungen pauschal beantragt werden könnten. Das könnte man machen, indem man den Struktursicherungsbeitrag erhöht, der sich derzeit auf sieben Prozent beläuft.“

  • Wie viele Sportevents wurden bislang wegen Corona-Fällen abgesagt?

Der ÖFB liefert genaue Zahlen für den Fußball. Seit der Wiederaufnahme der Meisterschaften Ende August waren bis 18. Oktober österreichweit 44.111 Spiele im Amateurfußball angesetzt, 1.912 wurden abgesagt, das sind 4,33 Prozent. Darunter waren 1030 Nachwuchspartien, weil immer mehr Eltern aus Corona-Angst ihre Kinder nicht spielen lassen. 608 Spiele von Kampfmannschaften wurde abgesagt, weil Spieler entweder positive getestet wurden oder in behördlich angeordneter Quarantäne waren.

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