Packend: Mit bis zu 140 km/h rasen die Schläge auf die Gegner zu. 

© REUTERS/YVES HERMAN

Analyse
09/16/2019

Österreich entdeckt den Volleyball-Sport

In der Diagonale liegt die Kraft: Das gilt es über die Schlüsselpositionen zu wissen.

von Philipp Albrechtsberger

Man kann Volleyballspieler wunderbar ärgern, indem man ihnen die Geschichte ihrer Sportart vorhält. Volleyball entstand, als der Amerikaner William G. Morgan 1895 auf der Suche war nach einem sanften Spiel ohne Körperkontakt für gesundheitlich angeschlagene Basketballer. Nur noch schlimmer ist die Bezeichnung für die vereinfachte Spielform: Ball über die Schnur.

Dabei werden die Ursprünge dem dynamischen Sport überhaupt nicht gerecht. Volleyball ist nicht nur weltweit akzeptiert (der Weltverband zählt 220 Nationalverbände), sondern ist auch in Sachen Gleichstellung gut unterwegs.

In Österreich kennt das Spiel wohl jedes Kind – als Fixpunkt im Lehrplan. Je nach Turnlehrer weiß man mehr oder weniger über die Regeln Bescheid. Das soll sich ändern, immerhin nehmen Österreichs Herren derzeit an der EM-Endrunde teil. Das sind die Schlüsselpositionen im Volleyball:

Zu-/Aufspiel

Es ist die Schlüsselposition im Volleyball. Der Zuspieler ist vergleichbar mit einem Quarterback im American Football, er verteilt die Bälle an die Angreifer. Üblicherweise führt er die zweite Ballberührung aus, nachdem ein Aufschlag angenommen oder ein Angriffsball abgewehrt wurde. Einen Aufschlag annehmen oder einen Punktschlag ausführen muss er dafür so gut wie nie. Technisch ist der Zuspieler einer der versiertesten Akteure im Team. Er hat die Letztentscheidung, was den exakten Spielzug angeht.

Außenangriff

Sie haben die meisten Aufgaben innerhalb einer Mannschaft, weil sie aufschlagen, annehmen, angreifen und blocken. Dementsprechend universell ausgebildet müssen Außenangreifer sein, da sie alle Volleyballtechniken (Baggern, Pritschen, Smashen) verwenden. Weil die Belastung in einer Partie besonders hoch ist, besteht fast die Hälfte eines Kaders aus Außenangreifern.

Mittelblock

Mittelblocker wollen zwar Smashes der Angreifer aufhalten, der wahre Gegenpart ist jedoch der Aufspieler, der mit Finten versucht, die Mittelblocker ins Leere springen zu lassen. Wird ein Angriff über die Seiten eingeleitet, wird versucht, einen Doppelblock in Position zu bringen. Ein guter Mittelblocker muss daher das Spiel des gegnerischen Aufspielers lesen können (Videostudium ist dafür unerlässlich). Bei hohem Spieltempo ist man auf dieser Position jedoch oft gezwungen, zu spekulieren. Die zweite Aufgabe ist in der Offensive der Schnellangriff. Die körperlichen Anforderungen liegen auf der Hand: eine hohe Sprungkraft sowie im Herren-Volleyball eine Körpergröße jenseits von zwei Metern (Damen: 1,90 plus).

Diagonalangriff

Es handelt sich um die Königsposition im modernen Volleyball, weil der Diagonalangreifer der Hauptpunktelieferant eines Teams ist. Er sollte zu jeder Zeit anspielbar sein für einen Punktschlag. Seine Bezeichnung rührt daher, dass er in der Regel immer diagonal zum Aufspieler Stellung bezieht, um so in die beste Position für einen harten Smash zu kommen. Ungenauigkeiten im Zuspiel muss er ausgleichen, indem er kontrolliert in den gegnerischen Block schlägt, um einen neuen, geordneten Spielaufbau sicherzustellen. In der Verteidigung nimmt der Diagonalangreifer nie einen Ball an.

Libero

Es ist die jüngste Position im Volleyball (seit 1999). Der Libero wurde eingeführt, um die Abwehr zu stärken und Spiele zu verlängern bzw. spanender zu gestalten. Er ist ein klassischer Defensivspieler, für den einige Sonderregeln gelten. Die (maximal zwei) Liberos einer Mannschaft müssen im Spielbericht extra vermerkt werden und tragen auf dem Spielfeld ein andersfarbiges Trikot. Da er nur auf den hinteren Positionen 1, 5, 6 (siehe Grafik) eingesetzt werden darf, sind ihm Spielaktionen auch nur in dieser Zone erlaubt. Aufschlagen darf der Libero ebenso wenig wie einen Angriffsschlag oberhalb der Netzkarte ausführen. Ein guter Libero zeichnet sich durch ausgezeichnete Reflexe aus, er muss Angriffe mit bis zu 140 km/h annehmen können. Häufig fungiert er auch als Ersatzzuspieler, wenn der eigentliche Zuspieler verteidigen muss.

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