Sport
03.12.2018

ÖFB-Team: Tiefstapelei trotz einer Gruppe von der Glücksfee

In der EM-Qualifikation lauern keine großen Brocken, aber alte Bekannte warten auf Österreich.

Nach Mittag ging es los mit dem Los. Die Toppositionen der zehn Gruppen waren besetzt. Da begann für Österreich das Zittern vor den großen Teams. England überstanden, Portugal ebenso wie die Niederlande und die Schweiz. Kroatien weg, Spanien weg. Und dann kam Gruppe G mit Polen, Robbie Keane zog die Kugel und entnahm dieser den Zettel mit Austria. Polen ist momentan der mit Abstand angenehmste Gegner aus dem Topf der besten zehn Teams.

Da war klar, dass es die Glücksfee in Dublin mit Österreich gut meint. Mit Israel, Slowenien, Mazedonien und Lettland kamen keine weiteren unüberwindbaren Hürden in die Gruppe.

Das meinen auch die Experten der Wettbüros. Kurz nach der Auslosung kamen die Quoten zur Qualifikation. tipp3 zahlt für einen Euro 2,80 Euro, wenn Polen bei der EM 2020 dabei ist. Für Österreich gibt es 3 Euro, für Israel 5, für Slowenien 6 , für Mazedonien 10 und für Lettland 20. Dennoch waren die ersten Wortmeldungen aus dem Lager der Österreicher mehr als erwartbar. Mehr als vorsichtig.

Teamchef Franco Foda meinte: „Eine sehr spannende und ausgeglichene Gruppe.“ Und: „Es gibt keine leichten Partien mehr.“ Immerhin ließ er sich zu einer definitiven Aussage hinreißen: „Wir wollen alles unternehmen, um uns zu qualifizieren.“ Sein Boss unterstützte ihn auf dem Phrasenparcours. „Es gibt bei einer Qualifikation keine leichte Gruppe.“ Doch auch ÖFB-Präsident Windtner legte sich fest: „Unsere Gruppe ist sportlich machbar, wenn es uns gelingt, unser Potenzial abzurufen.“

Wer sind denn nun diese Teams, die ja niemals leichte Gegner sind?

Österreich-Spiele in der EM-Qualifikation

Polen

Die Mannschaft rund um Bayern-Star Robert Lewandowski wurde 2018 bei der WM Gruppenletzter und holte in der Nations League nur zwei Remis. In der Weltrangliste liegen die Polen derzeit nur zwei Plätze vor Österreich. Lewandowski ist der Star, aber es gibt auch einige Legionäre in Italien: Szczesny (Juve-Tormann), Bereszynski (Sampdoria) sowie Milik und Zielinski (beide Napoli). Sebastian Prödl warnt: „Vor allem auswärts wird das für uns brutal schwer.“ Teamchef ist seit der WM Jerzy Brzeczek, der lange in Österreich spielte. Der FC Tirol, der LASK und der FC Kärnten waren die Stationen des 47-Jährigen. Und Sturm Graz – 2002 bis 2003 unter Trainer Franco Foda.

Israel

Der Wunschgegner mit Österreich-Bezug: Herzog ist Teamchef, Lindenberger Tormanntrainer, Ruttensteiner technischer Direktor und Salzburgs Dabbur Stürmer. „Durch die Österreicher in ihrem Team wird das natürlich auch ein Prestigeduell. Und Andi Herzog kennt uns sicher besser als umgekehrt“, sagt Prödl. Österreichs Rekordnationalspieler Herzog freut sich: „Eine coole Gruppe. Alle rechnen sich insgeheim Chancen aus, aber Polen und Österreich sind die Favoriten. Ich persönlich spiele viel lieber gegen Österreich, weil ich Spieler und Umfeld kenne als etwa gegen die Ukraine oder gegen Bosnien.“

Slowenien

Teamchef ist wieder Matjaz Kek. Unter dem ehemaligen Österreich-Legionär hat sich Slowenien für die WM 2010 qualifiziert. Seither sind die Erfolge überschaubar. Atlético-Tormann Jan Oblak ist der Star. Robert Beric stürmte in Österreich. Kevin Kampl ist aus dem Team zurückgetreten.

Mazedonien

Der 35-jährige Goran Pandev ist der bekannteste Spieler. Keeper Dimitrievski hat bei Rayo Vallecano den Kapitän der Spanier aus dem Tor verdrängt.

Lettland

Insider kennen Vitalijs Maksimenko, der einst als Linksverteidiger bei Mattersburg nicht Fuß fassen konnte und jetzt bei Trainer Zoran Barisic in Laibach auf der Bank sitzt.