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© APA/AFP/TENNIS AUSTRALIA/MICHAEL DODGE / MICHAEL DODGE

Sport Tennis
01/04/2022

Corona-Joker in Australien: Kniefall vor Impf-Skeptiker Djokovic?

Novak Djokovic darf mit einer Ausnahmeerlaubnis bei den Australian Open an den Start gehen. Aber warum eigentlich?

von Harald Ottawa

Nach einem fast schon zermürbend langen Kasperltheater fiel der Vorhang. Novak Djokovic ließ am Dienstag zwei Katzen aus dem Sack:

  • Der serbische Weltranglisten-Erste wird bei den Australian Open spielen.
  • Er wird es mit einer medizinischen Ausnahmebewilligung tun, was vermuten lässt, dass er nicht geimpft sei.

Djokovic kann also seinen Titel bei seinem Lieblingsturnier verteidigen, seinen zehnten Triumph fixieren. Und dies im Land Australien, das stolz auf strikte Einreisebeschränkungen ist. Dort gingen die Wogen hoch. "Melbourne hat sechs Lockdowns durchmachen müssen. Alles, was Djokovic jetzt verdient, sind leere Ränge", schreibt jemand auf Twitter.

Dass der Serbe trotzdem beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres (ab 17. Jänner) startet, rechtfertigt Turnierdirektor Craig Tiley: „Die Ausnahmeerlaubnis ist nach strenger Überprüfung erteilt worden, an der wie gefordert zwei unabhängige Expertengremien beteiligt gewesen waren.“

Und dennoch stellen sich einige Fragen:

  • Warum bekommt Djokovic aus medizinischer Sicht diese Ausnahmeerlaubnis?

    Der "Djoker" konnte belegen, dass er seit Ewigkeiten keine Medikamente, nicht einmal Schmerzmittel zu sich nahm und asketisch lebte. Fast ein bisschen sektenartig. Seine Corona-Infektion ist mittlerweile wirkungslos, er hatte sie schon im Sommer 2020.

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    • Hat der Name Novak Djokovic dabei geholfen?

    Ja. Hätte der 34-Jährige die medizinische Ausnahmeerlaubnis nicht bekommen, hätte er noch einen anderen Trumpf in der Hand gehabt: Der australische Bundesstaat Victoria, wo Melbourne liegt, hält es vor allem bei Superstars nicht so restriktiv, und das Land lebt auch von Veranstaltungen wie den Australian Open.

    Und Djokovic ist der beste Australien-Open-Spieler der Geschichte. Wer, wenn nicht er? Außerdem: Turnierboss Tiley hatte laut australischen Medien am Wochenende bekannt gegeben, dass eine Handvoll ungeimpfter Spieler Ausnahmen bekommen hätten. Dennoch klingt alles ein wenig absurd: "Jeder auf der Anlage, die Fans, das gesamte Personal, die Spieler werden geimpft sein müssen", sagte Tiley noch im November.

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    • Wussten die Tennis-Asse, dass Djokovic in Australien spielt?

    Nein, nicht einmal Landsleute, die gerade beim ATP-Cup in Sydney aufschlagen. „Lediglich zwei, drei Leute waren involviert“, sagt der Wiener Robin Lumsden, selbst einer der Anwälte des Serben.

    • Kann Djokovic wieder heimgeschickt werden?

    „Sein Management bestätigte, dass alles fix ist“, sagt Lumsden. Und da die Spieler ohnehin in einer Art Bubble leben, muss er nicht einmal mehr Strapazen auf sich nehmen als andere. „Zudem ist er einer, der bei großen Turnieren abgeschottet lebt“, sagt Lumsden. Aufpassen müssen ohnehin alle: Australien wird stärker denn je von Corona bzw. Omikron belastet, auch der Bundesstaat Victoria vermeldet Rekordzahlen.

    • Wie sind die Reaktionen?

    In den Fan-Foren gehen die Wogen hoch, es wird sogar „vom größten Sportskandal“ geschrieben. Und: „Der Impf-Skeptiker täuscht sich gewaltig, wenn er meint, er könne nach Australien fliegen und werde dort von den Fans mit offenen Armen empfangen.“

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