Treffsicher: Der Österreicher Raul Santos

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Nationalteam
06/10/2015

Österreichs Handballer verpassen die EM

Ein mutiger Auftritt gegen die Top-Nation Spanien genügt nicht.

Der Teamchef hat Mut gefordert. Und sie waren mutig. Der Teamchef hat Überraschungen angekündigt. Und sie überraschten ihren Gegner. Phasenweise.

Denn der Gegner der österreichischen Handballer gestern in Innsbruck war nicht irgendjemand, sondern Spanien, der Weltmeister von 2013. Kein Team, das sich oft überraschen lässt. So ließen sich die Favoriten zwar immer wieder, nie aber ganz aus dem Konzept bringen in diesem vorletzten Qualifikationsspiel auf dem Weg zur EM-Endrunde im Jänner 2016 in Polen.

Seit gestern sind in der Qualifikationsgruppe 7 die Aufstiegsfragen geklärt. Mit dem 30:24-Sieg hat Spanien das Ticket fix in der Tasche. Und neben dem Topfavoriten qualifizierten sich die wiedererstarkten Deutschen für das EM-Turnier. Der größte Handball-Verband der Welt hatte bei Außenseiter Finnland keine Mühe – 34:20.

Damit verabschiedet sich Österreich am Sonntag aus der Qualifikation: in Kiel gegen Deutschland (15.15 Uhr).

Das Verpassen einer Endrunde nach zuletzt zwei Großbewerben in Folge (EM 2014, WM 2015) schmerzt zwar, ist aber auf lange Sicht verkraftbar. Die EM-Qualifikation darf als wichtiger Zwischenschritt vermerkt werden: Das langfristige Ziel heißt EM 2020, für die Österreich als Mitveranstalter fix qualifiziert ist.

Verjüngung

Unweigerlich verbunden damit ist eine Kaderverjüngung. Und die war bereits gestern gegen Spanien zu erkennen. Nicht ganz freiwillig freilich. Teamchef Johannesson musste verletzungsbedingt etwa auf Spielmacher und Kapitän Szilagyi sowie auf Stammtorhüter Marinovic verzichten. So kamen vermehrt Spieler aus der Handball Liga Austria in ein Team, das in den vergangenen Jahren hauptsächlich von Legionären geprägt worden war.

Zwar hatten auch die Spanier einige Ausfälle zu vermelden, der größte Qualitätsunterschied liegt aber in der Tatsache, dass der Gegner noch immer fünf Spieler vom aktuellen Champions-League-Sieger FC Barcelona aufbieten konnte.

Diese geballte iberische Klasse setzte sich letztlich verdient durch. Weil die Kräfte der Österreicher mit Fortdauer des Spiels schwanden und weil die Alternativen und Entlastungen von der Ersatzbank fehlten. "Am Anfang war die Nervosität zu groß, aber dann haben wir phasenweise sehr guten Handball gezeigt", sagte Neo-Kapitän Robert Weber, "der Auftritt macht aber auf jeden Fall Mut für die Zukunft."

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