Sport
22.11.2018

Schach-WM: Remis-Rekord lässt Carlsen und Caruana kalt

Zu Beginn einer WM gab es noch nie so viele Punkteteilungen hintereinander. Drei Partien stehen noch aus.

Die Schach-WM zwischen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana in London verläuft äußerst ausgeglichen und nach neun Remis in neun Partien steht es 4,5:4,5. Das ist Weltrekord, denn zu Beginn einer WM gab es noch nie so viele Punkteteilungen hintereinander. Den bisherigen Rekord hielten Garri Kasparow und Viswanathan Anand mit acht Remis zu Beginn ihres WM-Kampfes 1995 in New York.

Weltmeister Carlsen scheinen die vielen Remis jedoch nicht zu jucken. „Ich liebe das Remis nicht, aber ich bin auch nicht im Panikmodus. Das Match verläuft ausgeglichen und ich bin zufrieden, wie es mit Schwarz läuft. Alles kein großes Problem“, so Carlsen.

Blaues Auge stört nicht

Kein Problem ist auch sein blaues Auge, das er sich nach einem Zusammenprall mit einem norwegischen Journalisten beim Fußballspielen am Ruhetag zugezogen hatte. Auf die Frage eines Journalisten, ob er während der neunten Partie Schmerzen verspürt hätte, antwortete Carlsen kurz und knapp: „Nein!“

Im auf zwölf Partien angesetzten Match stehen nur noch drei Partien auf dem Programm. Somit naht der Tiebreak, in dem Partien mit deutlich verkürzter Bedenkzeit über den Titel entscheiden. Magnus Carlsen verteidigte schon vor zwei Jahren die WM-Krone gegen Sergei Karjakin in der Nachspielzeit. Nachdem nur zwei der zwölf Partien einen Sieger fanden, entschied der 27-jährige Norweger den Tiebreak mit 3:1 für sich.

Gelassenheit

Gegen Caruana gilt Carlsen als klarer Favorit, wenn nach zwölf Partien wieder kein Sieger feststeht, denn im Schnell- und Blitzschach ist der Abstand in den jeweiligen Weltranglisten zu Caruana deutlich größer als im klassischen Schach. Der ein Jahr jüngere Herausforderer aus den USA gibt sich aber gelassen: „Ich denke momentan nicht über den Tiebreak nach. Wir haben noch viel Schach vor uns, bevor ich darüber nachdenke. Ich stimme auch nicht zu, dass ich im Tiebreak der Außenseiter wäre.“