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Sport
12/05/2011

Schlager hofft gegen Zhang auf Trumpfkarte

Werner Schlager beendet ein einstündiges Training und geht direkt und in Sportkleidung einen Stock hinauf in sein Büro.

Passiert Donnerstagmittag in der Werner Schlager Academy (WSA) am zweiten Qualifikationstag der Tischtennis-Austrian-Open.

Zwischen TV-Interview und organisatorischen Aufgaben hat sich für den Namensgeber des Schwechater Hallen-Komplexes doch noch ein Zeitfenster für eine Einheit mit Nationalteam-Kollege Chen Weixing aufgetan, der 38-Jährige ist dieser Tage besonders gefordert.

"Gestern ist es zehn, halbelf am Abend geworden, bis ich aus der Halle bin", erklärte der Ex-Weltmeister der APA - Austria Presse Agentur, am Tag vor seinem eigenem sportlichen Turnier-Auftakt wurde er aber auch ein bisschen entlastet. "Ich bin jetzt organisatorisch mehr in einer Jolly-Joker-Rolle." Mit Chen hatte er eine Stunde und damit wohl etwas zu lange trainiert, doch vielleicht lag es auch an der speziellen Atmosphäre an den zwölf Tischen.

Am Tisch neben Schlager und Chen etwa übten der südkoreanische Athen-Olympiasieger Ryu Seung-min und sein chinesischer Peking-Nachfolger Ma Lin. Ganz hinten in der Ecke teilten sich mit dem Weltranglisten-Ersten Wang Hao und Weltmeister Zhang Jike die beiden bereits für Olympia 2012 in London qualifizierten chinesischen Asse einen Tisch. Verfehlte einmal der Ball sein Ziel, traten schnell zwei andere an die Platte, um die wenigen Sekunden für ein paar Ballwechsel zu nutzen.

Eine ungeheure Ansammlung von Tischtennis-Spitzenklasse tummelte sich da, während daneben im Multiversum sowie im WSA-Wettkampfbereich an je acht Tischen um die noch frei gewesenen Hauptfeldplätze gespielt wurde. "Es ist für mich schon sehr familiär", meinte Schlager zum Trainingsumfeld. "Das hatte ich doch längere Zeit nicht. Und in gewisser Weise vermisst man das." Im vergangenen Herbst hatte der Niederösterreicher bei EM und Wels-Pro-Tour zuletzt so intensiv mit und neben so viel Weltklasse trainiert.

Gegen fast alle Asse hat er auch schon gespielt, gegen Zhang Jike aber nicht. Der ist erst 23-jährig, aber schon Weltmeister - und am Freitagabend Schlagers möglicher Zweitrundengegner. "Es ist außergewöhnlich, dass jemand bei seiner ersten WM schon den Titel holt", sagte das ÖTTV-Ass. "Da ich ihn noch nicht so kenne, habe ich kein richtiges Konzept gegen ihn. Es wird schwierig." Die ersten zwei, drei Sätze würden entscheidend sein. "Da werde ich sehen, ob ich mithalten kann."

In Wahrheit sei es auch Glück, bei den ersten paar Services die richtigen Varianten zu wählen, mit denen Zhang in der Annahme Probleme hat. Schlager: "Damit könnte ich mir Respekt verschaffen. Aber vielleicht schaue ich auch eine Stufe zu weit. In der ersten Runde gegen einen Qualifikanten kann ich auf einen Spieler um Position 50 in der Weltrangliste kommen. Gegen einen Schlager hat ein solcher nichts zu verlieren und nur Punkte zu gewinnen. Das kann ganz schwierig werden."

Chinas Herren waren Mittwochabend angekommen, sind in der Vösendorfer Pyramide untergebracht. Die chinesische Damen-Elite weilt seit Wochenbeginn am Rande Wiens. Österreichs Damen-Bundestrainer Liu Yan Jun dient ihnen allen sozusagen als "Mädchen für alles". Ma Lin etwa unterbrach extra sein Training, um ihn nach einer Wertkarte für Telefonate nach China zu fragen. Liu hilft gerne, hat aber auch einen Hintergedanken dabei. "Ich hoffe, dass Österreichs Tischtennis dadurch zu Sponsoren aus China kommt."

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