Saisonstart: Seglerin Farese nimmt Kurs auf Olympia
Laura Farese und Mattäus Zöchling
Die Skisportler haben Sölden, die Segler Mallorca. Mit der Trofeo Princesa Sofia fällt vor der größten der Baleareninsel traditionsgemäß der Startschuss für die Segelsaison. „Es ist die erste Regatta im Jahr, wo wirklich alle dabei sind. Alle Nationen, alle Bootsklassen“, freut sich Laura Farese schon auf den Auftakt. Die 25-jährige Österreicherin geht in der Nacra-17-Klasse gemeinsam mit Matthäus Zöchling an den Start. „Es ist sicher eine meiner Lieblingsregatten, es ist einfach immer ein cooles Flair hier.“
Laura Farese
Am Neusiedlersee aufgewachsen, war für Farese der Weg zum Segelboot nicht weit. Angetrieben von der Mama ging es los, Liebe auf den ersten Blick war es aber nicht unbedingt. „Am Anfang war ich noch mehr in anderen Sportarten unterwegs, aber mit der Zeit hat es einfach immer mehr Spaß gemacht.“
Klare Rollenverteilung
Spaß macht es auch mit Segelpartner Matthäus Zöchling, mit dem sie seit 2019 in einem Boot sitzt. „Wir verstehen uns super, ich finde es echt cool im Team zu fahren.“ Die Rollen an Bord sind klar verteilt. Farese ist die Steuerfrau, Zöchling der Vorschoter. „Ich lenke das Boot, treffe die Entscheidungen“, erklärt die gebürtige Niederösterreicherin, die physisch anstrengenderen Arbeiten fallen in Zöchlings Aufgabenbereich. Entscheidend sei aber auch das Teamwork: „Jeder weiß genau, was er zu tun hat, aber natürlich holt man auch die Meinung des anderen ein. Vier Augen sehen einfach mehr als zwei.“
Was die Nacra-17-Klasse ausmacht? „Wir sind ein foilendes Boot, das heißt, wir fliegen sozusagen übers Wasser.“ Ein Foil ist eine Art Tragfläche, die wie ein Flügel unter Wasser funktioniert. „Dadurch fahren wir schon sehr schnell, was natürlich cool ist und richtig Spaß macht.“
Spaß hat Farese auch, wenn sie privat das Segel setzt. Wenn sie „einfach mit Freunden mit dem Boot am Abend rausfährt“, dann kann sie auch genießen. „Es ist schon was Cooles, dass man einfach irgendwie weite Flächen absegeln kann. Das ist jetzt eigentlich nicht schwierig, aber es kann auch nicht jeder.“
Ziel: Los Angeles
Das große Ziel heißt Los Angeles, bei den Olympischen Spielen 2028 wollen Farese/Zöchling unbedingt dabei sein. Die Spiele in Paris hat das Duo verpasst. Warum es diesmal klappen wird? „Wir sind als Team gereift und sind glaube ich auch bei allen Windbedingungen besser geworden.“
Wir müssen eigentlich ,nur noch' auf dem Wasser schnell sein.
Dass die Segel-Kollegen bei Olympia zuletzt regelmäßig Medaillen abgeräumt haben, erhöht den Druck nicht wirklich. „Den größten Druck macht man sich eh selbst. Es ist eher Motivation. Und es ist ein Zeichen, dass das System und der Verband sehr gut funktionieren.“
Das Lob geht in viele Richtungen: „Wir haben in den verschiedensten Bereichen wirklich gute Spezialisten. Meteorologen, Bootsarbeiter, Physios – wir müssen eigentlich ,nur noch‘ auf dem Wasser schnell sein.“
Familiensache
Dass die Stimmung im österreichischen Segelteam stets gut ist, kann auch Farese bestätigen. Fast wie eine zweite Familie. Und seit dieser Saison hat sie auch die richtige Familie mit auf vielen Reisen. Lauras jüngere Schwester Livia geht mit Eva Truttenberger in der 49erFX-Klasse an den Start. „Wir haben uns immer gut verstanden. Cool, dass sie jetzt auch dabei ist.“
Der Österreichische Segel-Verband ist bei der Trofeo Princesa Sofia insgesamt mit 17 Athleten dabei, die in sechs Disziplinen an den Start gehen. Verletzungsbedingt nicht dabei ist die 470er-Paarung Vadlau/Haberl. In der Formula Kite gibt Olympiasieger Valentin Bontus sein Wettkampf-Comeback. Die Medaillenentscheidungen finden am Samstag, den 4. April, statt.
Neues Format
In den Bootsklassen kommt erstmals ein neues Medal-Race-Format zur Anwendung. Statt dem bisherigen Modus mit einem Entscheidungslauf und doppelten Punkten werden ab sofort zwei Medal-Races um einfache Punkte gesegelt. „Mit dem neuen Medal-Race-Format will World Sailing versuchen, die Spannung und Medaillenentscheidung so lange wie möglich aufrechtzuerhalten“, erklärt Matthias Schmid, Sportdirektor des österreichischen Segelverbands.
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