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Sport Tennis
02/08/2021

"Es machen sich Djokovic und Thiem aus"

Günter Bresnik spricht im Sport-Talk über die Australian Open, seinen Ex-Schützling Thiem, den ÖTV, Talente, Corona und den Gerichtsstreit.

von Harald Ottawa

Günter Bresnik, ehrlich und schonungslos. Im Sport Talk auf schauTV sprach der 59-jährige Niederösterreicher über..

... seine Zufriedenheit mit  dem Erstrundenauftritt seines Ex-Schützlings Dominic Thiem bei den Australian Open:

„Es ist bedeutungslos, ob ich zufrieden bin. Er hat am Anfang die üblichen Schwierigkeiten aller großen Spieler in der ersten Runde  gehabt, Kukuschkin war auch ein unangenehmer Gegner. Aber wie er im zweiten, dritten Satz aufgetreten ist, das war wieder der Dominic, der zu den ganz großen Favoriten zählt."

... über die schwache Vorbereitung von Thiem:

„Die Vorbereitung spielt eine untergeordnete Rolle. Die Topleute können sich ein halbes Jahr ohne Match hinstellen und gewinnen, wie es Federer einmal gezeigt hat. Thiem hat auch Vorteile bei Best-of-Five-Matches, weil  er zu den fünf bis zehn fittesten Spielern gehört. Altersmäßig und erfahrungsmäßig ist es bei ihm eine gute Mischung."

 

... die Favoriten bei den Australian Open:

„Ich glaube, dass es sich Djokovic und Thiem ausmachen. Thiem ist von den Jungen am höchsten einzuschätzen, weil er technisch der Beste ist. Zudem hat er schon einen Grand-Slam-Titel, war hier in Melbourne schon im Finale und zwei Mal im Paris-Endspiel. “

... die Wachablöse von Djokovic, Nadal und Federer:

„Die Wachablöse ist ja nicht erst durch Dominics Titel bei den US Open gegeben. Es wird heuer auch andere Grand-Slam-Turniersieger geben als die großen Drei."

... Federers Chancen auf ein großes Comeback:

„Der kann sich so gut einschätzen, dass er nicht zu einem Turnier fährt, wo er nicht gewinnen kann. Mit fast 40 wird’s aber langsam eng.“

... die Erstrundenniederlage seines Schützlings Gael Monfils und die Arbeit generell:

„Seinen bislang letzten Sieg feierte er vor fast einem Jahr. Das hat sicher einen mentalen Aspekt.  Der Druck als Nummer eins in Frankreich ist groß. Es ist natürlich etwas anders wie mit Thiem, den ich von klein auf trainierte. Monfils  ist starke Persönlichkeit, der viel privat oder sportlich mitgemacht hat. Aber ich habe ja schon viele ältere Spieler gehabt, die noch zweiten Frühling erleben wollten, wie Henri Leconte oder Patrick McEnroe."

... die Spompanadeln von Monfils auf dem Platz:

„Spompanadeln mag ich nicht, aber ein attraktives, abwechslungsreiches Spiel."

... die Zusammenarbeit mit dem ÖTV und Sportdirektor Jürgen Melzer:

„Jürgen Melzer ist extrem motiviert, er zerreißt sich, ich hoffe, dass die Motivation bleibt. Mein Credo ist, dass man sich viel mehr auf die Jugendlichen konzentrieren muss. Auf die 8 bis 14-jährigen, die Fehler, die dort gemacht werden, können nicht mehr ausgemerzt  werden. Da liegt das Problem. Melzer ist sich dessen bewusst, denke ich."

... den 18-jährigen Lukas Neumayer:

„Wenn ich mit jemand trainiere, dann gehe ich immer davon, dass einer es schaffen kann. Er hat gute Voraussetzungen, er kommt aus einer Sportfamilie. In Österreich ist er das hoffnungsvollste Talent. Und sein Haupt-Trainer Gerald Kamitz zählt zu den besten seines Fachs  in Österreich."

... Österreichs Damen:

„Wir waren zuvor jahrelang verwöhnt in Österreich. Barbara Haas trainiert nach ihrem Trainerwechsel  intensiv mit Jürgen Melzer und könnte den Sprung in die Top 100 schaffen. Auch Julia Grabher hat Top-100-Potenzial, Mira Antonitsch ebenso, wenn sie längere Zeit ohne Verletzungen spielen kann. Elena Karner wird auch ganz gut betreut, aber alle diese jungen Spieler hatten Problem mit Corona-Jahr."

... die zugesperrten Tennis-Hallen:

„Für die Betreiber ist  eine Katastrophe. Auch für Halbprofis, die Freude verlieren, viele Jugendliche könnten aufgeben, was ich nicht hoffe. Anderen Ländern gegenüber ist man aber stark im Nachteil, in Spanien oder Amerika spielt man beispielsweise durch."

 

... die Gerichtssache Thiem/Bresnik:

„Es ist unangenehm, wenn Du mir jemandem sehr freundschaftlich verbunden bist, dann auf einmal keinen Kontakt mehr hast und das dann sogar in die Gerichtssäle transportiert wird. Nach den Australian Open gibt es ein Gespräch wegen einer Einigung.Wenn es nicht funktioniert, wird es den üblichen Weg gehen. Verträge müssen eingehalten werden."

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