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Sport Tennis
11/27/2021

Davis Cup: Nach Niederlage gegen Djokovic geht es gegen Deutschland

Für das zweite Pool-Match am Sonntag gegen Deutschland darf man ebenso auf einen Aufwärtstrend hoffen, wie für 2022.

Tag eins für die Österreicher beim Davis-Cup-Finalturnier in Innsbruck hat die erwartete Niederlage gegen die von einem übermächtigen Novak Djokovic angeführten Serben gebracht. Ein 0:3 stand zu Buche, doch weder dem starken Gerald Melzer, noch Dennis Novak nach gutem Start gegen den „Djoker“ konnte man viel vorwerfen.

Sowohl für das zweite Pool-Match am Sonntag (16.00 Uhr) gegen Deutschland als auch für 2022 darf man von beiden eine Fortsetzung des Aufwärtstrends erhoffen.

„Am Sonntag haben wir andere Gegner. Ich bin guter Dinge. Gerald wird gegen Dominik Koepfer oder Peter Gojowczyk spielen. Wir werden uns die Deutschen noch anschauen“, sprach Novak das Duell der Deutschen mit Serbien am Samstag an. Er selbst freut sich auf sein wahrscheinliches Nummer-1-Duell mit Jan-Lennard Struff.

Zurück zu Bresnik

„In den letzten Wochen ist es mit meinem Tennis bergauf gegangen. Ich spiele im Training sehr gut und habe auch heute gut gespielt“, sagte Novak nach dem 3:6,2:6 gegen Djokovic. „Ich kenne den Struffi sehr gut, er ist einer meiner besten Freunde auf der Tour. Das wird ein ganz anderes Spiel als heute.“

Im April ist Novak zurück zu Trainer Günter Bresnik gegangen. „Das war auf jeden Fall der richtige Schritt, ich bereue überhaupt nichts. Seit ich beim Günter bin, hat sich auch einiges wieder geändert. Auch außerhalb des Tennis“, blickte Novak zurück.

Danach kam das private Glück, Novak wurde Vater eines Sohnes, was zu einem weiteren Reifungsprozess beigetragen hat. „Es gibt nichts Schöneres, als wenn man Vater wird. Ich bin überglücklich, es tut mir sehr gut, erwachsener, reifer zu werden, Verantwortung zu übernehmen, weil ja das Kind wächst nicht von selbst auf“, strahlte der 28-Jährige, sehr gute Freund auch von Dominic Thiem.

Für Novak geht es nach dem Davis Cup mit Bresnik zur Saisonvorbereitung nach Teneriffa, wo er hauptsächlich mit Gael Monfils trainieren wird. „Mit ihm kann ich viel trainieren. Ich verstehe mich mit ihm auch sehr gut. Wir haben schon einige Gespräche gehabt, auch bezüglich meinem Tennis“, erzählte Novak von einem „extrem hilfsbereiten“ Franzosen. „Er sagt mir Sachen, was ihm aufgefallen ist, wenn wir trainiert haben, da kann ich sicher auch nur profitieren.“

Starker Melzer

Trotz Niederlage hat Gerald Melzer ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Seine Nominierung kam nicht von ungefähr, zumal mit Thiem und auch Sebastian Ofner gleich zwei Spieler verletzt ausgefallen waren.

Als er sich von der aus seiner Sicht unnötigen Niederlage gegen Lajovic erholt hatte, blickte er zuversichtlich voraus. „So motiviert für einen Aufbau und auch eine neue Saison war ich selten. Ich habe für mich das fast Unmögliche geschafft. Ich erspare mir nächstes Jahr, Futures zu spielen und habe keine schlechte Ausgangslage.“

Nach dreijähriger Verletzungs-Tortur hofft Melzer noch einmal auf gute Zeiten auf der ATP Tour. „Heutzutage ist das Level sehr hart, auch um in die Top 100 zu kommen. Ich traue mir zu, dass ich mich wieder in die ersten 100 reinspiele.“

Zudem habe er u.a. mit seinem Coach Philipp Lang an vielen Dingen gearbeitet. „Ich spiele nach vorne extrem verbessert, mein Aufschlag ist auch besser. Ich bin ein kompletterer Tennisspieler als 2016 oder 2017.“ Dabei stand noch im Frühjahr 2021 ein Karriere-Ende zur Disposition, dass ist nach den vergangenen Monaten aber klar vom Tisch.

Zunächst steht aber für die ÖTV-Spieler noch das zweite Gruppenmatch auf dem Plan, auch gegen Deutschland sind sie Außenseiter. Novak ist Fixstarter. Ob Melzer nochmals spielt, ist offen. „Schauen wir, wie gut sich Gerald erholt. Er hat ein super Match gespielt, am Sonntag ist es eine ganz andere Partie und andere Gegner“, sagte Sportdirektor Jürgen Melzer, der erstmals als pensionierter Spieler zugeschaut hat („ein bisserl weh tut es noch“). Gemeinsam mit Koubek und den Spielern werde man die Entscheidung über den zweiten Einzelmann treffen.

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