Dominic Thiem ist der große Star in Kitzbühel. 

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Sport
07/29/2019

Dominic Thiems Motto in Kitzbühel: Hurra die Gams

Österreichs Nummer eins macht Jagd auf den ersten Turniersieg bei den Generali Open in Kitzbühel.

von Christoph Geiler

Auch wenn Dominic Thiem in Kitzbühel in der ersten Runde ein Freilos hat, das heißt deshalb noch lange nicht, dass er auf der faulen Haut liegt. Der Publikumsliebling und Star der Generali Open war am ersten Turniertag ein gefragter Mann, der Interview-Marathon, den der Niederösterreicher absolvieren musste, dauerte fast so lange wie ein Zweisatzmatch. Dominic Thiem bekommt es am Mittwoch mit dem Sieger der Partie Sebastian OfnerLucas Miedler zu tun. Die beiden Österreicher treffen am Dienstag aufeinander.

An den letzten Schlagabtausch mit einem Landsmann hat Dominic Thiem keine guten Erinnerungen. Vor drei Jahren hatte er in der Gamsstadt sein Auftaktmatch gegen Jürgen Melzer verloren. Wie er überhaupt mit dem Turnier am Fuße des Hahnenkamms noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Der ersehnte Heimsieg wollte ihm bislang in Kitzbühel noch genauso wenig gelingen wie in Wien.

Dominic Thiem sprach im Interview über...

... den Reiz von Kitzbühel

„An diesem Ort habe ich so viele Premieren erlebt: Ich habe hier mein allererstes Profiturnier gespielt und auch meine ersten ATP-Punkte gesammelt. Aber auch die negativen Erfahrungen waren für mich im Nachhinein wertvoll, wie zum Beispiel vor drei Jahren die Auftaktniederlage gegen Jürgen Melzer. Abgesehen davon ist es halt auch eine Wahnsinnsgegend hier.“

... seine bescheidene Bilanz bei Turnieren in Österreich

„Natürlich macht man sich mehr Druck. Auch weil ich einfach sehr gerne daheim spiele. Aber die Niederlagen, die ich in Österreich kassiert habe, sind nicht passiert, weil es vor eigenem Publikum war. Da waren Matches dabei, die ich in jedem anderen Land auch verloren hätte. Das Niveau ist halt so hoch. Wenn ich meine Topleistung abrufe, dann sind die Chancen hoch, dass ich so ein Turnier wie hier gewinne. Aber wenn ich einige Prozente abfalle, dann ist jeder im Hauptbewerb so gut, dass er mich besiegen kann.“

... das Freilos in der ersten Runde

„Es ist auch ein bisschen tückisch. Wenn man in den Wochen vorher gerade viele Partien gespielt hat, ist es sicher angenehm, wenn man erst später ins Turnier einsteigen kann. Andererseits kann es schwieriger sein, weil du auf einen Gegner triffst, der meistens schon perfekt eingespielt ist.“

... die Höhenlage in Kitzbühel

„Der Unterschied zum Turnier in der letzten Woche in Hamburg ist schon sehr groß. Ich persönlich spiele aber gerne in der Höhe, wie zum Beispiel in Madrid oder eben hier in Kitzbühel. Das ist mir sogar lieber, als auf Meereshöhe zu spielen.“

sein Viertelfinal-Aus zuletzt in Hamburg

„Gegen Andrej Rublew sind Dinge passiert, die so nicht passieren dürfen. Ein Spieler meiner Klasse sollte in einem Satz nicht zwei Mal ein Break Vorsprung vergeigen. Aber die Niederlage hat mir keinen Knacks gegeben. Ich bin jedenfalls entspannt und fühle mich im Moment sehr gut. Besser sogar als in den letzten Jahren.“

seinen Verzicht auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio

„Nächstes Jahr ist Kitzbühel absolut im Vordergrund. 2024 in Paris will ich dann aber unbedingt spielen. Vielleicht gehen sich auch noch die Sommerspiele 2028 aus, dann wäre ich 34. Wenn ich bis dahin noch gut beieinander bin, spiele ich das auch noch. Ich denke, dass man Olympia einmal erlebt haben muss.“

Marathon zum Auftakt

Das Auftaktmatch hat gleich einen Marathon gebracht und damit das weitere Kitzbühel-Programm ordentlich verzögert: Der als Nummer 7 gesetzte Lorenzo Sonego aus Italien wehrte am Montag nicht weniger als acht Matchbälle (!) gegen Federico Delbonis (ARG) ab, ehe er nach 3:36 Stunden mit 7:6(4),6:7(4),7:6(4) triumphierte.

Sein Achtelfinal-Gegner beim Generali Open stand da schon fest, obwohl dieses Match eineinhalb Stunden später begonnen hatte. Sonego trifft nun auf den Spanier Roberto Carballes Baena, der den kolumbianischen Qualifikanten Hugo Dellien 3:6,6:3,6:2 besiegte.

Zum dritten Mal nach 2015 und 2018 steht Dennis Novak im Achtelfinale in Kitzbühel. Der 25-jährige Niederösterreicher gewann am Montagabend die Neuauflage des Vorjahrs-Erstrunden-Duells gegen seinen Landsmann Jurij Rodionov nach 72 Minuten mit 6:3,6:4. Novak trifft nun im Achtelfinale am Mittwoch auf den als Nummer 4 gesetzten Pablo Cuevas.